Speyer
Sparkassen-Quartier: Welcher Entwurf das Rennen gemacht hat
Das Architektenbüro Stefan Forster aus Frankfurt in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten NSP aus Hannover haben das Rennen gemacht. Das hat die Sparkasse gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) und Robin Nolasco, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, bei einer Pressekonferenz am Montag bekannt gegeben. Eine Jury bestehend aus 15 Personen hat sich Thomas Traue, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz, zufolge einstimmig für den Vorschlag aus Frankfurt entschieden.
Oberbürgermeisterin Seiler bezeichnete den Entwurf als „Meilenstein für die Stadtentwicklung“. Auch Nolasco hatte nur lobende Worte – ein „gelungener, zeitgemäßer Entwurf“ – für den Sieger übrig. Auf die Frage, was diesen von den Wettbewerbern unterscheide, gaben sich die Beteiligten diplomatisch. Der Entwurf hat sich gegenüber den anderen Kandidaten deutlich verbessert, betonte Traue lediglich.
Unten Bank, oben Gewerbe und Wohnen
Der im April ausgeschriebene Wettbewerb hätte eigentlich bereits im September entschieden sein sollen. Eine dafür angesetzte Pressekonferenz war aber kurzfristig abgesagt worden, weil sich die Jury bei den drei in die engere Auswahl gerückten Entwürfen nicht hatte einigen können. An diese Bewerber seien Verbesserungswünsche gerichtet worden, bei denen der Beitrag von Stefan Forster am besten abgeschnitten habe.
Die Idee einer Neuentwicklung war geboren worden, weil die Sparkasse den Raum nicht mehr in voller Größe für Bank-Zwecke benötigt. Der Siegerentwurf sieht eine dreigeschossige Bauweise inklusive ausgebautem Dachgeschoss vor. Die Sparkasse bleibe im Erdgeschoss, in den oberen Geschossen soll sich Gewerbe ansiedeln sowie Wohnraum geschaffen werden. 2000 bis 2500 Quadratmeter Wohnfläche – im Jahr 2021 waren noch 3000 geplant – sollen dort geschaffen werden. „Derzeit sind 24 Wohnungen vorgesehen. Im Dachgeschoss sollen Maisonette-Wohnungen entstehen“, sagt Stadtentwickler Nolasco. 30 Prozent der Fläche seien für mietpreisgebundenes Wohnen eingeplant. Wie hoch der Anteil zwischen Gewerbe und Wohnraum am Ende tatsächlich wird, sei aber noch variabel.
Umfeld soll grüner werden
Der Zugang soll über den Willy-Brand-Platz erfolgen, auf dessen Seite die Unterbringung eines Gastro-Betriebs wie etwa ein Café möglich ist, erklärt Nolasco. Außerdem sind 175 Fahrradstellplätze eingeplant. Die mehr als 130 Stellplätze für Autos, inklusive Tiefgarage, sollen bestehen bleiben. Ringsherum soll es grüner werden: Der Brunnen auf dem Vorplatz soll erhalten bleiben, dazu kommen aber noch ein Baumdach sowie Hochbeete. Die als „Garten“ bezeichnete Ostseite vor dem Gebäude sieht vor, dass die dortigen Bäume erhalten bleiben. Südlich davon ist ein Spielplatz geplant. Der Kreuzgang in Richtung Klosterruine soll in einen Park fortentwickelt werden.
Welches Gewerbe sich dort ansiedeln soll, ist laut Traue noch nicht klar. Zunächst einmal werde der Entwurf im Dezember dem Verwaltungsrat präsentiert. Dieser müsse noch darüber abstimmen. Bis Ende des Jahres wolle man mit den Frankfurter Siegern in Vertragsverhandlungen treten. Für Anfang 2023 ist dann im Erdgeschoss der Hauptgeschäftsstelle in der Wormser Straße 39 eine Ausstellung geplant, bei der sich die Öffentlichkeit ein Bild von dem Entwurf machen kann.
Zu einer möglichen Kostensteigerung wollte Traue nichts sagen. Es bleibe vorerst bei den zunächst angesetzten rund 40 Millionen Euro. Aber: „Der Puffer ist aufgebraucht“, so Traue. Die Planer hoffen darauf, dass die Entwicklung bei den Baupreisen im kommenden Jahr günstiger aussehen könnte.