Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Lokal in der Postgalerie: „Wilma Wunder“ ist fast bereit für Speyer

So könnte es aussehen: der neueste „Wilma Wunder“-Standort in Hannover verrät schon einiges.
So könnte es aussehen: der neueste »Wilma Wunder«-Standort in Hannover verrät schon einiges.

In der immer noch inhabergeprägten Speyerer Gastronomie-Szene sind die Ansiedlungspläne der Marke „Wilma Wunder“ in der Postgalerie eine Besonderheit. Wann genau das Konzept der Enchilada-Gruppe aus Gräfeling bei München an den Start geht, ist momentan noch unbekannt.

„Wir fanden die Region schon länger spannend“, sagt Thomas Doriath im RHEINPFALZ-Gespräch. Er ist Sprecher der Enchilada-Gruppe, die hinter den Wilma-Wunder-Restaurants steht. Wilma-Wunder-Filialen gibt es bislang in Mainz (2), Hannover, Dresden, Düsseldorf, Karlsruhe, Köln, Passau und Stuttgart. Die Marke ist nur eines von fünf Freizeit- und Systemgastronomie-Konzepten unter dem Dach der bayerischen Firmengruppe mit bundesweit rund 100 Restaurants. Dazu kommen laut Enchilada weitere „lokale Großprojekte“. Der Jahresumsatz 2022 wird mit 157,5 Millionen Euro beziffert.

„Wilma Wunder“ wird in der Firmensprache als „kulinarisches Allroundtalent“ gepriesen, weil die Marke je nach Tageszeit als Café, Restaurant oder Bar wahrgenommen werden will. Die abendlichen Schließzeiten würden jeweils auf den Standort angepasst. Für Speyer sei die Standortleitung schon gefunden: Die aus der Karlsruher Filiale erfahrene Jasmin Rauch sowie Aziz Rahim werden laut Doriath Geschäftsführer. Insgesamt 25 Mitarbeiter in Vollzeit und 15 Aushilfen sollen demnach in der Postgalerie tätig werden. „Gute Leute vor Ort zu haben, ist entscheidend“, sagt der Sprecher. Sie sollten hausgemachte, heimatverbundene Küche bieten. Dazu gehörten auch regionale Weine.

Für 15 Jahre eingemietet

„Wilma Wunder“ ist laut Postgalerie-Eigentümer Erwe (Frankfurt) in Speyer für 15 Jahre eingemietet. Genutzt werde der Bereich rechts vom Haupteingang vom Postplatz her kommend, in dem früher auch schon italienische Gastronomen bewirtet hatten, der allerdings seit mehreren Jahren leersteht. 800 Quadratmeter sind laut Doriath für die Filiale vorgesehen, davon 470 Quadratmeter als Gastraum, 70 für den Freisitz am Postplatz und weitere Bereiche im Untergeschoß, die ein Sprecher des Eigentümers als „Nebenflächen“ bezeichnet.

Die Eröffnung in Speyer war zunächst im ersten Quartal 2024 geplant. Jetzt wird auf Anfrage jedoch kein genauer Termin genannt. „Es muss noch ordentlich umgebaut werden“, sagt Doriath. Enchilada sei an einem baldigen Start interessiert, der aber derzeit nicht absehbar sei. Hinsichtlich der genauen Größe und des Zuschnitts der Terrasse, die vor dem Eingang für den Freisitz gebaut werden soll, laufen dem Sprecher zufolge noch Gespräche. Es gab es schon Entwürfe, aber auch politische Kritik daran, sodass der Erwe-Sprecher nun informiert, die Terrasse komme erst, wenn die Pläne für den Umbau des Postplatzes stünden. Bis dahin sei ein Freisitz auf Platzniveau denkbar.

Der Freisitz war in dieser Woche Thema im städtischen Bauausschuss. Es wurde hinterfragt, ob damit die geplante Umgestaltung des Postplatzes beeinträchtigt werden könnte. Robin Nolasco, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauwesen, klärte auf: „Die Umgestaltung ist vertraglich zwischen Stadt und Eigentümer vereinbart. Die Baugenehmigung muss separat erteilt werden.“

„Auf den letzten Metern“

Erwe hat die Postgalerie 2017 übernommen und die Neuansiedlung nun als wichtigen Schritt zur „Revitalisierung“ des Einkaufszentrums dargestellt. Die Immobilie im Herzen der Stadt hatte über Jahre mit Leerständen zu kämpfen. Nach den nun angekündigten Einzügen für 2024 – neben „Wilma Wunder“ ein noch nicht benanntes Fitnessstudio im ersten Obergeschoss auf 1500 Quadratmetern sowie eine Praxis für Neurologie (240 Quadratmeter) und zeitweise als Ausweichquartier die Sparkasse (500 Quadratmeter) – sei man bei der Vermarktung „auf den letzten Metern“. Die Leerstandsquote sinke mit diesen Neuzugängen von 26 auf 8 Prozent.

Der heutige Zustand: mit Wänden von der Säulenhalle der Postgalerie abgetrennter Gastronomie-Bereich.
Der heutige Zustand: mit Wänden von der Säulenhalle der Postgalerie abgetrennter Gastronomie-Bereich.
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