Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: VT Zweibrücken-Saarpfalz zeigt gegen Budenheim ordentliche Leistung

Ein Aktivposten, aber nicht fehlerfrei: VTZ-Rückraumspieler Moritz Baumgart (Bildmitte) hat nicht alle seine Chancen genutzt.
Ein Aktivposten, aber nicht fehlerfrei: VTZ-Rückraumspieler Moritz Baumgart (Bildmitte) hat nicht alle seine Chancen genutzt.

Erwartungsgemäß ohne Punkte, aber mit dem erhofften Plus an Selbstvertrauen, konnten die Oberliga-Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz vom Spielfeld gehen. Gegen den Tabellenzweiten Budenheim zeigten sie sich von ihrer besseren Seite. Umstellungen brachten mehr Ruhe in die Angriffsaktionen. Erkenntnisse aus diesem Spiel könnten im Abstiegskampf eine wichtige Rolle spielen.

Wenn sie nichts zu verlieren haben, präsentieren sich die Oberliga-Handballer der VT Zweibrücken-Saarpfalz meist von ihrer besseren Seite. Gegen den Titelaspiranten Sportfreunde Budenheim schlugen sich die Zweibrücker achtbar, zwangen den Meisterschaftskandidaten bei der 25:30 (13:18)-Niederlage dazu, über 60 Minuten konzentriert zu bleiben. Wieder einmal hieß es nach dem Abpfiff: Hätte die VTZ eine solche Leistung in den vergangenen Spielen gegen die Abstiegskonkurrenten geboten, wäre die Tabellensituation eine andere.

„Offensichtlich sind wir eine Mannschaft, die mit Druck nicht so gut klarkommt“, bestätigte VTZ-Rückraumspieler Moritz Baumgart. Baumgart war, obwohl mit einer Kapselverletzung am Finger angeschlagen in die Partie gegangen, ein Aktivposten in der umformierten Mannschaft. Moritz Michel übernahm die Spielmacherposition, Baumgart und Robin von Lauppert agierten neben ihm. Sie waren maßgeblich daran beteiligt, dass die VTZ gut startete. Baumgart, der viele Impulse im Angriff setzte, traf zum 1:0. Tomas Kraucevicius, der sich auf die Abwehrarbeit konzentrierte, mit Michel den Angriff-Abwehr-Wechsel vollzog, nutzte einen schnellen Angriff nach einer Parade von Norman Dentzer zum 2:1. Von Lauppert netzte zum 3:2 ein.

Zwei-Meter-Mann mit Erstligaerfahrung

Mit 5:3 (10.) lag die VTZ in Führung. Aber es war in diesen Minuten schon spürbar, dass der Favorit aus Budenheim diese Partie zwar nicht mit Glanz und Gloria, aber doch sicher gewinnen würde. Rechtsaußen Patrick Hess ließ in der Anfangsphase seine Klasse aufblitzen, aus dem Rückraum kam Budenheim zu leichten Toren. Genau solche Spielertypen, die auch mal die sogenannten einfachen Tore machen, „die haben wir nicht. Wir müssen für unsere Tore immer sehr viel arbeiten und das kostet Kraft“, sagte VTZ-Trainer Marek Galla. Um eine Mannschaft wie Budenheim mehr als ärgern zu können, „bräuchten wir einen überragenden Tag“, analysierte der VTZ-Coach.

Sein Team hatte einen ordentlichen Tag. In der Abwehr bekam die VTZ Eike Rigterink am Kreis nicht in den Griff. Der Zwei-Meter-Mann mit Erstligaerfahrung war immer anspielbereit und brachte mit seinem ersten Tor in der 16. Minute die Budenheimer erstmals in Führung. Den 6:7-Rückstand glich Marian Graff zum 7:7 aus, dann nutzte Budenheim die Zweibrücker Fehler konsequent aus, zog auf 13:9 weg.

Chance ausgelassen

„Wir kamen etwas schwer ins Spiel“, bestätigte SF-Coach Philipp Becker. Die VTZ habe es gut gemacht mit den lange vorgetragenen Angriffen, die von der groß gewachsenen Budenheimer Abwehr viel Konzentration erforderten. In die Kategorie Pflichtsieg, bestätigte Becker, könne man die Partie einordnen.

Direkt nach dem Wechsel traf Grethen doppelt, unterstrich: Wir lassen hier nichts anbrennen. Die VTZ kam zurück. Mitte der zweiten Hälfte traf Abdu Belhadi gut, verkürzte nach 46 Minuten auf 19:23, Marcel Groß ließ die VTZ mit seinem Treffer auf 20:23 heranrücken. Bezeichnend für das Spiel waren die folgenden Minuten: Die Chance, den Abstand auf zwei Tore zu verkürzen, ließ die VTZ verstreichen. Grethen stellte mit einem Strafwurf den Vier-Tore-Abstand her, Stefan Corazolla, der sich über weite Strecken bedeckt hielt, traf zum 20:25, ein Gegenstoß von Lars Ludwig brachte das 26:20 für Budenheim und so klare Verhältnisse.

Andere Herangehensweise

„Wir haben zu viele Chancen nicht genutzt. Auch ich hätte ein bisschen besser treffen können“, räumte Baumgart ein. Angesichts der insgesamt ordentlichen Leistung resümierte er: „Vielleicht sollten wir in jedes Spiel so gehen, dass wir von vornherein keine Chance haben. Um uns den Druck zu nehmen“.

So spielten sie

VT Zweibrücken-Saarpfalz: Dentzer, 31. Glöckner – Baumgart (7/4), Michel (1), von Lauppert (3/2) – Graff (1), Rolshausen – Rifel (3) – Kraucevicius (2), Belhadi (3), Groß (1), Stauch (3), Buchheit (1)

SF Budenheim: Sturm, 31. Ketelaer – Grethen (7/4), Kühn (3), Corazolla (3) – Hess (4), Ludwig (2) – Jamin – Rigterink, Märker, Dübal (5), Weil (1), Acar (1), Tessnow

Spielfilm: 5:3 (10.), 7:7 (17.), 8:11 (22.), 13:18 (Halbzeit), 15:21 (39.), 20:23 (47.), 23:28 (57.), 25:30 (Ende) – Zeitstrafen: 6:2 – Siebenmeter: 7/6:4/4 – Beste Spieler: Baumgart, Rifel – Grethen; Hess, Rigterink – Zuschauer: 50 – Schiedsrichter: Höger/Hehn (Pfälzer HV).

x