Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ gewinnt gegen Homburg Erkenntnisse für nächste Spiele

Spielte nicht nur den Homburgern Rokas Vaitekunas (links) und Rebelo Magalhaes vor allem in der ersten Hälfte manchen Knoten in
Spielte nicht nur den Homburgern Rokas Vaitekunas (links) und Rebelo Magalhaes vor allem in der ersten Hälfte manchen Knoten in die Beine und holte zahlreiche Strafwürfe heraus: Abderrahmane Belhadi (Mitte).

Was jeder wusste, bestätigte sich am Sonntagabend: Zwischen den Spitzenteams der Oberliga und den Mannschaften, die versuchen, so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben, klafft ein enormes Gefälle. Ein VTZ-Spieler glänzte aber gegen ganz starke Homburger in seinem angestammten Revier.

Die VTZ Saarpfalz, die zu den Teams gehört, die so schnell wie möglich die Oberliga-Abstiegszone verlassen wollen, unterlag Titelanwärter TV Homburg in der Westpfalzhalle klar mit 21:34 (10:17). Es war, auch in dieser Höhe, keine unerwartete Niederlage, weshalb VTZ-Trainer Kai Schumann nach dem Abpfiff der zweiten Partie in Folge gegen einen Aufstiegsaspiranten zwingend erklärte: „Abhaken.“ Er wertete das Spiel als weitere Vorbereitung für die entscheidenden Partien.

Die ein oder andere Erkenntnis zogen die VTZ-Verantwortlichen Schumann und Philip Wiese aber auch aus diesem Spiel. Eine Erkenntnis: Abderrahmane Belhadi, kurz Abdu genannt, fühlt sich im Zweibrücker Rückraum sichtlich wohler als auf der linken Außenbahn. Dort spielt er oft, weil er noch zu den treffsichersten Schützen von dieser Position gehört. „Ich kann von linksaußen schon werfen, aber die richtigen Bewegungen, die ein Linksaußen macht, die kann ich nicht“, bekannte der 23-Jährige, dass der Rückraum sein angestammtes Spielrevier ist. „Das ist meine Position“, sagte Belhadi, der in den ersten 30 Minuten den langen Kerls in der Homburger Abwehr manchen Knoten ins Bein spielte.

Chancenverwertung als großer Unterschied

„Wir wussten, dass es da gerade auf der rechten Deckungsseite etwas an Beweglichkeit fehlt. Das wollten wir nutzen“, beschrieb der gelernte Elektroniker die taktische Marschroute. Weil er selbst der mit Abstand schnellste Spieler im Eins-gegen-eins bei der VTZ ist, oblag es vor allem ihm, hier Unruhe in der Homburger Hintermannschaft zu stiften. Das gelang ihm, sehr gut auch im Zusammenspiel mit Moritz Baumgart, nachdem dieser für die Mitte-Position eingewechselt worden war, Belhadi halblinks wirbelte. Tor oder Strafwurf hieß es in den ersten 30 Minuten fast immer nach erfolgreichen Belhadi-Täuschungen. Im Zweibrücker Team verdiente sich der Mann, der aus Algerien nach Berlin gekommen war, über den Oranienburger HC den Weg zur VTZ gefunden hat, mit die besten Noten an diesem Abend.

Aber ein Belhadi reichte natürlich nicht, um die in allen Belangen überlegenen Homburger ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Auch deshalb nicht, weil sich Ex-SV 64-Torwart Benny Berz im Saar-Pfalz-Derby gut aufgelegt zeigte, mit neun Paraden zum Spielverderber für die VTZ-Angreifer wurde. Sein Torwartkollege Henning Huber agierte gänzlich unaufgeregt, als er aufs Feld kam, durfte sich gleichfalls über neun gehaltene Bälle freuen. Die Chancenverwertung hatte Schumann in der Anfangsphase als größten Unterschied zwischen beiden Teams ausgemacht. Im Spielverlauf wurden die Unterschiede, die schon bei der durchschnittlichen Körpergröße ein klares Plus für den TVH brachten, immer deutlicher.

Klare Angelegenheit für die Gäste

Und die Mannschaft um Ex-Bundesliga-Spieler Yves Kunkel unterschätzte die Zweibrücker nicht. 14:8 führte Homburg, als VTZ-Torwart Norman Dentzer in Folge drei Großchancen des TVH vereitelte. „Das waren jetzt drei Hundertprozentige, die wir verplempern. Das geht einfach nicht“, schimpfte TVH-Trainer Steffen Ecker mit seinen Angreifern. Die hörten auf ihren Cheftrainer und zogen ihr Spiel sehr konstant durch. Mit erfolgreichen Abschlüssen. Nach 42 Minuten war der Vorsprung auf zwölf Tore ausgebaut: 23:11. Zweimal in Folge hatte Kunkel getroffen. Die VTZ nahm eine Auszeit. Es blieb aber eine klare Angelegenheit für die Gäste.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Dentzer, Glöckner (ab 47.) - Kraucevicius (5/2), Belhadi (2), von Lauppert - Graff (1), Rolshausen (1) - Rifel (2) – Baumgart (6/4), Kreis (1), Bernt (1), Michel (2)

TV Homburg: Berz, Huber (ab 44.) - Josic (5/1), Talevski, Kunkel (10/3) - Gohl (2), Wilga (2) - Durmishi (4) – Glück (2), Mebus (3), Vaitekunas, Szilagyi (4), Magalhaes (1), Schneider (1)

Spielfilm: 1:5 (6.), 5:7 (15.), 5:13 (22.), 10:17 (Halbzeit), 14:26 (46.), 21:34 (Ende) - Zeitstrafen: 3:2 - Siebenmeter: 8/6 - 4/4 - Zuschauer: 330 - Schiedsrichter: Bernhardt/Zick (HV Pfalz).

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