Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kommt weiteres Geld vom Land, um Wohngegenden aufzupäppeln?

Der Quartierstreff hat seine Arbeit aufgenommen. Die Eröffnungsfeier steht aber noch aus.
Der Quartierstreff hat seine Arbeit aufgenommen. Die Eröffnungsfeier steht aber noch aus.

Im Breitwiesen-Quartier hat sich in den vergangenen Jahren vieles getan, das die Wohngegend schöner macht. Das Programm soll fortgesetzt werden. Auch für Bubenhausen.

Zweibrücken nimmt am Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ teil. Fördermillionen von Bund und Land sollen Maßnahmen finanzieren, die die Wohngegend in den Breitwiesen lebenswerter machen und den Zusammenhalt unter den Bewohnern stärken. Unter anderem hat dort ein Quartierstreff als Begegnungsstätte die Arbeit aufgenommen. Die Fußgängerunterführung Masuren-/Schwalbenstraße wurde mit hellerer Beleuchtung und künstlerischer Wandbemalung ausgestattet. Ein Spielplatz mit Senioren-Fitnessanlage an der Grundschule stößt auf gute Resonanz. Möglichkeiten zur Begegnung zwischen den Generationen wurden auch in Räumen der Kindertagesstätte Sonnenschein geschaffen.

An solche Erfolge, die man im Bereich Breitwiesen/Hornbachufer aus dem Programm „Soziale Stadt“ bereits erzielt habe, erinnerte der Stadtplaner Sven Fries vom gleichnamigen Speyerer Beratungsbüro am Mittwochabend den Zweibrücker Stadtrat. Seit 2016 habe man bislang drei Millionen Euro in die Breitwiesen investiert. Geld, das zu 90 Prozent aus dem Fördertopf und zu einem Zehntel aus städtischen Eigenmitteln fließt. Insgesamt habe das Städtebauförderprojekt ein Volumen von knapp neun Millionen Euro.

Mit überarbeitetem Konzept weitere Gelder loseisen

„Das Förderprogramm ist auf zwölf Jahre Laufzeit angelegt“, sagte Fries, dass man von dieser Zeitspanne inzwischen die Halbzeit überschritten habe. Jetzt sei sein Büro dabei, ein überarbeitetes Konzept mit Initiativen zusammenzustellen, mit dem man den restlichen Förderzeitraum bis zum Ende des Jahrzehnts angehen wolle. „Für die Förderung neuer Vorhaben können wir noch drei, vier Jahre lang Anträge stellen“, erklärte Fries. Damit Zweibrücken an weitere Gelder von Bund und Land herankommt, müsse man aber „ein stabiles fortgeschriebenes Konzept vorlegen“.

In der Fußgängerunterführung Masuren-/Schwalbenstraße ist es jetzt helle. Die Wände wurden künstlerisch bemalt.
In der Fußgängerunterführung Masuren-/Schwalbenstraße ist es jetzt helle. Die Wände wurden künstlerisch bemalt.

An diesem wird seit einigen Monaten gefeilt. Im November 2022 trafen sich Vertreter von Bau- und Sozialamt, vom Roten Kreuz und der Gewobau mit dem Büro Fries zu einem Workshop, um Ideen für die Breitwiesen zu sammeln. Sein Büro, so sagte Sven Fries am Mittwochabend, werde nun ein detailliertes Konzept ausarbeiten und dem Stadtrat im Mai zur Genehmigung vorlegen. „Bis dahin können wir alle daran weiter mitarbeiten“, sagte Bürgermeister Christian Gauf im Rat. Um die Chancen auf Bewilligung des erhofften Geldsegens zu erhöhen, rät der Stadtplaner, dass man sich in der verbleibenden Förderphase „auf drei konkrete Schwerpunktthemen konzentrieren“ möge. Fries regte die drei Ressorts „Quartiere mit besonderen Herausforderungen“, „Schlachthofstraße mit Parkplatz und Freizeitareal“ und „Ortsmitte Bubenhausen“ an: Dort werde die Friedrich-Ebert-Straße Tag für Tag von mehr als 6000 Fahrzeugen passiert; längst habe der Platz in der Ortsmitte seine Aufenthaltsqualität und die Funktion als Treffpunkt verloren. Sven Fries berichtete von Bubenhauser Bürgern, die sagen, dass sie „ihre Ortsmitte zurückwollen“. Dies könne mit verkehrsberuhigenden Umbauten und einer Neugestaltung des Platzes verwirklicht werden. Sein Büro habe zu diesem Zweck Fachleute mit ins Boot genommen, die auf Verkehrsplanung spezialisiert sind.

„Unter rheinland-pfälzischen Kommunen vorne mit dabei“

Ratsmitglied Thorsten Gries (SPD) äußerte die Befürchtung, dass die Stadt Zweibrücken zur Mitte der Förderperiode mit alldem „schon ein bisschen spät dran“ sei. Sven Fries sieht das anders: „Unter den rund 25 Kommunen in ganz Rheinland-Pfalz, die an diesem Programm teilnehmen, sind wir ganz vorne mit dabei. Wir haben schon viel mehr konkrete Projekte umgesetzt als andere. Und mit dem Quartierstreff haben wir gegenüber den Behörden, die die Fördergelder bewilligen, schon ein echtes Ausrufezeichen gesetzt.“ Dass das Quartierstreff nicht aus der „Sozialen Stadt“, sondern aus anderen Fördertöpfen finanziert worden ist, spiele dabei keine Rolle. Übrigens soll die noch ausstehende offizielle Eröffnungsfeier dieser Einrichtung demnächst über die Bühne gehen.

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