DUDENHOFEN
Tennis: Dudenhofen lässt nichts anbrennen
Strenge Regeln herrschen auf der Clubanlage in der Schillerstraße: Bereits kurz hinter dem Eingang zum Clubgelände erwartet die Besucher, fein säuberlich auf einem Partytisch ausgebreitet, ein Stapel Formulare zum Registrieren. Vor dem Clubhaus, am Platzbelegungssystem und in den Toiletten stehen Desinfektionsmittel bereit.
Umkleideräume und Duschen blieben ebenso gesperrt wie der Wirtschaftsraum. Wie der am Sonntag verantwortliche Hygienebeauftragte Stephan Hermann mitteilte, gelten diese Einschränkungen auch für den normalen Spiel- und Trainingsbetrieb.
Zu aufwendig
„Grundsätzlich müssten wir nach jedem Duschvorgang alles desinfizieren und einige weitere, schwierig umzusetzende Maßnahmen organisieren, wozu der Aufwand einfach zu groß wäre. Die Vereinsleitung hat sich deshalb für diese Maßnahmen entschieden“, teilte Hermann im RHEINPFALZ-Gespräch mit.
Nach einführenden Bemerkungen vor den beiden Mannschaften gab Hermann vier Einzel frei. Marc-Müller-Frey dominierte 6:1, 6:0 und sorgte für das 1:0, das Felix Pentzlin mit seinem 6:0, 6:2-Erfolg ausbaute. „Eine faire Partie, die Spaß gemacht hat, aber härter umkämpft war, als es das Ergebnis letztlich ausdrückt“, meinte der Matchwinner.
Christian Schranz für den TCD und sein BASF-Kontrahent boten klassisches Angriffstennis. Beide probierten es mit schnellen Bällen, meistens mit dem besseren Ende für den Einheimischen (6:2, 6:2).
Etwas Selbstkritik
Neben etwas Selbstkritik („Ich produzierte einfach zu viele Fehler“) fand Schranz auch einiges Positive: „Tolles Wetter, ein netter und sehr fairer Gegner sowie ein deutlicher Sieg, was will man mehr? Nur schade, dass die Geselligkeit etwas zu kurz kommt und das übliche gemeinsame Essen ausfällt.“
Stattdessen gab es tagsüber Brezeln, Laugenstangen, Bananen, Müsli-Riegel, Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke – allerdings nur auf Bestellung, nicht in Selbstbedienung.
Etwas Lehrgeld zahlte Tim Oppinger bei seinem ersten Medenrunden-Einsatz. 40:15 lag er häufig vorn. Zum Spielgewinn reichte es aber oft nicht. Übereifer, das Bemühen um den schnellen Punkt mit zahlreichen leichten Fehlern führten letztlich zum 2:6, 1:6.
Niederlage erklärt
„Trotzdem bin ich heute mit meinem Spiel nicht unzufrieden“ sagte Oppinger: „Routine und Erfahrung, die mir eben noch etwas fehlen, gaben den Ausschlag.“
Dass Corona den sportlichen Ehrgeiz keineswegs ausbremst, zeigten Marco Sofsky auf der Spitzenposition und Sebastian Thol auf drei. Nach 5:7, 6:2 gab Sofsky in einer ansehnlichen, von schnellen Ballwechseln geprägten Auseinandersetzung den Champions-Tiebreak ab.
„Ich finde es einfach nur gut, dass wir trotz dieser Krise unseren Wettkampfsport ausüben dürfen“, teilte er mit: „Beeinträchtigt fühle ich mich überhaupt nicht. Denn das Infektionsrisiko auf dem Spielfeld ist bei dem großen Abstand gleich null. Wenn es in diesem Jahr auch nicht um Auf- oder Abstieg geht, können wir doch Bonuspunkte für die Leistungsklassen-Einstufung sammeln.“
Harter Kampf
Nach einer hart umkämpften, packenden Partie mit dramatischen Zügen in der Schlussphase, verließ Thol als 6:2, 5:7, 12:10-Sieger die rote Asche. Im Matchtiebreak führt der Einheimische 7:2, gerät dann mit risikoreichem Spiel 7:9 in Rückstand. Zwei Matchbälle wehrt er ab, um letztlich mit 12:10 das bessere Ende für sich zu behalten.
Ein Doppel benötigten die Platzherren zum Gesamtsieg. Sofsky/Thol holten dieses 6:3, 6:1. Schranz/Müller Frey gewann 6:2, 6:1. Pentzlin/Oppinger scheiterten 6:7, 6:7.