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Samstag, 20. April 2019 Drucken

Kultur

Klassischer Ausdruck

Deutsche Staatsphilharmonie mit Pinchas Zukerman

Von Karl Georg Berg

Der Geiger, Bratschist und Dirigent Pinchas Zukerman, ein Weltstar der Klassikszene, arbeitet wieder mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Zwei Programme in je vier Konzerten stehen quasi für ein kleines, feines Festival im Zeichen des Ausnahmemusikers. Auftakt war in Wörth, wo Zukerman als Mozart-Geiger und Tschaikowsky-Dirigent glänzte.

Zukerman gehört zu den großen Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit, der seine jugendliche Frische ungebrochen bewahrt hat und dessen Musizieren bei aller Reife der wissenden Gestaltung einen unbekümmerten Charme und eine gewinnende Direktheit bewahrt hat.

Der Musiker agiert als Geiger und als Dirigent schlicht so klassisch schön und ausdrucksvoll, dass sich Fragen nach Interpretationsstil oder individuellen Eigenheiten im Grunde nicht stellen. Beim Konzert in der voll besetzten und akustisch wieder vorzüglichen Wörther Festhalle galt das besonders für die Wiedergabe des Violinkonzert G-Dur KV 216 von Mozart. Zukerman spielte es leicht und luftig, aber gewiss nicht leichtgewichtig, sondern erfüllt von einem warmen, menschlichen Ton. Es war kein Mozart im historischen Stil, aber die Kadenzen und Eingänge waren sehr passend, der Klang im durchhörbar und der Charakter geriet völlig unpathetisch. Pinchas Zukerman vermied jedwede äußerlichen Effekte. Die brachte er auch nicht, sein Spiel wirkte durch seine unanfechtbare innere Stimmigkeit heraus.

Stimmungsvoll und elegant begann der Abend mit den Chansons des Morgens und der Nacht von Edward Elgar. Leidenschaftlich wurde es aber nach der Pause mit der fünfte Sinfonie e-Moll von Peter Tschaikowsky. Doch auch hier setzte Pinchas Zukerman nicht auf den pathetischen Überschwang und ungehemmte Gefühle, sondern entwickelte das Drama dieser Sinfonie aus einer sehr fließenden und formbewussten Auffächerung des Partitur heraus. Das bedeutete keinen Verzicht auf Spannung und Intensität. Vielmehr zeigte Zukerman als Dirigent mit der klangprächtigen Staatsphilharmonie, dass Tschaikowskys „Schicksalssinfonie“ ein sehr durchdachtes und zielgerichtete sinfonisches Werk ist.

Das Programm wird noch heute in der Stadthalle Heidelberg und morgen im Konzerthaus Karlsruhe (Beginn ist jeweils 19.30 Uhr) gegeben. Die zweite Runde mit dem Elgar-Violinkonzert beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr im Ludwigshafener Pfalzbau und wird am Freitag in der Kaiserslauterer Fruchthalle fortgesetzt. Dann steht der kommende Chef Michael Francis am Pult.

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