Handball
Kopflose Schlussphase kostet Oberliga-Herren der VTZ Punkte gegen Dansenbergs Zweite
Wer am Sonntag auf das Spielfeld in der Westpfalzhalle schaute, fühlte sich ein bisschen an Klassentreffen und gute alte VTZ-Zeiten erinnert: Steffen Kiefer trifft zum 1:0. Allerdings für den TuS KL-Dansenberg II. Raimonds Trifanovs gleicht zum 1:1 für die VT Zweibrücken-Saarpfalz aus. Bis 2015 spielten die beiden – Kiefer Jahrgang 1987, Trifanovs Jahrgang 1986 – noch gemeinsam für die VTZ, wurden Oberliga-Meister, stiegen zusammen in die Dritte Liga auf. Am Sonntag versuchten beide, ihren Teams zu wichtigen Punkten im Abstiegskampf zu verhelfen. Kiefer war dabei der Erfolgreichere. Mit 27:29 (14:16) verlor die VTZ ihr letztes Oberliga-Heimspiel des Jahres gegen den TuS, der in der Tabelle an der VTZ vorbeizog.
Klassentreffen in unterschiedlichen Trikots
„Ja schade, aber wie lange haben wir kein Tor geworfen?“, fragte Trifanovs. Siebeneinhalb Minuten vor dem Ende hatte der nach wie vor mit viel Eleganz und Übersicht spielende Rückraumspieler das 27:24 erzielt. Trotz eines Fingers, den er sich in den 60 Minuten dreimal auskugelte. VTZ-Trainer Marek Galla drückte ihn immer wieder rein. Aber die Minuten, die Trifanovs nicht spielen konnte, weil er verletzt auf der Bank saß, waren mit spielentscheidend. Überhastet, planlos wurde da teilweise abgeschlossen, wenn er fehlte. Und mit Markus Seitz stand in der Schlussphase ein erfahrener ehemaliger Drittliga-Torwart zwischen den TuS-Pfosten, der unter anderem Robin von Lauppert und Julian Kreis entscheidende Würfe wegnahm.
Im Gegenzug sagte Marc Philipp Becker mit zwei blitzsauberen Toren von der linken Außenbahn danke – von dort hatte er in der Vorwoche auch den entscheidenden Treffer zum Remis gegen den SV 64 Zweibrücken versenkt – und erzielte unter anderem das 29. Tor für den TuS.
Kraucevicius stabilisiert die Zweibrücker Abwehr
„War schön, mal wieder hier zu sein“, freute sich Steffen Kiefer. Und er war froh, „dass das mit dem Torewerfen jetzt wieder besser klappt“. Siebenmal netzte er ein, so oft wie Trifanovs, der zum vorerst letzten Mal im VTZ-Trikot in der Westpfalzhalle auflief. Bis Weihnachten gilt seine Zusage auszuhelfen. Zwei Auswärtsspiele stehen noch an. Trifanovs glänzte nicht nur als Torschütze, sondern auch als Torvorbereiter.
Noch ein anderer stellte sich in den Dienst der VTZ-Mannschaft: Tomas Kraucevicius. In der Woche vor dem Illtal-Spiel habe er Spritzen bekommen, die geholfen haben. Zum ersten Mal seit Monaten „konnte ich wieder durchschlafen“, sagte Kraucevicius. Dem Vollbluthandballer ging es besser, und es zog ihn sofort, trotz Bandscheibenvorfall, aufs Spielfeld zurück. Der Test in Illtal verlief erfolgreich. „Es ging danach ganz gut“, sagte er und stand auch am Sonntag wieder auf dem Feld, stabilisierte die Abwehr und konnte doch nicht verhindern, dass der TuS die Punkte mitnahm.
Galla: Haben am Ende Entscheidung zu früh gesucht
„Jetzt bin ich zufrieden“, sagte der neue Dansenberger Trainer Theo Megalooiknomou nach dem Abpfiff. Zur Halbzeit sei er das, trotz Führung, nicht gewesen. „14 Gegentore in einer Halbzeit, das ist mir zuviel. Für mich ist entscheidend, wie wir Abwehr spielen“, skizzierte er, worauf er seit seinem Amtsantritt Wert legt. 4:2 Punkte holte sein Team in drei Spielen unter seiner Regie.
2:2 Zähler lautet die Bilanz von VTZ-Interimscoach Marek Galla, für den die Partie am Sonntag „enttäuschend verlief“. Vor allem die Schlussphase ärgerte ihn. Nachdem Pascal Glöckner Norman Dentzer im Tor abgelöst und mit drei Paraden den Grundstein legte, dass die VTZ die Führung übernahm, „nehmen wir uns vor, vorne lange Angriffe zu spielen, sicher zu spielen. Aber dann schließen wir viel zu oft überhastet ab, suchen die Entscheidung viel zu früh“, bemängelte er. So kippte ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf doch noch zuungunsten der VTZ.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Glöckner, Dentzer (27. - 48.) - Kraucevicius (2), von Lauppert (6/2), Trifanovs (7) - Graff, Michel - Rifel (1) – Rolshausen (6/5), Belhadi (2), Kreis (2), Stauch (1)
TuS KL-Dansenberg 2: Norman Becker, Markus Seitz (34. - 60.) - Kiefer (7), Kölsch (7), Bechtel (1/1) - Kötz (2), Marc Philipp Becker (2) - Theuer – Hofmann (1), Christopher Seitz (4), Jung (5/1), Linnenbach
Spielfilm: 7:7 (15.), 11:11 (23.), 14:16 (Halbzeit), 19:19 (36.), 23:24 (47.), 27:24 (53.), 27:29 (Ende) - Zeitstrafen: 1:2 - Siebenmeter: 8/7 - 2/2 - Beste Spieler: Trifanovs, Rifel - Kölsch, Kiefer - Zuschauer: 135 - Schiedsrichter: Stadelmeier/Antosch (Gonsenheim).