Handball
VTZ-Handballtrainer Philip Wiese ist ein glühender Fan der Roten Teufel
Mit Familie und Freunden wird sich Philip Wiese die Partie des FCK, die live übertragen wird, im Fernsehen anschauen (Sport1, 20.30 Uhr). Der Volkspark, wie das Hamburger Stadion genannt wird, wird mit 57.000 Zuschauern ausverkauft sein. „Das wird eine unfassbar gute Stimmung “, freut sich Wiese auf die Partie der Lautrer.
An Hamburg hat er selbst tolle Erinnerungen. „Ich war 1998 dabei, als es noch das alte Volksparkstadion war“, sagt Wiese. Damals war das Stadion noch nicht überdacht, und zwischen dem Spielfeld und den Zuschauerrängen lagen noch Leichtathletik-Anlagen. „Wir haben trotzdem Stimmung ins Stadion gebracht“, erzählt Wiese, der sich damals zusammen mit einem FCK-Fan-Club und Papa Hans-Jürgen auf den Weg gen Norden gemacht hatte.
Im Meisterjahr 1998 schon mit in Hamburg
Die Stimmung war schon auf der Hinfahrt und in den Tagen zuvor klasse. Klar, es war die Saison, in der der FCK als Aufsteiger sensationell Deutscher Meister wurde. In Hamburg bekam der damalige Kapitän Ciriaco Sforza die Meisterschale überreicht. Unter ohrenbetäubendem Jubel der FCK-Fans. „Das ganze Stadion war rot, nur noch ein ganz kleines Eckchen war blau“, verdeutlicht Wiese, dass das Stadion damals fest in der Hand der Roten Teufel war.
Nach diesem Spiel begann der Stadionumbau zum reinen Fußballtempel. „Die FCK-Fans werden wieder für Stimmung sorgen“, prophezeit Wiese für Samstag. Mit einem 1:1 – so endete auch die Partie 1998 – könnte er auch diesmal gut leben. Sportlich ist der HSV als Tabellenführer Favorit. „Aber was man mit Leidenschaft erreichen kann, das hat der FCK ja schon oft bewiesen“, sagt Wiese. FCK-Fan zu sein, sei ohnehin eine sehr leidenschaftliche Angelegenheit. Da gebe es große Parallelen zum Handball, bestätigt er. „Emotionen spielen beim FCK und beim Handball eine ganz große Rolle.“ Genau das mag Wiese.
Leidensfähigkeit gehört beim FCK dazu
Mit einem Freund und dessen Vater war er zum ersten Mal auf dem Betzenberg. Uerdingen hieß der Gegner, gespielt wurde noch in der Ersten Bundesliga, „und für den FCK hat noch Miroslav Kadlec gespielt“, weiß Wiese genau. Die Stimmung „war so überwältigend, dass ich sofort mit dem FCK-Virus infiziert war“, verrät er lachend. Seine Betze-Premiere feierte er noch auf der Nordtribüne. Schnell wechselte er auf die Westtribüne, Block acht. „Also mittendrin“, sagt Wiese lachend.
Meisterschaften, Pokalsieg, Abstiege, Leidenszeiten in der Dritten Liga – Wiese hat alles miterlebt und ist froh, dass der FCK wieder zurück in Liga zwei ist. Was den Fußball-Fan Wiese und den Handball-Trainer Wiese eint: „Stimmt, man muss leidensfähig sein“, bestätigt der 36-Jährige lachend. Nicht immer höre die jeweilige Mannschaft auf die Fans beziehungsweise den Trainer.
Der Mitarbeiter des Stadtbauamtes ist Dauerkartenbesitzer. „Auch wenn sich das finanziell nie rentiert“, sagt er lachend. Aber er sieht den Ticketkauf auch als Unterstützung für seinen Herzensverein. Dass sich die Dauerkarte eigentlich in keiner Saison für ihn lohnt, hat viel mit dem Handball zu tun. Der geht natürlich immer vor, ob als Spieler oder Trainer. „Und der Handball-Spielplan passt nicht immer zum FCK-Spielplan“, sagt Wiese. Wenn es zeitlich möglich ist, „bin ich aber oben auf dem Betze“. Zuletzt beim irren 3:3 gegen Darmstadt. So ein typisches Betze-Spiel, mit Hochs und Tiefs. Die Begleitung bei den Spielen wechselt immer mal. Das hängt auch davon ab, wer gerade Zeit hat. So drückt Ehefrau Kira gerne mal live im Stadion die Daumen, aber auch der Wiese-Nachwuchs – schon im Kleinkind-Alter entweder im VTZ- oder Betze-Trikot in der heimischen Westpfalzhalle herumwuselnd – ist längst beim Herzensverein angekommen. Als Zuschauer, wie im Fall von Sohn Hannes (neun Jahre). Oder mittlerweile auch als Spieler: Seit dieser Saison hütet Nicolas Wiese (elf Jahre) das Tor der U12-Jugend des FCK.
VTZ-Team will nachlegen gegen Worms
Am Sonntag drücken alle Wieses Papa Philip die Daumen. Dann coacht er gemeinsam mit Kai Schumann die VTZ im Oberliga-Spiel gegen die HSG Worms (Anwurf: 17 Uhr, Westpfalzhalle). Dem jüngsten Heimssieg gegen Eckbachtal soll auch ein Heimerfolg gegen Worms folgen. „Man geht nach einem Sieg natürlich mit viel besserer Stimmung in die Trainingswoche“, sagt Wiese. Wenn die Mannschaft wieder mit so viel Leidenschaft verteidige wie gegen Eckbachtal, „sollte uns der zweite Saisonsieg gelingen“, weiß Wiese, dass die viel beschworenen FCK-Tugenden „Kampf und Leidenschaft“ auch im Handball wichtig sind.
Entscheidend sei gegen Eckbachtal gewesen, „dass die Mannschaft nahezu über das gesamte Spiel das vorgegebene Konzept beibehalten hat“, hebt Wiese hervor. Daran wolle man anknüpfen, um dann mit guter Stimmung in die Trainingswoche vor dem Zweibrücker Stadt-Derby zu gehen.