Speyerer / Frankenthaler Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Schnelltestzentren: Pläne teils schon konkret

Corona-Schnelltest: Dafür wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachen genommen.
Corona-Schnelltest: Dafür wird ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachen genommen.

In den Rathäusern im Umland von Speyer und Frankenthal laufen die Vorbereitungen für die Corona-Schnelltestzentren in den Kommunen auf Hochtouren. Es gibt mancherorts bereits genaue Standorte, aber noch viele offene Fragen.

Die Verwaltung in Lingenfeld, die sich intensiv mit der Kreisverwaltung in Germersheim und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) abstimmt, hat laut Bürgermeister Frank Leibeck (SPD) „verschiedene Standorte in der ganzen Verbandsgemeinde“ im Blick. Leibeck stellt sich dabei die Frage, ob es sinnvoll ist, ein solches Angebot in einer Halle einzurichten, wo unter anderem das Parken sowie Zu- und Abgänge geregelt werden müssten.

Für ihn sei eine „Drive-In“-Station nach dem Vorbild von Landau eine „günstigere Alternative“. Dabei kommen die Bürger mit dem Auto zum Testen und verlassen ihr Fahrzeug nicht, damit Infizierte nicht mit anderen Menschen oder Gegenständen in Kontakt kommen. Ob eine solche Variante kommt und wo, soll sich nächste Woche entscheiden. Wer testet, ist laut Leibeck noch nicht geklärt.

Fragen zu den Schulungen der Helfer, die den Abstrich machen, und zu deren Versicherungspflicht, wenn Fehler passieren, seien auch noch offen. Genauso zu einer möglichen Terminvergabe für die Bürger und zu den Öffnungszeiten. Denn wenn die Teststation länger geöffnet sein soll, könnten ehrenamtliche Helfer nur eine Übergangslösung sein. „Wir wollen das so schnell wie möglich organisieren, aber Bund und Länder sind sich ja auch noch nicht einig“, sagt Leibeck.

Testen im Bürgerhaus

In der Verbandsgemeinde Rheinauen steht schon fest: Schnelltestzentren werden im Bürgerhaus in Neuhofen und in der Sommerfesthalle in Waldsee eingerichtet. Als Starttermin gibt Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) „nach den Landtagswahlen“ an, „denn die haben wir auch noch zu wuppen“, sagt der Verwaltungschef. Vorgesehen ist, die Öffnungszeiten der Zentren so abzustimmen, dass die Bürger ohne Terminvergabe vier Tage in der Woche etwa „zwei bis drei Stunden nachmittags, abends“ die Möglichkeit haben, sich in der Verbandsgemeinde testen zu lassen. Pro Zentrum seien zwei Testplätze vorgesehen, sagt Fassott, der darauf aufmerksam macht, dass es derzeit sehr schwer abzuschätzen sei, wie viele Menschen das Angebot nutzen wollen.

Nun sollen freiwillige Helfer, die die Bürger testen, gesucht werden. In Neuhofen werde das DRK unterstützen, in Waldsee sei angedacht, Freiwillige bei den Vereinen – etwa ehrenamtliche Übungsleiter, die derzeit keine Stunden halten dürfen, aber über eine Erste-Hilfe-Ausbildung verfügen – zu akquirieren. Fassott legt Wert darauf, dass die Helfer gut ausgebildet sind. Das Land sprach zuletzt von einer rund 30-minütigen Online-Schulung. „Wenn sie gut ist, kann das erfolgreich sein. Aber das Land muss liefern“, sagt der Bürgermeister. Offen sei auch noch, wie reagiert werden müsse, wenn das Testergebnis positiv ausfällt.

Inhaltlich sei er von der Idee vollkommen überzeugt, aber es sei „Wahnsinn“, wie schnell die Kommunen reagieren müssten, sagt Fassott. Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kostenlose Schnelltests für alle ab 1. März angekündigt hatte, forderte das Land neben Testangeboten bei Apotheken und Ärzten auch Teststationen auf kommunaler Ebene. Der Starttermin 1. März ist aber wieder vom Tisch, nun soll beim Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch über eine Teststrategie gesprochen werden.

In der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen wird es Testzentren in der Kulturscheune in Hanhofen und im Erdgeschoss im Haus am Lindenplatz in Mechtersheim geben. In Hanhofen soll montags, in Mechtersheim donnerstags – immer von 16.30 bis 18.30 Uhr – ohne vorherige Terminvergabe getestet werden. Einen genauen Starttermin gibt es noch nicht. Bürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) zufolge stellt der DRK-Ortsverein Römerberg-Dudenhofen Helfer. Zudem sollen Ärzte angesprochen werden.

Eventuell Abstriche am offenen Fenster

In Bobenheim-Roxheim würde sich nach Ansicht von Bürgermeister Michael Müller (SPD) der Kurpfalztreff als Testzentrum eignen, wenn der Nasen-Rachen-Abstrich durch geöffnete Fenster stattfinde. „Die Leute warten dann im Freien, aber trotzdem im Trockenen“, sagt Müller mit Blick auf die Arkaden auf dem Kurpfalzplatz. Infrage kämen auch noch die Jahnhalle und die Jahnstube. In der Halle müssen allerdings auch die Rats- und Ausschusssitzungen stattfinden. Ob die Standorte den Anforderungen von Land und Kreis an so ein Testcenter genügt, weiß Müller aber nicht. Am Mittwoch soll das mit einem Vertreter des Gesundheitsamts geprüft werden.

Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) nennt auf Anfrage den kleinen Saal des Heßheimer Bürgerhauses und den Bürgersaal in Lambsheim als Orte, in denen Antigen-Schnelltests gemacht werden könnten. Er will in beiden Orten ein solches Angebot machen, am besten im einen Ort vormittags, im anderen nachmittags.

Noch nicht geklärt ist, wo die fachkundigen Freiwilligen herkommen sollen, die die Testabstriche machen. Sowohl in Bobenheim-Roxheim als auch in Lambsheim-Heßheim stehen die Feuerwehren nur für logistische Aufgaben zur Verfügung. Dazu gehört laut Reith, die Schnelltests im zentralen Lager in Schifferstadt abzuholen. Er weiß aber schon, dass sich das Deutsche Rote Kreuz engagieren wird, dafür wolle dessen Mitglied Ulrich Geibel, Allgemeinmediziner aus Lambsheim, sorgen. Aus Großniedesheim seien der Ortsbürgermeister und ein Bürger mit medizinischen Kenntnissen dabei. Im nächsten Amtsblatt will Reith einen Aufruf starten, damit genügend Helfer zur Verfügung stehen. Diese würden geschult, geimpft und über die Amtshaftung des Landes versichert.

Probleme bei Schnelltests

Laut Clemens Körner (CDU), Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, sollen die Helfer schnell geimpft werden. Dass es noch keinen genauen Starttermin für die Testzentren gibt, komme dabei zugute, weil der Impfstoff erst nach ein paar Wochen seine Wirkung entfalte. Körner findet die kommunalen Teststationen wichtig – auch wenn zuletzt Selbsttests für zu Hause angekündigt wurden. Es brauche viele Mosaiksteinchen, um die Pandemie zu bekämpfen.

Zudem kann sich der Landrat vorstellen, dass mit den Lockerungen eine mögliche Pflicht kommt, bei bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen ein negatives Testergebnis vorweisen zu müssen. Dieses werde eine gewisse Qualität haben müssen, außerdem brauche es ein Zertifikat, das nur in einem solchen Zentrum ausgestellt werden könne und nicht zu Hause, sagt Körner.

Gesundheitsamtsleiter Alexander Weber begrüßt die Schnelltests. Er macht aber auf zwei Probleme aufmerksam: Sie müssten richtig angewendet werden, und das Ergebnis sei nur eine Momentaufnahme. „Sie können sich nicht auf einen fünf Tage alten Schnelltest berufen“, sagt Weber.

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