Handball
Zweibrücker Oberligisten lassen Teilnahme an Aufstiegsspielen noch offen
Die Entscheidung den Ligabetrieb zu beenden, „hätte man bereits Mitte Dezember treffen können, als der Lockdown kam und der Re-Start der Liga auf Ende Februar verschoben wurde“, sind sich Philip Wiese, Trainer der Oberliga-Männer der VT Zweibrücken-Saarpfalz, und Rüdiger Lydorf, Trainer der Oberliga-Frauen des SV 64 Zweibrücken, einig. Beide verweisen auf das allgemeine Infektionsgeschehen. Es sei klar gewesen, dass über die Wintermonate keine signifikante Entspannung zu erwarten ist.
Dentzer verlängert Vertrag
„Von daher kam der jetzige Beschluss für uns nicht unerwartet“, sagt Wiese, der gemeinsam mit Kai Schumann die VTZ trainiert. Beide haben ihren Vertrag kürzlich verlängert. Die Mannschaft, die sich seit Wochen nicht mehr gesehen hat – maximal virtuell - wurde über den Liga-Beschluss informiert.
Langweilig ist Wiese und Schumann derzeit aber nicht in Sachen Handball, auch wenn Trainingsvorbereitung momentan nicht zu ihren Aufgaben gehört. „Es laufen ja gerade die Gespräche mit den Spielern für die kommende Saison“, sagt Wiese. Torwart Norman Dentzer, der zu Saisonbeginn aus Offenbach kam, hat seinen Vertrag jetzt verlängert. Bisher konnte Dentzer noch kein Pflichtspiel für die VTZ bestreiten.
Wieses Argumente
Ob Dentzer die ersten Pflichtspiele in Form möglicher Aufstiegsspiele bestreiten wird – die Oberligavereine können bis 1. März melden –, könne er „noch nicht beantworten“, sagt Wiese. „Darüber werden wir uns noch unterhalten.“ Man müsse verschiedene Faktoren abwägen. Er gehe nach einer ersten Einschätzung davon aus, dass die VTZ eher nicht meldet, doch gebe es noch keine abschließende Entscheidung des Vereins.
Seit März 2020 kein Pflichtspiel
Für seine persönliche Einschätzung, auf eine Meldung eher zu verzichten, nennt Wiese mehrere Gründe. „Wir wissen ja überhaupt nicht, wann die Hallen für den Trainingsbetrieb wieder aufgehen“, sagt er. Die VTZ habe zudem zwar eine intensive Vorbereitungszeit gehabt, aber seit März 2020 kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zudem hat die Mannschaft zur aktuellen Saison hin komplett ihr Gesicht verändert. Wiese: „Unsere Zielsetzung war nicht der Aufstieg. Vorrangig war, als neue Mannschaft zusammenzufinden und Spaß am Handball zu haben.“ Vor dem Hintergrund hoffe er, dass sein Team „nach dieser langen Zeit ohne Handballtraining noch mal vier bis acht Wochen trainieren kann – vielleicht sind sogar ein paar Freundschaftsspiele möglich“. Wichtig wäre ihm, dass es so früh wie möglich eine Perspektive für die Saison 2021/22 gibt.
Dann könnte auch VTZ-Rechtsaußen Jacob Brauns wieder mit von der Partie sein: „Er wäre dann der erste VTZ-Spieler, der einen Kreuzbandriss auskuriert hätte, ohne ein einziges Ligaspiel zu verpassen“, merkt Wiese schmunzelnd an. Brauns hatte sich unmittelbar vor dem ursprünglich geplanten Saisonstart schwer verletzt.
Zur Jugend-DM?
Für Stefan Bullacher, beim SV 64 Zweibrücken Jugendkoordinator und Trainer der männlichen B-Jugend, die das Ziel hatte, sich für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft zu qualifizieren, ist der aktuell ganz entscheidende Punkt folgender: „Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wann Amateursportler zurück in die Halle können.“ Deshalb gelte beim SV die Devise, dass man sich mit der Frage nach der Deutschen Meisterschaft beschäftige, ob man melde, „wenn diese Frage einen realen Bezug hat“, sagt Bullacher. So lange nicht mal die Möglichkeit bestehe zu trainieren, habe die Frage keinen realen Bezug.
Teure Tests
Rüdiger Lydorf, aktuell und auch kommende Runde Trainer der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken, sieht das genau so. „Wir haben monatelang schon nicht mehr trainiert“, betont auch er diesen wichtigen Aspekt. Sollte es wider Erwarten so sein, dass tatsächlich frühzeitig wieder richtig trainiert und eine Aufstiegsrunde zur Dritten Liga gespielt werden könne, „müsste man eine Teilnahme trotzdem genau abwägen“. Natürlich habe sein Team in den vergangenen zwei Spielzeiten eine tolle Entwicklung genommen und es sei ja auch das erklärte Saisonziel gewesen, sich für die ursprünglich geplante Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Lydorf: „Aber das ist nur die rein sportliche Seite.“ Dazu komme aber auch die Frage, was das für den Verein bedeute, auch finanziell. Denn es ist klar, dass ohne regelmäßige Corona-Tests weder für die Frauen Aufstiegsspiele zur Dritten Liga noch für die Jugend Spiele um eine deutsche Meisterschaft bestritten werden können. Pro Spiel und pro Mannschaft wären das allein erwartete Mehrkosten von 400 bis 500 Euro.