Zweibrücken
Mehr Farbe ins Spiel bringen
Hintergrund: Der Tischtennissport soll bunter werden. Das hat der Weltverband ITTF beschlossen. Er lässt nun bunte Beläge auf Schlägern zu, womit man den Nachwuchs anziehen will. Auch über die Farbe des Balles macht man sich derzeit Gedanken. Er könnte gelb werden.
ZWEIBRÜCKEN. „Das Spiel verändert sich ja nicht“, sagt Walter Morgenthaler von den BTTF Zweibrücken (Bickenalbtaler Tischtennis Freunde). Im Spiel mit bunten Bällen sieht weder Vor- noch Nachteile. „Das ist absoluter Quatsch, da wird es einen Zwiespalt in der Tischtenniswelt geben“, sagt hingegen Jonas Simon vom kürzlich in den Kreisliga aufgestiegenen TV Ixheim.
Schuld an dem Aufruhr ist, dass den Tischtennisspielern nach einem Antrag des Landesverbandes aus Hongkong nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ein zusätzlich, buntes, Angebot aufgetischt wird. Die schwarze Belagfarbe auf einer Seite des Schlägers ist dann nach dem ITTF weiter Pflicht, jedoch beschloss der Dachverband des Tischtennissport bei der diesjährigen Weltmeisterschaften in Ungarns Metropole Budapest, dass künftig nicht nur rote, sondern auch andere Farben zulässig sind. Die Farbwahl wird aber eingeschränkt. Sie darf nicht schwarz oder ähnlich dunkel sein und nicht die Farbe des Spielballs haben.
Bunte Schläger ab 2020 erlaubt
Bis in die 80er Jahre gab es allerhand Regeln. Erst 1986 änderte der ITTF die Statuen in Sachen Schläger: eine Seite ist rot, eine schwarz. Diese Vorgaben wurden 1988 vom Deutschen Tischtennisbund übernommen. Sie gelten bis Sommer 2020.
Von 1960 bis 1985 war einiges erlaubt, dann verboten und schließlich anders geregelt worden. So waren gleichfarbige Beläge auf beiden Schlägerseiten erlaubt, was zu Problemen führte, wenn ein Spieler Störbeläge, sogenanntes Material, mit verschiedenen Eigenschaften nutzte. Da h war es dem Gegner nicht mehr möglich, zu erkennen, welche Rotation oder auch welcher Spin auf ihn zukommt. Die Folge: Die Schlagbewegung wurde falsch angesetzt, die Punkte gingen an den Gegner.
Zwar konnten die Akteure am Klang des Belages einschätzen, was auf sie zukam, doch dies konnte der Spieler mit den gleichfarbigen Beläge verhindern. Ein Stampfen auf den Boden, was mancher Spieler wie ein Urzeitreflex in sein Spiel einbaut, sorgte auch dafür, dass der Gegner den Ball nicht richtig hörte.
Gelbe Bälle im Test
Dass junge Spieler mit dem Tischtennis beginnen, nur weil der Belag bunt ist, bezweifeln viele. „Ich denke nicht, dass mehr anfangen. Das hängt nicht an der Farbe des Belags. Am besten bleibt alles so, wie es ist“, sagt Christian Becker, Vorsitzender und Pfalzliga-Spieler des TTC Riedelberg. „Vielleicht werden Kleinkinder von drei bis sechs Jahren eher anfangen“, sagt Simon.
Auch bei der Farbe der Bälle soll sich in Zukunft etwas ändern. Aktuell sind nur weiße und orangefarbene Bälle zugelassen. Das Equipment-Komitee testet die Eigenschaften von gelben Bällen, die man besser sehen kann. Auch hier soll der gelbe Ball nur eine Ergänzung zur bisherigen Farbpalette sein.
Jeder hat andere Bälle
„Es ist eine Katastrophe mit den Bällen“, wettert Tischtennisspieler Christian Becker und spielt damit auf die Umstellung von Zelluloidball auf Plastikball an. Ein womöglich gelber Ball wäre eine neuerliche Umstellung. Anders sieht dies der Ixheimer Simon: „Ob Gelb oder Orange ist dann auch nicht schlimm. Das hat keine Auswirkung.“
„Egal wo man hinkommt, überall werden andere Bälle gespielt. Aber jeder Ball hat andere Eigenschaften“, sagt Becker. Er zielt auf den unterschiedlichen Absprung und das unterschiedliche Handling beim Schlagen ab. Ein gelber Ball ist ihm nicht recht, denn er befürchtet, dass der gelbe Ball wieder anders zu handeln ist.