Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Von Tonnendieben und friedlichen Fußgönheimern

Wenn Diebe baden gehen.
Wenn Diebe baden gehen.

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges – und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Diebstahl

Nicht ohne meine Tonne

In Mutterstadt haben Unbekannte eine Papiertonne geklaut. Nein, diese Polizeimeldung erreichte uns nicht am 1. April. Es stimmt also, dass sich Menschen unrechtmäßig mit einem Abfallbehälter „bereicherten“, wie es die Polizei so schön schreibt. Stellt sich die Frage: Wie reich macht einen eine Papiertonne? Und was macht man damit? Selbst das World Wide Web, das eigentlich alles weiß, gibt keine Antworten darauf. Kein Dekovorschlag, kein Basteltipp, kein einziger Ich-bau-mir-Möbel-aus-Papiertonne-Tipp. Uns aber lässt das Rätsel keine Ruhe. Deshalb die Bitte an die Diebe: Falls Sie diese Zeilen lesen. Bitte, bitte verraten Sie uns, was Sie mit der gestohlenen Papiertonne vorhaben. Vielleicht sitzen Sie jedoch bereits in U-Haft. Tonnen im Kreis sind teilweise gechipt. Wir stellen uns vor, wie bei Tonnenklau beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft ein rotes Alarmlämpchen angeht, bei dem für Abfall zuständigen Kreisbeigeordneten Volker Knörr das Handy hektisch brummt, bei der Polizei eine Eilmeldung eingeht und eine großangelegte Fahndung startet. Unser Tipp: In der Tonne verstecken, nützt dann nichts. Das klappt nur bei Oscar aus der Sesamstraße.

Ratssitzung

Ganz ohne Schokolade

Anstehende Wahlen haben häufig unerfreuliche Auswirkungen auf Gemeinderäte. In manchen Ratsgremien wird plötzlich über alles, auch über Nebensächliches, erbittert gestritten, dabei kräftig gegen politische Kontrahenten ausgeteilt. Wo es nur geht, werden die Verdienste der eigenen politischen Gruppierung und manchmal auch der eigenen Person betont. Ratsmitglieder, die noch nie etwas gesagt haben, überraschen damit, dass sie eine Stimme haben. Und die, die immer reden, reden noch mehr als sonst. Das alles zieht Sitzungen in die Länge, und langjährige Besucher setzen sich jetzt nur mit Schokolade in der Tasche rein – als Wegzehrung und zur Beruhigung der Nerven. Bei der Sitzung des Gemeinderats Fußgönheim in dieser Woche blieb die Schokolade unangetastet. Erstaunlich! Denn Fußgönheim ist dafür bekannt, dass die Sitzungen auch außerhalb von Wahlkampfzeiten so sind, wie in anderen Gemeinden nur in deren heißester Phase. Die Tagesordnung für die jüngste Sitzung war zwar relativ kurz, doch kampferprobte Ratsmitglieder hätten problemlos für eine mehrstündige Veranstaltung sorgen können. Doch es wurde wenig diskutiert, nicht gestritten, fast nur einstimmig beschlossen, und nach knapp einer Stunde war alles vorbei. In Fußgönheim scheinen Ratssitzungen grundsätzlich antizyklisch zu sein.

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