Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verein(t) in der Region: Was der PSV Dannstadter Höhe sein möchte

 Im Verein engagiert: (von links) Charlotte Schwender mit Faible, Katharina Clemens mit Jeronimo, Hanna Schwinn mit James Fox un
Im Verein engagiert: (von links) Charlotte Schwender mit Faible, Katharina Clemens mit Jeronimo, Hanna Schwinn mit James Fox und Hanna Pinno mit Bonny.

Verein(t) in der Region: Kein klassischer Reitverein, sondern ein Pferdesportverein möchte der PSV Dannstadter Höhe sein. Hier können schon Dreijährige Pferde pflegen und lernen, was es bedeutet, diese faszinierenden Tiere zu betreuen.

Etliche Pferdesportarten bietet der PSV an, etwa Kutschfahrten, Westernreiten oder Horsemanship. Eine, die seit vielen Jahren dabei ist, ist Sportwartin Hanna Schwinn. Die 33-Jährige ist in einer Familie aufgewachsen, in der Pferde zum Alltag gehören. „Ich habe mit fünf Jahren reiten gelernt. Die Anfänge hatte ich auf einem kleinen, weißen Pony namens Sissy“, erinnert sie sich. Mit 21 bekam sie endlich ihr erstes eigenes Pferd namens Flo, mit dem sie an vielen Turnieren teilnahm, mittlerweile hat sie ihr zweites Pferd, James Fox.

„Wir haben mehrere Turnierreiter, aber nur noch einen Springreiter. Früher sind mehr gesprungen. Aber jetzt sind wir alle so springfaul“, erzählt Hanna Schwinn und lacht. Dafür stehe die Dressur hoch im Kurs. „Dabei geht es um die ganz feine Kommunikation mit Gewicht, Schenkeln und Zügeln, die man sich mit dem Pferd erarbeiten muss“, erklärt die Sportwartin ihre Faszination fürs Dressurreiten. „Am besten sieht man nicht, was der Reiter macht. Je feiner die Kommunikation ist, desto mehr Spaß macht es.“

Von der Pike auf lernen

Hanna Schwinn ist seit mittlerweile elf Jahren Sportwartin im Verein, der 1981 gegründet wurde. Als solche organisiert sie den Schulbetrieb für die Kinder im Verein sowie die Turniere, kontrolliert das Equipment für die Pferde oder überwacht den Gesundheitszustand der Tiere. Während der Corona-Pandemie lag das Vereinsleben weitestgehend brach, vor allem gab es keine Turniere mehr. Auch Veranstaltungen wie das Sommermusical mit Pferden oder die Weihnachtsfeier mit Auftritten konnten nicht mehr stattfinden. Dennoch mussten die Kosten für die Pflege aufgebracht werden. „Darum haben wir unsere Mitglieder gebeten, die monatlichen Beiträge weiterzubezahlen und sich eine Spendenquittung ausstellen zu lassen. Kein einziges Mitglied hat gekündigt“, berichtet Hanna Schwinn.

Beim traditionellen Sommermusical stellt der Verein die verschiedenen Reitsportarten vor: Springen, Western, Dressur, Kutschfahrten, Voltigieren, kleine Quadrillen mit Musik oder Horsemanship. „Dabei ist die feine Kommunikation mit dem Pferd vom Boden aus die Kunst“, erklärt Hanna Schwinn. Der Verein sei stolz auf dieses breit gefächerte Angebot und nenne sich darum ganz bewusst Pferdesportverein und nicht Reitverein.

Mehr Frauen als Männer

Um das Angebot in der Qualität zu halten, sei es wichtig, dass die Vereinsmitglieder die Arbeit mit Pferden von der Pike auf lernen können. Schon Dreijährige könnten zum Beispiel dem Ponyclub beitreten. „Sie lernen dort unter anderem, die Pferde zu putzen oder Tröge zu schrubben, natürlich mit Hilfe und Anleitung.“ Doch so würden die Kinder schon früh Verantwortung übernehmen und begreifen, dass Pferdehaltung mehr Arbeit bedeutet als nur reiten. In dieser Zeit trenne sich dann schonmal die Spreu vom Weizen. „Aber die kleinen Kinder sind sowieso nicht so wild aufs Reiten“, hat Schwinn festgestellt. „Sie können nicht so lange auf dem Pferd sitzen und sich konzentrieren. Deshalb ist alles außen herum interessanter.“ Bis zum Jugendalter bleiben viele dem Verein treu. „In der Pubertät sind dann Handys und Jungs oft interessanter als Pferde“, sagt Hanna Schwinn.

Für die erfahrenen Hobbyreiter gibt es beim PSV Dannstadter Höhe eine sogenannte Reitbeteiligung. Das bedeutet, jedes Schulpferd hat feste Pflegerinnen, dafür dürfen diese an bestimmten Tagen das Pferd selbst reiten. Drei Lehrer bringen Interessierten das Reiten bei. Früher, in den Kriegs- und Nachkriegszeiten, seien Pferde und Reitsport eher Männersache gewesen, heute sei das anders. „Heute sind mehr Frauen im Verein, viele sind Mütter, deren Kinder aus dem Gröbsten raus sind, so dass sie wieder Zeit für ihr Hobby haben“, berichtet Birgit Schwinn (56), die Mutter von Hanna. Es sei immer noch so, dass vor allem Mädchen und Frauen von der Ausstrahlung der Pferde fasziniert sind. Aber auch ein paar Männer halten dem PSV die Treue und kümmern sich unter anderem um die Reitplätze.

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