Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel 1:2 – Bezirksligist SV Battweiler bietet im Kerwespiel von allem zu wenig

Maurice Böhr (rechts, hier gegen Fehrbachs Philip Ernst) war einer der wenigen Aktivposten im Battweiler Kerwespiel – aber ohne
Maurice Böhr (rechts, hier gegen Fehrbachs Philip Ernst) war einer der wenigen Aktivposten im Battweiler Kerwespiel – aber ohne Erfolg.

Die Gäste des FC Fehrbach erwiesen sich am Samstag im Kerwespiel in Battweiler als Spaßverderber. Auch, weil das Team des SV Battweiler keine rechte Spielidee hat.

Keine klare Spielidee, keine Gefahr bei Freistößen oder Eckbällen, häufig behäbiges Stückwerk und dem Gegner auch noch Geschenke auflegen: Die 1:2 (0:2)-Heimniederlage des SV Battweiler in der Bezirksliga Westpfalz war ein Sinnbild für die Spielzeit bisher. Der FC Fehrbach nahm im Kerwespiel am Samstagabend die Zuwendungen dankend an und brachte sie über die Zeit.

Flutlicht, Kerwekulisse, erstes Spiel in neuen Trikots – eigentlich war alles vorbereitet für einen tollen Fußballabend in Battweiler. Es winkte für die Gastgeber zudem die Möglichkeit, mit einem Dreier in der Tabelle endlich mal über die rotmarkierten Abstiegsplätze zu springen.

Battweiler im Spielaufbau zu behäbig

Die Gäste aus Fehrbach wollten hingegen Partycrasher sein, um ihrerseits mit dem zweiten Sieg in Folge aus dem Tabellenkeller rauszufinden. Ein Kopfball von Fehrbachs Torben Pokluda (4.) verfehlte nur knapp das Gehäuse. 120 Sekunden danach die erste SVB-Torchance: Der verdeckte Schuss von Fabian May im Strafraum-Getümmel wurde kurz vor der Linie geklärt. Ab da verflog zumindest beim SVB der Offensivschwung. „Warum parken wir hinten?“, fragte Trainer Daniel Lenhard, von der Außenlinie coachend, diesbezüglich seine nicht nachrückenden Spieler.

Zu behäbig und zu kompliziert gestalteten die Hausherren den Spielaufbau. Bei einer Ecke spielten die SVB-Abwehrspieler dann Statisten. Niklas Hoffmann fiel der Ball vor die Füße, die Gelegenheit nutzte er zur Gästeführung (22.). Neun Minuten danach traf Sven Sewohl die falsche Entscheidung. Statt auf die linke Seite zum völlig freistehenden und winkenden Maurice Böhr zu spielen, schlug der Innenverteidiger eine ungefährliche, halbhohe Flanke ins Zentrum zum Gegner. Über drei Stationen lief der folgende FC-Konter, den Raven Stoppel am zweiten Pfosten lässig zum 2:0 einschob.

Auch Aktivposten Böhr gelingt nichts Zählbares

Nach der Pause kamen die Gäste mit einer zurückhaltenden Taktik zurück aufs Feld. SVB-Schlussmann Jonas Weisenstein hatte in Durchgang zwei fast nur Ballberührungen, wenn er mit einem Rückpass angespielt wurde. Einer, der sich im behäbigen Aufbauspiel des SVB aufrieb, immer wieder hoffnungsvoll die Arme in die Luft hob, um zu zeigen wie frei er gerade steht, sie aber nach verpassten oder verpatzten Spielsituationen enttäuscht fallen ließ, war Maurice Böhr. Trotz seiner Auffälligkeit konnte er sich im von Stückwerk gekennzeichneten Fußballspiel aber nie selbst erfolgreich in Szene setzen. So auch in der 84. Minute: Böhr geht am Außenverteidiger vorbei, zieht mit dem Ball in die Mitte. An der Strafraumgrenze lässt er zwei Abwehrspieler mit Körpertäuschungen aussteigen, doch anstatt im freien Schussfeld abzuziehen, entscheidet er sich für einen weiteren Haken. Und schon ist ein Fehrbacher Abwehrbein dazwischen, das den Ball wegschlägt.

„Das war von allem zu wenig. Wir verlieren die meisten Zweikämpfe, spielen dem Gegner den Ball in den Fuß, bekommen keine zweiten Bälle, verteilen andauernd Geschenke. Dann brauchen die nur noch Beton anzurühren“, sagte der offensive Mittelfeldspieler nach Spielschluss enttäuscht und auch etwas ratlos. „Das Gefühl, dass die ein drittes Tor machen, auch als wir aufgemacht haben, hatte ich nicht. Das hatte nichts mit Bezirksliga-Fußball zu tun“, urteilte SVB-Coach Daniel Lenhard in einer ersten Reaktion nach dem Schlusspfiff. „Andererseits hatte ich auch nicht den Eindruck, dass wir den Anschluss machen oder zumindest machen möchten. Da war keine Spielidee, eigentlich nichts.“

Später Anschlusstreffer hilft SVB nicht mehr

Ganz spät wurde es dann noch mal hektisch: Aus dem Nichts köpfte Pablo Geßner in der neunten Minute der Nachspielzeit einen Flugkopfball zum 1:2-Anschluss in die Maschen. FC-Torwart Jan Ohle zeigte in der nächsten Szene aber einmal mehr seine Flugkünste mit einer Glanzparade bei einem Böhr Weitschuss. Ein Remis wäre wohl nicht ganz unverdient gewesen. Aber vielleicht schärft die Niederlage auch die Sinne der SVB-Spieler, es in Zukunft wieder besser zu machen.

So spielten sie

SV Battweiler: Weisenstein - Lang, Fabian May (20. Teuscher), Sewohl, Lenhart - Janik May (56. Veit), Huber, Alcantara - Böhr, Geßner - Homberg (56. Lima)

FC Fehrbach: Ohle - Pokluda, Wick, Schaefer (86. Rindchen), Zimmermann - Ernst, Hoffmann (63. Christopher Lorett), Subal (60. Held), Bauer (75. Gruttke) - Jonas Lorett - Stoppel

Tore: 0:1 Hoffmann (22.), 0:2 Stoppel (31.), 1:2 Geßner (90.+9) - Gelbe Karten: keine - Rindchen, Stoppel - Beste Spieler: Böhr - Ernst, Wick, Jonas Lorett - Zuschauer: 220 - Schiedsrichter: Geisler (Stambach).

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