Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Busfahren: City-Tarif soll teurer werden

Kommt in neuer Form: das alte City-Shuttle in Speyer.
Kommt in neuer Form: das alte City-Shuttle in Speyer.

Wer mit dem Bus vom Festplatz oder dem Bahnhof in die Speyerer Innenstadt will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich eine Erhöhung des speziellen City-Tarifs beschlossen – allerdings nicht ohne großen Protest einiger Mitglieder.

Wer mit der aktuellen Bus-Linie 561 etwa von der Jugendherberge, dem Bademaxx, dem Festplatz oder dem Bahnhof in die Innenstadt fahren will, zahlt für das Tagesticket beim Verkehrsverbund VRN noch 1,20 Euro statt normalerweise 2,20 Euro in der günstigsten Preisstufe. Möglich macht das der sogenannte City-Tarif Speyer, der auf der Teilstrecke zwischen Flugzeugwerken und Bahnhof gilt. Ab Dezember 2023, wenn das neue Stadtbuskonzept in Speyer greift und die „neue“ Shuttle-Linie 561 über die Hauptstraße rollt, soll das Tagesticket aber zwei Euro kosten.

Das hat die CDU-Fraktion in der jüngsten Sitzung des Stadtrats vorgeschlagen. „Wir halten es für sinnvoll, den Betrag maßvoll zu erhöhen“, begründete Fraktionsvorsitzender Axel Wilke den Vorstoß und bezog sich dabei auf die „ganze Menge Kosten“, die die Stadt aufgrund des Stadtbuskonzepts noch zu erwarten habe. Mit der Erhöhung würde der Betrag, den die Stadt bezuschussen müsse, geringer.

„Bleiben wettbewerbsfähig“

Zustimmung zum Vorschlag gab es einstimmig von den Kooperationspartnern: „Für zwei Euro den ganzen Tag fahren zu können ist doch eine gute Sache“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Hannah Heller, der es wichtig war, dass der ÖPNV unterm Strich günstiger als die Nutzung eines Autos blieb. „Das ist ein sehr guter Preis, mit dem wir wettbewerbsfähig sind“, fand auch Sarah Mang-Schäfer von der Speyerer Wählergruppe (SWG). Mike Oehlmann von der FDP betonte ebenfalls, dass die Liberalen diese Erhöhung mittragen könnten.

Ganz anders da die SPD, die sich sichtlich schockiert zeigte vom christdemokratischen Vorschlag: „Das geht hier komplett in die falsche Richtung“, fand Vorsitzender Philipp Brandenburger. „Die Ticketpreise sollten langfristig Richtung null Euro gehen.“ Auch Aurel Popescu von den Linken fand die Preiserhöhung „nicht angebracht“ mit Blick auf das Vorhaben, die Autos aus der Stadt rauszuhalten.

Deutliches Nein

Darüber, dass eine Erhöhung von 80 Cent „so eine Diskussion hervorrufen kann“, zeigte sich Wilke erstaunt. Er bekräftige den Wunsch der Christdemokraten nach einem kostenlosen Ticket für den ÖPNV, machte aber auch klar: „Ohne finanzielle Hilfe von Bund und Land wird das nichts.“ Mit den Stimmen der Kooperation und bei deutlichen „Neins“ von SPD, Linke und Freien Wählern fiel das Votum dennoch für die Preiserhöhung aus.

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