Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bißbort-Festspiele im Finale des VG-Turniers in Thaleischweiler

Spannendes Finale: Hier versucht Rieschweilers Julien Homberg Weselbergs Torhüter Niklas Bold auszu spielen.
Spannendes Finale: Hier versucht Rieschweilers Julien Homberg Weselbergs Torhüter Niklas Bold auszu spielen. Foto: Seebald

Hallenfussball: „Ball rund, muss in Tor eckig.“ Die von Fußballtrainer Helmut Schulte (FC St. Pauli und Dynamo Dresden) aufgestellte Regel gilt auch fürs Kicken in der Halle. Beim sechsten Turnier der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gelang das der SG Rieschweiler I am besten.

Die Rieschweiler Erste verwies beim Turnier von Freitag bis Sonntag mit einem 5:4-Finalsieg den SC Weselberg auf den zweiten Platz. Turnierdritter wurde der FK Petersberg durch ein 2:1 im kleinen Finale gegen den TuS Maßweiler. Rund 700 Zuschauer erlebten am Sonntagabend mit, wie die SG Rieschweiler zunächst deutlich davonzog, dann aber noch um den Sieg bangen musste.

Die 20 Finalminuten könnte man mit „Lukas-Bißbort-Festspiele“ überschreiben. Der aus der A-Jugend-Regionaliga-Mannschaft des FK Pirmasens zum Verbandsligisten gewechselte Mittelfeldspieler brachte sein Team in der zweiten Spielminute in Führung, kurz darauf erhöhte Tim Weis auf 2:0. Der SC Weselberg, der mit einem größeren Kader als die SGR ins Finale ging, kam durch seinen ehemaligen Spielertrainer Attila Baum zum Anschlusstor. Weitere Weselberger Chancen entschärfte aber der junge Tim Rohr im Rieschweiler Kasten. Bei einem gefährlichen Schuss von Baum zeigte er beispielsweise eine tolle Fußabwehr.

Bißbort-Solo aus eigener Hälfte

Der 3:1-Treffer zum Halbzeitstand war wohl das schönste Tor des gesamten Turniers; eines, das Fußballästheten zum Niederknien hätte bringen können. In der eigenen Hälfte bekam Lukas Bißbort den Ball, er hielt ihn ganz eng am Fuß und legte ein Solo der Extraklasse hin. Bißbort umkurvte drei Gegenspieler, ließ auch noch den gegnerischen Keeper aussteigen und schoss platziert ein.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schlug der SGR-Spieler ein weiteres Mal zu, nach dem 5:1 durch Sven-Eric Mayer hätte man auf den SC Weselberg nicht mehr wirklich viel Geld gewettet. Doch die Mannschaft von Trainer Sebastian Schütz griff in die Taktikkiste: Schütz nahm den Torwart raus, Attila Baum streifte sich ein Leibchen über und wurde zum Keeper und fünften Feldspieler in Personalunion. Auf die Art erzeugte der SVW jede Menge Druck, kam durch Kevin Büchler, Timo Landoll und Nico Schauß zu drei weiteren Toren. In der Schlussphase stand SGR-Keeper Tim Rohr folglich oft im Brennpunkt, er hielt seiner Mannschaft den Turniersieg fest.

TuS Maßweiler belegt Platz vier

Nach den ersten Jubelarien äußerte sich SGR-Spielertrainer Christian Ohlinger. Nachdem Weselberg den fünften Feldspieler dazugenommen habe, sei es nicht mehr so gut gelaufen. „Das war dann schon knapp“, fand Ohlinger. Ein Weselberger Vorteil sei auch das Plus an Leuten gewesen, alles in allem habe sich Rieschweiler den Finalsieg aber verdient. Auch wegen der Spiele davor, die doch souverän gestaltet wurden. SCW-Coach Schütz war enttäuscht, auch wenn eine Finalteilnahme als solches schon ein Erfolg sei. „Aber dann will man auch gewinnen“, stellte er fest. Die sehr junge Rieschweiler Mannschaft habe ihre Sache gut gemacht, Schütz’ eigenes Team habe grundsätzlich besseren Einzelspieler.

Der von Christian Meier trainierte TuS Maßweiler hatte in seinem letzten Gruppenspiel der Endrunde sehr positiv überrascht, die klassenhöhere SG Knopp/Wiesbach mit 3:1 ausgeschaltet. Dadurch zog der TuS ins Spiel um Platz drei ein, gegen den FK Petersberg konnte die gute Leistung aber nicht wiederholt werden. Petersberg war permanent am Drücker ging schon in den Anfangsminuten durch Tore von Moritz Bohn und Nicolai Blauth mit 2:0 in Führung. Maßweilers Torsteher Michael Baumann, der im Spiel gegen Knopp/Wiesbach grandios gehalten hatte, lieferte wieder eine Top-Leistung ab, war bei den Petersberger Treffern machtlos.

Baumann bester Turnier-Keeper

Maßweilers Niklas Huber gelang kurz vor Schluss der Anschlusstreffer, mehr war für den TuS in dieser Partie nicht drin. Torwart Baumann durfte später allerdings die Trophäe für den besten Keeper des Turniers in Empfang nehmen. Lars Groth, Spielertrainer der SG Knopp/Wiesbach, und Habib Sokoli (SV Herschberg) wurden für ihre jeweils acht Treffer als beste Torschützen der Veranstaltung ausgezeichnet. Der Pokal für die fairste Mannschaft ging an die SG Thaleischweiler-Fröschen II. Das Bambini-Einlagespiel gewann die kleinen Kicker der SG Thaleischweiler-Fröschen mit 7:0 gegen die SG Rieschweiler.

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