Zweibrücken
Seit Wochen Rattenplage am Otterstein
Just nach Erscheinen des Artikels „Bei Rattenalarm die Stadt verständigen“ vom Dienstag meldeten sich Anwohner der Siedlung Sechsmorgen in Niederauerbach: Dort gebe es rund um die Straße Am Otterstein aktuell ein Rattenproblem. Aus gehe dieses von einem Mehrfamilienhaus, in dem Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt werde und dessen Außenbereich sehr verwahrlost sei.
Die Anwohner geben ausdrücklich nicht den Bewohnern des Mehrfamilienhauses die Schuld an der Misere, sondern deren Vermieter. Dieser habe den zehn Mietparteien im Haus gerade mal vier Mülleimer zur Verfügung gestellt, eine große blaue, gelbe und Restmülltonne sowie eine kleine Biotonne. Was unweigerlich dazu führe, dass Müll aller Art offen oder in dünnen Plastiksäcken auf der Straße herumliegt, auch Lebensmittelreste. Das habe Ratten angelockt, deren Bestand sich nun über die ganze Nachbarschaft ausgebreitet habe.
In Hausdämmung eingenistet
„Alle in unserer Häuserreihe haben inzwischen private Rattengiftfallen aufgestellt“, erzählt ein Anwohner der John-F.-Kennedy-Straße. Er hat ein Rattenloch direkt vor seinem Haus im Vorgarten. Bei einem Nachbarn seien Ratten in die Dämmung des Hauses gekrochen, hätten sich dort eingenistet und vermehrt. „Die Ratten sind wirklich überall, nur ein Nachbar, der zwei Katzen hat, blieb bislang verschont“, sagt der Anwohner. Die Rattengiftfallen stünden seit mittlerweile sechs Wochen und würden immer noch und immer wieder leergefressen. „Das zeigt ja, dass da noch viele Ratten unterwegs sind.“
Verschiedene Betroffene, darunter ein ansässiger Friseur und der Niederauerbacher Pfarrer, hätten den Besitzer des Mehrfamilienhauses bereits mehrfach auf das Problem angesprochen und ihn aufgefordert, das Müllproblem zu lösen. Passiert sei nicht viel, außer dass der Vermieter einmal ums Haus herum ein wenig aufgeräumt und ein paar Müllsäcke weggefahren habe. „Die Ratten sind aber immer noch da“, beklagt der Anwohner auch mit Verweis auf die Grundschule und den Kindergarten, die in unmittelbarer Nähe zum mutmaßlichen Rattenherd liegen. Die Stadt habe man auch schon vor längerer Zeit informiert.
Stadt und UBZ sichern Abhilfe zu
Stadtpressesprecher Jens John bestätigte auf Anfrage, dass der Stadtverwaltung sowie dem Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) das Rattenproblem am Otterstein bekannt seien. Es sei auch schon gehandelt worden. Am 28. März sei die untere Abfallbehörde vom Vollzugsdienst des Ordnungsamtes über das Abfallproblem an dem Mietshaus informiert worden. John: „Der Hauseigentümer wurde noch am selben Tag angeschrieben und über die Beschwerde, dass die Abfälle Ratten und sonstiges Ungeziefer anlocken würden, informiert.“ Der Mann sei aufgefordert worden, die Abfälle zu beseitigen und ordnungsgemäß zu entsorgen.
In einer E-Mail vom 11. April habe der Hauseigentümer der Stadtverwaltung bestätigt, dass er die beanstandeten Müllsäcke entsorgt habe. Einen Entsorgungsnachweis vom 5. April über eine Kleinmenge mit Restabfall (bis 200 Kilogramm) habe er angehängt. Eine Ortsbesichtigung habe die untere Abfallbehörde noch nicht vorgenommen, werde dies aber demnächst tun.
„Die Abfallberatung des UBZ wird sich von der Lage am betreffenden Objekt ebenfalls ein Bild machen“, sichert John zu. Sollte der UBZ feststellen, dass die vorhandenen Mülleimer für das betroffene Mietshaus nicht ausreichen, werde der UBZ weitere Abfallbehälter zuteilen und aufstellen, was der Hauseigentümer dulden und zahlen müsse.
„Das muss jetzt aufhören“
In der Nachbarschaft auf Sechsmorgen hofft man derweil, dass die Rattenplage bald überstanden ist. „Das ist schon ziemlich eklig, und Ratten können ja auch Krankheiten übertragen“, meint eine Anwohnerin. Auch Kosten habe die Rattenflut schon verursacht, etwa für die privaten Rattengiftboxen. Ein Nachbar habe den Kammerjäger rufen müssen, weil sich Ratten in seinem Haus eingenistet hatten. „Das muss jetzt endlich aufhören mit den Ratten hier“, fordert die genervte Anwohnerin.