Handball
Mit bärenstarker Abwehrleistung zum Klassenverbleib: VTZ siegt 30:24
„So kennt man dich gar nicht“, feixte Felix Müller, Torwart des Handball-Oberligisten TV Offenbach, mit dem langjährigen Offenbacher Keeper, der jetzt das Trikot der VT Zweibrücken-Saarpfalz trägt, Norman Dentzer. Mit der Aussage spielte Müller nicht auf Dentzers überragende Leistung an, sondern darauf, dass Dentzer nach Abpfiff gar kein Siegergetränk in der Hand hatte. Dabei hatte die VTZ hatte allen Grund zum Feiern – 30:24 (12:10) gewonnen und den sportlichen Nichtabstieg perfekt gemacht.
Dentzer freute sich sogar dreifach, denn: „Zum ersten Mal habe ich im Trikot eines anderen Vereins gegen den TV Offenbach gewonnen“, verriet der 37-Jährige, der seit Jugendjahren über viele Jahre eine Instanz im TVO-Tor war. Und zum wiederholten Male gegen seinen Ex-Club eine starke Leistung bot. Es sei wie mit dem Wein, der auch immer besser werde, je älter er werde, bestätigte Dentzer lachend.
Dentzers Traumquote von 50 Prozent
Dass er zunächst mal kein Siegergetränk zu sich nahm, hatte einen Grund: „Ich bin in der ersten Halbzeit auf den Rücken geknallt, die Schmerzen wurden immer schlimmer“, sagte Dentzer, der deshalb nach 50 Minuten auch das Tor räumte. Mit der Traumquote von 50 Prozent gehaltener Bälle. Aber, betonte Dentzer, das lag an der erneut guten Abwehr vor ihm. „Wenn die dran bleiben, gibt das Sicherheit, und dann hält man auch mal die Freien“, sagte er zum Top-Zusammenspiel der Defensive.
Dominik Rifel und Robin von Lauppert ackerten in der Abwehrzentrale, beide trafen auch vom Kreis. Und von Lauppert variierte seine sechs erfolgreich versenkten Siebenmeter so perfekt, dass weder Florian Pfaffmann, dem am Sonntag ein bisschen das Fingerspitzenglück fehlte, noch Müller eine Chance hatten.
Kraucevicius funktioniert, Graff profitiert
„Wenn dann noch Tomas Kraucevicius auf der rechten Seite funktioniert, haben wir immer eine gute Chance“, sagte ein sehr zufriedener VTZ-Trainer Marek Galla. Und Kraucevicius funktionierte. Davon profitierte im zweiten Spielabschnitt auch sein Nebenmann auf der rechten Außenbahn, Marian Graff. Die VTZ spielte sich vom Anpfiff weg Chancen heraus, aber „wir haben sie leider nicht reingemacht“, bedauerte Galla. Das nutzte Offenbach, um zu einem 3:0-Vorsprung zu kommen. Der hielt aber nicht lange, weil die VTZ-Abwehr besseren Zugriff bekam und Dentzer zur Hochform auflief.
„Zwei Kreisläufer, wir haben Überzahl“, beorderte TVO-Trainer Tobias Job kurz vor der Halbzeit einen zweiten Mann an die Sechs-Meter-Linie. Das funktionierte, denn Simon Gensheimer traf frei zum 9:11 aus Gästesicht. Aber von Lauppert stellte gleichfalls vom Kreis den alten Abstand wieder her, und weil Dentzer wach war, ging es mit einer Zwei-Tore-Führung für die Gastgeber in die Pause.
VTZ kommt hellwach aus der Pause zurück
Die VTZ kam insgesamt auch hellwach zurück. Ein 6:1-Lauf in den ersten acht Minuten des zweiten Durchgangs brachte sie auf die Siegerstraße. Job nahm eine Auszeit, die VTZ blieb am Drücker. Acht Minuten später die nächste Offenbacher Auszeit. Siebter Feldspieler, also dauerhaft zwei Mann am Kreis, und offensive Deckung gegen die Rückraumspieler der VTZ, lautete dabei Jobs Order. 23:13 führten die Gastgeber da schon.
Die mühten sich nach der Umstellung etwas, blieben aber in der Erfolgsspur. Auch weil das Rückzugsverhalten des TVO nach Ballverlusten zu behäbig war. Job probierte es noch mal mit komplett offener Manndeckung und brach auch diese Variante nach dem 29:22 durch Rifel ab. „Lasst gut sein“, forderte er seine Mannen wieder zu einer defensiveren Deckungsvariante auf. Der 30. VTZ-Treffer, der eine Kiste Bier bringt, fiel auch noch: Die zahlte diesmal Robin von Lauppert. Er führte einen Anwurf blitzschnell aus und traf zum 30:24 ins leere TVO-Tor.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer (1), Glöckner (ab 51., 1) - Kraucevicius (4), von Lauppert (10/6), Baumgart - Bernt, Michel - Rifel (7) – Graff (4), Groß (2), Kreis, Belhadi (1)
TV Offenbach: Pfaffmann, Müller - Niklas Klein (7), Lukas Klein (3), Mohra (1) - Metz, Bader (2) - Gensheimer (4) – Kunz (2), Benz, Felix Klein (1), Daum (4/1)
Spielfilm: 0:3 (5.), 8:6 (19.), 11:8 (24.), 12:10 (Halbzeit), 18:11 (38.), 24:14 (48.), 30:24 (Ende) - Zeitstrafen: 3:2 - Siebenmeter: 6/6 - 4/1 - Beste Spieler: Dentzer, Kraucevicius, Rifel, von Lauppert - Niklas Klein, Lukas Klein - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Günter Hoffmann/Sarah-Kristin Kull (Mainz-Bretzenheim/Bingen).