Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Eindrucksvolle Menschenkette für Arbeitsplätze bei Bosch-Rexroth, Schaeffler und Casar

Menschenkette zwischen den beiden Firmen Bosch und Schaeffler im Bereich Bexbacher-/Hasenäckerstraße.
Menschenkette zwischen den beiden Firmen Bosch und Schaeffler im Bereich Bexbacher-/Hasenäckerstraße.

1500 Personen bildeten am Donnerstagnachmittag, 8. Oktober, eine Menschenkette, die sich in Erbach zwischen den Werkstoren von Bosch-Rexroth und Schaeffler spannte. Die Aktion, an der sich neben Industriearbeitern auch Bürger und Politiker beteiligten, protestierte gegen Stellenstreichungen bei Bosch-Rexroth und Schaeffler sowie bei Casar in Limbach.

„Um die Menschenkette zwischen unserem Werk und dem Standort von Schaeffler zu schließen, hätten wir 700 Teilnehmer gebraucht“, freute sich Stephan Huber, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch-Rexroth, über einen unerwartet starken Zuspruch. „Weit mehr als 1000 Menschen sind gekommen“, konnte Huber an diesem nasskalten Oktober-Donnerstag auch Abordnungen anderer Betriebe wie John Deere und Tadano aus Zweibrücken im Bereich Bexbacher-/Hasenäckerstraße begrüßen. „Wir spüren die große Solidarität in der Region. Und das tut sehr, sehr gut.“

Auf der diesjährigen Betriebsräte-Vollversammlung von Bosch-Rexroth hatte Huber vorige Woche den Gesamtvorstand aufgefordert, die geplante Verlegung der Homburger Industriehydraulik-Sparte an den unterfränkischen Werksstandort Lohr zurückzunehmen. Mit diesem Schritt soll in Homburg der Abbau von 155 Stellen verbunden sein.

Erste Gespräche mit Bossen bei Bosch-Rexroth

Unter Federführung der Gewerkschaft IG Metall wurde an diesem Donnerstag die Menschenkette zum benachbarten Werk von Schaeffler gebildet: Dort stehen 292 Arbeitsplätze zur Disposition. Darunter sind allein 154 Jobs, die der angekündigten Schließung des Schaeffler-Zweigwerks im nahen Homburger Industriegebiet Zunderbaum zum Opfer fallen sollen. „Während wir am Freitag, 9. Oktober, mit der Führung von Bosch-Rexroth wenigstens in erste Gespräche gehen können, hat uns bei Schaeffler bis heute noch keiner erklärt, warum dort insgesamt 292 Stellen wegfallen sollen – also 138 mehr, als es am Zunderbaum gibt“, erklärte Ralf Reinstädtler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz. „Und ganz verrückt ist die Lage im Spezialdraht-Werk Casar in Limbach: Dort kündigt das Management weitere Kündigungen an, stellt die Lehrlingsausbildung ein – und heuert gleichzeitig neue Leiharbeiter an.“

Autofahrer heben den Daumen

Auch der Gewerkschafter freute sich sichtlich über die breite Unterstützung für die Menschenkette. „Zum Beispiel haben viele Autofahrer, die vorbeigefahren sind, auf die Hupe gedrückt und den Daumen gehoben.“

An Bosch-Rexroth, Schaeffler und Casar richtete Reinstädtler den Appell, nicht bloß einfach beim Personal zu sparen, sondern die Standorte mit innovativen Konzepten und Investitionen zukunftssicher zu machen.

Falk Zwicker, Kaufmännischer Leiter Industriehydraulik bei Bosch-Rexroth in Stuttgart, bekundete auf Anfrage der RHEINPFALZ „Verständnis dafür, dass die Mitarbeiter Sorge um ihre Arbeitsplätze haben“ und dies mit Aktionen wie der Menschenkette kundtun. Den Stellenabbau in Homburg, zu dem er keine Alternative sehe, wolle man „sozialverträglich gestalten, ohne betriebsbedingte Kündigungen“. Umsetzen wolle man dies etwa, „indem wir freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen oder freiwillige Abfindungen sowie Vorruhestands- und Altersteilzeitvereinbarungen anbieten“.

Demonstration an der Bundesstraße 423.
Demonstration an der Bundesstraße 423.
In den drei Werken stehen rund 500 Arbeitsplätze auf der Kippe.
In den drei Werken stehen rund 500 Arbeitsplätze auf der Kippe.
Die Abstände werden coronagerecht eingehalten.
Die Abstände werden coronagerecht eingehalten.
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