Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Im Dezember soll der weiße Ball in der Pfalz wieder fliegen

Das war bisher schon Realität im Spieltrieb: Schiedsrichter, wie hier Julia Dieter vom Oberligisten TTC Riedelberg, agieren mit
Das war bisher schon Realität im Spieltrieb: Schiedsrichter, wie hier Julia Dieter vom Oberligisten TTC Riedelberg, agieren mit Maske und Handschuhen. Seit Montag ist die Tischtennis-Spielrunde deutschlandweit ab der Regionalliga abwärts aber ausgesetzt – wie in allen anderen Sportarten.

Tischtennis: Die ausgeklügelten Hygienekonzepte der Vereine haben auch den Rückschlagsport nicht vor dem erneuten Lockdown bewahren können. Während der deutsche Dachverband allerdings den Spielbetrieb der Regional- und Oberligen schon vorsorglich zurechtgestutzt hat, hofft man in der Pfalz noch auf einen Wiederbeginn vor Weihnachten. Die Unterbrechung ist allein wegen etlicher Spieler in Risikogruppen schon sinnvoll.

Ab Montag ist der Tischtennisbetrieb von der Regionalliga abwärts im gesamten Bundesgebiet ausgesetzt. Während der Pfälzische Tischtennis-Verband PTTV) die Saison bereits am Donnerstag unterbrochen hatte, ließ der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) noch bis Sonntag Bälle über die Platte fliegen. Die Spieler der Region bringen viel Verständnis für die Entscheidung auf.

Der DTTB hat am Freitag beschlossen, die Saison der Regional- und Oberligen ab dem 2. November zu unterbrechen. Am vergangenen Wochenende durften aber noch Partien ausgetragen werden. Denn die Unterbrechung, die maßgeblich mit den jüngsten Beschlüssen der Regierungen von Bund und Ländern zusammenhängen, wirkt erst ab dem 2. November und dauert bis 30. November an. Ausgenommen sind bisher die Bundesligen. Derzeit läuft eine Anfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an die Sportminister, ob hier mit einem strengen Hygienekonzept und ohne Zuschauer weitergespielt werden darf.

Einfachrunde in der Oberliga

Da alle anderen Ligen – darunter fallen auch die Regional- und Oberligen – nicht zum Profisport gehören, müssen sie im November pausieren. Zudem teilt der deutsche Dachverband mit, dass die hier normal zu spielende Hauptrunde (anstelle einer Austragung mit Vor- und Rückrunde) auf eine einfache Runde reduziert wird.

In den vorangegangenen Tagen bestand große Unsicherheit bei den Oberliga-Damen des TTC Riedelberg. „Wir haben uns schon gefragt, ob wir spielen sollen“, meinte Denise Bicha aus Pirmasens noch Tage vor dem Spiel. Als in Kaiserslautern dann jedoch die Halle gesperrt wurden, wurde dem TTC-Team die Entscheidung faktisch abgenommen, ob es bei der zweiten Garde der TSG antreten soll. Die Partie wurden vom Klassenleiter abgesetzt.

Unsicherheit bei den Riedelberger Damen

Ein großes Stoppschild prangt derweil auf der Seite des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes (PTTV). Der PTTV hatte sich dazu entschlossen, den Ligen- und Pokalspielbetrieb wegen der Corona-Pandemie – wie viele andere Sportarten – vorerst zu unterbrechen. Die Saison wird zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht komplett abgebrochen. Der Spielbetrieb wurde einstweilen mal bis Ende November gestoppt.

Laura Molter von den Damen des Pfalz-Erstligisten BTTF Zweibrücken ist geteilter Meinung hinsichtlich der Entscheidung. Sie findet es einerseits schade, dass nach wenigen Spielen schon wieder unterbrochen wird. „Wir hatten die Vorgaben, wie man sich verhalten soll. Und in der Halle hatte man während der Pausen ja immer genug Abstand“, sagt sie bedauernd, hofft aber, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde. „Auf der anderen Seite finde ich es gut, um die Infektionszahlen wieder in Griff zu bekommen und dann die Runde zu Ende führen zu können“, sagt sie weiter. „Klar, ist das schade, aber aufgrund der Situation absolut gerechtfertigt und sinnvoll“, bestätigt auch Amelie Klein von den Pfalzliga-Damen des TTC Mittelbach.

Viele Spieler in Risikogruppen

Beim Pfalzverband heißt es zur Begründung, dass wegen der dramatisch steigenden Infektionszahlen bei Covid-19 sowie der neuesten Bestimmungen in Rheinland-Pfalz keine andere Wahl geblieben sei, als die Wettbewerbe auszusetzen. Auch das Stützpunkttraining wird abgesagt. „Wir hoffen die Vorrunde danach noch zu Ende spielen zu können“, teilt PTTV-Präsident Heiner Kronemeyer mit. Andere Landesverbände wie Westfalen haben sich bereits dazu entschlossen, den Spielbetrieb im Jahr 2020 gar mehr aufzunehmen.

„Das Unterbrechen war unvermeidlich. Es kann wegen der Verordnungen gar nicht mehr gespielt werden“, sagt Sportwart Sebastian Kranitz vom Bezirk Westpfalz Süd. Er musste Kranitz im Laufe der vergangenen Woche schon mehr und mehr Spiele in den Bezirksspielklassen absetzen. Kurz vor dem Abbruch am Donnerstag waren bis auf drei Partien allen übrigen abgesagt. „Ich kann verstehen, dass viele sich in dieser Situation nicht mehr wohl oder sicher gefühlt haben. Gerade weil wir doch viele Tischtennisspieler haben, die potenziell zur Risikogruppe gehören“, erklärt Denise Bicha von Oberligist TTC Riedelberg.

Ablauf vor Weihnachten offen

Konkret plant der PTTV, die Spielrunde ab Dezember fortzusetzen. Wie allerdings der weitere Ablauf aussieht, ist derzeit offen. Der Spielleiter der Pfalzliga, Sascha Lürtzener, hatte noch am Donnerstagabend alle Partien der Pfalzliga für dieses Wochenende abgesetzt, diese jedoch noch nicht neu terminiert.

„Es wird mit Sicherheit andere Meinungen geben. Tischtennis ist zwar nicht die gefährlichste Sportart, da es keinen Kontakt mit anderen Spielern gibt. Aber es gibt wichtigere Bereiche“, verweist Sebastian Kranitz darauf, dass es derzeit nicht gerade dringlich erscheint, Sport zu machen.

„Es ist trotzdem schade, uns wird schon etwas fehlen“, sagt er zur erneuten Unterbrechung einer Tischtennis-Runde. Kranitz selbst glaubt nicht daran, dass in diesem Jahr überhaupt noch mal Rundenspiele stattfinden. „Ich würde mir wünschen, dass wir so schnell wie möglich weiterspielen können. Natürlich sofern es mit Blick auf das Infektionsgeschehen vertretbar ist“, hofft dagegen Denise Bicha, die auch Bedenken wegen des gesamten Trainingsbetriebs hat, der ebenfalls untersagt wurde.

Kommentar

Etwas überhastet

Der Deutsche Tischtennis-Bund hätte für Regional- und Oberligen besser zwei, drei Szenarien vorbereitet. Zu spät und doch zu früh kam der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) mit seinen Entscheidungen: Erst am Freitag rang sich der Dachverband dazu durch, die Spiele in den Regional- und Oberligen ab dem 2. November bis Ende des Monats abzusetzen. Das war deutlich zu spät. Mit einigen wenigen ausgetragenen Partien jetzt am Wochenende wird das ohnehin ungleiche Tabellenbild noch schiefer und bekommt heftig Schlagseite.

Verfrüht allerdings ist die DTTB-Entscheidung, in Regional- und Oberligen nur noch eine Halbserie als Hauptrunde zu spielen. Das hätte der Dachverband auch später entscheiden können. Die Fußball-Regionalliga Südwest muss unter normalen Umständen 42 Spieltage bis zum Juni absolvieren, in der Tischtennis-Oberliga sind es nur 18. Englische Wochen wären hier mit einem ausgeklügelten Spielplan denkbar, ohnehin gibt es Doppelspieltage. Auch eine Saison ab dem Frühjahr wäre möglich gewesen.

Jedenfalls hätte das Präsidium des DTTB besser zwei, drei Szenarien vorbereitet – um dann letztlich ein Konzept festzuzurren und sich der jeweiligen Pandemie-Lage anzupassen.

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