Motorsport RHEINPFALZ Plus Artikel Team Cuntz mit bislang bestem Wochenende

Jetzt geht’s los: Gleich fährt Timo Glock wieder auf Platz drei.
Jetzt geht’s los: Gleich fährt Timo Glock wieder auf Platz drei.

Die BMW des Speyerer Cuntz-Teams starten prächtig in die Saison. An jedem der zwei Renntage gewinnen sie einen Pokal. Ausgerechnet den Firmenchef erwischt das Pech. Dafür gibt es einen Emporkömmling.

Das BMW-Team Motorsport Cuntz aus Speyer hat bei den Goodyears Racing Days auf dem Hockenheim-Ring einen vielversprechenden Auftakt hingelegt. Am Ende hatte die Crew um Teamchef Niklas Martin in der Box allen Grund zur Freude. Dort blickten sie mit den Kopfhörern auf den Ohren stets in die aktuellen Datenübersichten auf den Bildschirmen und waren somit stets informiert, wie sich der Rennverlauf auf dem schnellen und 4,57 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs gestaltete.

Mittendrin befand sich auch Timo Scheider, der zweimalige DTM-Sieger aus Ahrweiler, der die Premiere seines Filius Loris ebenso wie Cuntz unterstützt. Dazu stand jeder Mechaniker mit seinem Piloten in Funkkontakt. Bei BMW 318ti-Cup sowie der BMW Challenge schnitt das Team so erfolgreich wie noch nie ab.

Der Regenexperte

Und das lag keinesfalls nur an dem Gaststart des Ex-Formel-1- und DTM-Piloten Timo Glock. Der 42 Jahre alte Odenwälder schaffte es erneut auf das Podium. Beim ersten Lauf, der bei einsetzendem Regen extreme Steuerkünste von den Piloten erforderte, belegte Glock Platz drei. Dabei profitierte er auch von einer Zeitstrafe von Sieger Sebastian Vollak, der ihn auf Rang acht zurückwarf.

Direkt dahinter folgte als Vierter Marco Grimm. Der 25-jährige Bauingenieur aus Schifferstadt erwies sich diesmal als die Entdeckung der Serie. Sensationell, wie der Pfälzer mit „Benzin im Blut“ mutig, noch in der letzten Runde an den Konkurrenten in einem waghalsigen Überholmanöver in der Kurve vorbeizog.

Familie strahlt

Da strahlten auch seine Mutter und seine Schwester Michelle im Fahrerlager. Vater Jürgen, der das Rennen als 37. Rang und damit zwei Plätze hinter Scheider beendete, nahm seinen Junior vor Freude in den Arm. „Es lief heute einfach fast alles perfekt. Ich habe mich voll auf meine Linie konzentriert, und gerade bei diesen Witterungsbedingungen und 55 Fahrzeugen auf der Strecke, war das auch nicht einfach“, sagte Grimm Junior.

Im zweiten Lauf bestätigte der BMW-Pilot seine glänzende Verfassung als Siebter. Er scheint im dritten Jahr im BMW 318ti-Cup anzukommen. Da gab es auch viel Lob von Glock, dem Vierten. „Das Podest war mein Ziel, deshalb kann ich auch zufrieden sein. Es hat wieder sehr viel Spaß mit diesem Team gemacht“, sagte Glock.

Star hadert

Dabei haderte Glock nach der Qualifikation noch mit dem Set Up, was dazu führte, dass die Cuntz-Crew nochmals Schwerstarbeit leistete. Das tat sie auch schon davor, nachdem ein Konkurrent Firmenchef Christian Schick in der BMW-Challenge von der Strecke drängte und der mit einem technischen Defekt in die Boxengasse rollte.

Das vorzeitige Aus sorgte zunächst für Frust, weil Schick in aussichtsreicher Position zum Podium fuhr. „Das ist sehr ärgerlich, gerade auch bei solch einem Heimspiel, wo die Familie und viele Freunde da sind“, meinte Schick mit Blick auf sein Fahrzeug, das gerade die Mechaniker nochmals unter die Lupe nehmen.

Wie Glock

Deutlich besser lief es am Sonntagvormittag beim zweiten Lauf. Schick reihte sich frühzeitig in die Spitze des Feldes ein und deutete erneut seine Ambitionen auf einen Podestplatz an. Und das schaffte er auch. Mit dem dritten Platz folgte er Glock und sicherte sich zugleich den zweiten Pokal für das Team.

Grimm (Schifferstadt) und Andreas Müss (Bad Dürkheim) feierten ebenso einen glänzenden Einstand in der Serie. Mit den Plätzen sechs und neun (Grimm) sowie sieben und zehn (Müss) deuteten sie bei ihrer Saison-Premiere an, dass noch viel Luft nach oben ist. „Es war für uns ein Rennwochenende, das unsere Erwartungen übertroffen hat. Niemand unserer Fahrer hat enttäuscht, wir sind überzeugt, dass wir jetzt ein Team haben, das sich im Laufe der Saison entwickeln wird“, so Manager Patrick Schleich.

Der nächste Einsatz des Teams Motorsport Cuntz steht vom 26. bis 28. April im belgischen Zolder auf dem Plan.

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