Reportage
Plätzchenwettbewerb der besonderen Art: Der Dom mit Kardamom
Monika Hoff hat vorsichtshalber nicht gefrühstückt. Gemeinsam mit Hildegard Jung, Carmen Gahmig und Barbara Schmidt-Nechl probiert sie am Samstagvormittag im „Haus am Dom“ ein Gebäck nach dem anderen. Sieben Teilnehmer haben beim ersten Backwettbewerb des Dombauvereins Speyer ihre Kekse in den Ring geworfen. Drei kommen am Freitag, 26. November, 16 Uhr, aufs Siegertreppchen vor dem Dom.
Das Kreativteam des Vereins stellt die Jury und soll Optik, Geruch, Beschaffenheit, Geschmack und Kreativität der eingereichten Plätzchen bewerten. Jeweils einer der sechs eingereichten süßen und des einen salzigen Kandidaten liegen in gleicher Reihenfolge auf jedem Teller. Unterschiede zu finden sei schwieriger als gedacht, sagt Schmidt-Nechl beim Verkosten des zweiten Plätzchens. Jeder Teilnehmer hat den vom Dombauverein seit 10. November für 7,50 Euro vertriebenen Ausstecher mit Dom-Umriss eingesetzt und so die einzige Voraussetzung des Wettbewerbs erfüllt. Alle 500 Ausstecher sind nach Angaben des Dombauverein-Kreativteams verkauft. Nachschub versprechen sie für spätestens Mitte Dezember.
Elfjährige Teilnehmerin
Eine Elfjährige hat in ihre Kostprobe Lavendel verbacken, ein Mann seinen Keks dem Spekulatius nachempfunden, der in der Weihnachtszeit in allerlei Varianten angeboten wird. Eine echte Schoko-Bombe hat eine Bäckerin von der französischen Grenze nach Speyer gebracht. Eine Meckenheimerin hat Pistazien, Biskuitteig und Sahne in Dom-Gebäck verarbeitet, eine Speyererin Schokolade im und auf dem Keks verteilt. Das Dom-Plätzchen einer Dudenhofenerin enthält Hochprozentiges. Ein Speyerer Großvater hat „Salier-Domkäsegebäck“ mit seiner Enkelin in die Ausstechform gebracht.
„Sehr aromatisch“, beurteilt Schmidt-Nechl das einzige Salzgebäck nach sechs süßen Köstlichkeiten. „Sehr angenehm“, stimmt Gahmig zu. Der Opa empfiehlt Domwein zum Gebäck. Den Gedanken nehmen die Jurorinnen gerne auf.
„Sehr preisverdächtig“
Bei der Beurteilung der Nummer vier sind sich die Frauen sofort einig. Optik, Geschmack, Konsistenz, Duft und Kreativität erhalten von allen die höchste Punktzahl, eine 3. Ein sehr preisverdächtiger Keks“, betont Jung und nimmt noch ein Stück des Backkunstwerks in den Mund. „Da ist auf jeden Fall Kardamom drin“, ist Gahmig beim ersten Biss in Nummer fünf sicher. Bei der Bewertung der Konsistenz sind sich die Frauen uneins. „Meins ist es nicht“, erklärt Schmidt-Nechl. Auch Hoff zweifelt. Positiv überrascht sie Keks Nummer sechs. „Erst den Teig im Ganzen zu backen und ihn erst dann auszustechen, ist eine wirklich gute Idee“, sagt sie. „Dann stehen die Türmchen sicher.“ Entnommen hat sie diese Möglichkeit der Back-Beschreibung, die jeder Bewerber mit jeweils sieben Kostproben eingereicht hat.
Jung liest die Zutaten des nächsten Plätzchens auf dem Teller vor. „Gute Mischung, aber zu süß“, urteilt Gahmig. Am Ende addieren die Frauen die vergebenen Punkte. Platz 3 muss mit jeweils 12 Punkten ins Stechen. Die Jurorinnen entscheiden sich für 12 im einen, „12+“ im anderen Fall. „Gewonnen haben alle Teilnehmer“, betont Schmidt-Nechl.