Zweibrücken
Jetzt können auch Zweibeiner im Gestüt übernachten
Aus der ehemaligen Dienstwohnung des Stallmeisters ist eine Ferienwohnung geworden, in der sechs Gäste Platz finden. Beim Dressurturnier am vergangenen Wochenende war die Ferienwohnung im Landgestüt erstmals vermietet. Am Wochenende bei der großen Pferdegala wird sie erneut belegt sein. „Wohnen im Kulturgut Zweibrücker Landgestüt“, sagt Maren Müller, die Geschäftsführerin der Landgestüts-Betreibergesellschaft, zufrieden. 100 Quadratmeter groß ist die ehemalige Dienstwohnung im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes. Schon beim Öffnen der Tür fällt der Holzboden ins Auge. Die uralten Dielen schlummerten Jahrzehnte unter Linoleum. In mühsamer Handarbeit befreite das Landgestütsteam den Boden von Linoleum und Kleberesten, dann wurden die Dielen aufbereitet. Jetzt tragen sie zum besonderen Flair der hohen Räume bei. Bis zu sechs Personen können in der Wohnung übernachten.
Der Bezirksverband Pfalz hat bei der Renovierung finanziell mitgeholfen, die Elektrik und die Heizung wurden erneuert. Die Räume sind geschmackvoll eingerichtet und passend dekoriert. Pferdemotive des Zweibrücker Künstlers Peter Schaumburger zieren die Wände, Fotos der vierbeinigen Vererber des Landgestüts sind zu sehen.
Im Moment läuft die Vermietung der Ferienwohnung über die Geschäftsführerin. Denn die Wohnung hat noch einen Mangel: die alten Fenster. Sie müssen dringend ausgetauscht werden, das soll bis zum Jahresende geschehen. „Ich spreche das Problem mit den Fenstern im Vorfeld an, dann kann man mögliche Kritik abpuffern. Wenn die neuen Fenster da sind, kann man die Wohnung besser vermarkten“, bemerkt Müller.
Die Ferienwohnung – zwei Personen zahlen pro Nacht 90 Euro – ist ein weiteres finanzielles Standbein für das nicht auf Rosen gebettete Landgestüt. „Wir sind auf einem guten Weg, wenn man sich die Jahresabschlusse anschaut“, bemerkt Müller und spricht von einer schwarzen Null als wirtschaftlichem Ziel. Das Landgestüt ist auch von den gestiegenen Energiekosten, der Inflation und der Teuerung im Baubereich betroffen. So wurde die Erneuerung des Abreiteplatzes erst mal verschoben. „Das wäre mit sehr viel Geld verbunden. Es ist sinnvoller, andere Sachen vorzuziehen“, bemerkt die Gestütsleiterin. Die Erneuerung der Fenster ist ein dringendes Projekt, ein anderes die Neugestaltung des Innenhofs zwischen kleiner und großer Reithalle.
Tag der offenen Tür im Juli
Die gestiegenen Kosten machen sich auch bei den Veranstaltungen bemerkbar. „Wir haben in diesem Bereich einen Teil der Mehrkosten umgelegt“, sagt Müller. Die Preissteigerungen und der höhere Mindestlohn haben dazu geführt, dass die Boxenmiete für Pferdebesitzer im Gestüt gestiegen ist. „Wir mussten erhöhen. Aber es hat andere viel härter getroffen, das sieht man an den vielen Nachfragen, die wir nach Boxen haben“, erzählt sie. Müller freut sich, dass jetzt wieder Großveranstaltungen möglich sind. Dann soll auch der Bürgerfonds, über den sich die Bevölkerung am Landgestüt beteiligen kann, stärker beworben werden. Eine Gelegenheit dazu bietet der Tag der offenen Tür am 9. Juli.