Fussballspiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Kleinsteinhausens quirliger Spielgestalter Fagan Aliyev

Kleinsteinhausens quirliger Spielgestalter Fagan Aliyev (links, hier gegen Ixheims Julian Dilger, in der Mitte FCK-Spieler Negjm
Kleinsteinhausens quirliger Spielgestalter Fagan Aliyev (links, hier gegen Ixheims Julian Dilger, in der Mitte FCK-Spieler Negjmedin Quela) brachte die Ixheimer ein ums andere Mal ins Schwimmen.

Der Aserbaidschaner Fagan Aliyev spielt erst seit der Winterpause für den FC Kleinsteinhausen. Das Remis im Top-Spiel gegen den SV Ixheim konnte er zwar nicht verhindern. Aber der FH-Student in Zweibrücken ist eine klassische Nummer „10“, spielte in seinem Heimatland sogar mal für die Jugend-Nationalmannschaft. Ein Tausch im Spaß führt zu einer modischen Besonderheit.

Mit einem 2:2 (1:1)-Unentschieden endete am Spätnachmittag des Muttertages das Top-Spiel der C-Klasse-Aufstiegsrunde zwischen dem FC Kleinsteinhausen und dem SV Ixheim. Ixheim ging in Führung, die Gastgeber drehten die Partie zu einer 2:1-Führung, bevor SVI-Spielertrainer Sven Heilmann in der Nachspielzeit den Ausgleich köpfte. Lachender Dritter ist an diesem Spieltag die SG Knopp/Wiesbach II, die durch den 6:1-Sieg bei der SG Pirmasens mit nun 21 Punkten näher ans Spitzenduo (je 23) herangerückt ist.

In der neunten Minuten hatten die nach Kleinsteinhausen mitgereisten Ixheimer Anhänger unter den 100 Zuschauern den Jubelschrei schon auf den Lippen. SVI-Stürmer Marcel Hahn zielte bei seinem Kopfball aber zu genau, der Ball sprang vom Innenpfosten zurück in die Arme des FCK-Torwarts Frank Freyer. Christopher Baer, den alle nur „Teddy“ rufen, ist mit seinen 1,70 Meter Körpergröße nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt. Dennoch schraubte er sich kurz darauf in die Luft und versenkte die Kugel zum Auswärtstor für den Tabellenersten (17).

FCK braucht den Wachrüttler

Die Kleinsteinhauser Mannschaft, bis dahin noch überhaupt nicht auf dem eigenen Sportplatz angekommen, brauchte diesen Wachrüttler anscheinend. Denn ab da begann sie mit dem Fußballspielen. Besonders die Kombination Dominik Stegner, Mohamed Abdellahi, Franzo Giunta und Fagan Aliyev erwies sich als kämpferisch und spielfreudig.

Gerade Aliyev machte ein tolles Spiel. Er trug die Rückennummer „10“ nicht nur als seine Lieblingszahl spazieren, sondern verkörpert auch einen echten Spielmacher. Schnelle Körpertäuschungen, kurze Richtungswechsel, hier ein Haken, da ein Haken und den Kopf wieder nach oben, den nächsten freien Mann suchen – seinetwegen gerieten die Ixheimer ein ums andere Mal ins Schwimmen. Dabei fiel der Techniker nicht nur durch sein Fußballkönnen auf, auch sein Schuhwerk stach heraus. Der Mittelfeldspieler trägt an jedem Fuß eine andere Farbe – links grün und rechts pink. „Ich trage die nicht wegen einer Rechts-links-Schwäche, das kann ich gut unterscheiden“, antwortet er lachend auf die RHEINPFALZ-Frage nach dem Warum. Er habe sie mit einem Freund getauscht, einfach so zum Spaß.

Viele Nickeligkeiten im Top-Spiel

Dass er in Kleinsteinhausen das Spiel lenkt, ist seit der Winterpause so. Er kam wie einige weitere Kollegen vom abgemeldeten SC Winterbach. Beim kleinen FCK gefällt es ihm sehr gut. Er ist prima in die Gruppe integriert, auch wenn er noch sehr wenig Deutsch versteht und vieles auf Englisch stattfindet. „Ich komme aus Aserbaidschan und studiere in Zweibrücken an der Hochschule Financial Management“, sagt der Spielgestalter. Die Position bekleidet er schon seit frühester Jugend, auch in seiner Heimat, wo er sogar mal in der Jugendnationalmannschaft gekickt hat.

„Das Spiel heute hätte wir gewinnen müssen, meine beiden Konterchancen waren nie und nimmer Abseits“, haderte er nach Spielschluss mit Entscheidungen des Schiedsrichters. Da war er nicht der einzige. Mit einigen merkwürdigen Entscheidungen und zu spätem Durchgreifen bei Foulspielen trug Karl-Heinz Braun dazu bei, dass die Partie mit sehr vielen Nickeligkeiten, verdeckten Fouls und Trikotzupfern hektisch wurde. Beide Trainer wollten sich hernach nicht öffentlich zur Leistung des Referees äußern.

Heilmann kein Heilsbringer

Für FCK-Coach Bernd Utzinger ging das Remis in Ordnung. „Ixheim hatte in der zweiten Hälfte sicher mehr Spielanteile, wir dafür die besseren Chancen.“ Am Ende habe einfach die Qualität gefehlt, die 2:1-Führung zu halten. Denn mit welchen Spielstil der SVI auf den FCK zukam, „das wussten wir“, meinte er. „Aber wenn du zwei, drei Verletzte hast, ist das mit dem dünnen Kader einfach schwer aufzufangen.“

SVI-Spielertrainer Sven Heilmann wollte sich wegen des eines späten Punktes nicht als Heilsbringer sehen. Auch wenn er das richtige Näschen hatte, sich selbst einwechselte und in der Nachspielzeit noch den Ausgleich köpfte. „Es war halt nur ein Unentschieden und kein Sieg“, sagte er. „Wir behalten die Tabellenführung und alles in eigener Hand. Es war aber unser schlechtestes der bisherigen fünf Aufstiegsspiele.“ Mit Moral und Einsatz war er dafür zufrieden.

So spielten sie

FC Kleinsteinhausen: Freyer - Ratzke, Busse (23. Marz), Peters (60. Dullisch), Sprau - Stegner, Abbosh, Alves (46. Haile), Aliyev, Abdellahi - Giunta (70. Quela, 86. Motsch)

SV Ixheim: Hunsicker - Ewald, Neuner, Dilger - Maurer (36. Stegner), Baer, Strass, Emser (26. Lampert, 56. Saciri), Schön, Saciri (46. Maurer, 80. Heilmann) - Hahn

Tore: 0:1 Baer (17.), 1:1 Giunta (28.), 2:1 Haile (77.), 2:2 Heilmann (90.+2) - Gelbe Karten: Ratzke, Stegner - Neuner - Beste Spieler: Giunta, Aliyev, Stegner - Hunsicker, Strass - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Braun (Wahnwegen).

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