Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Leute im Landkreis: Plötzlich in den Charts

Verarbeitet eine ganz persönliche Geschichte musikalisch, und das mit Erfolg: Jana Strohbeck am Flügel in der Musikschule, an de
Verarbeitet eine ganz persönliche Geschichte musikalisch, und das mit Erfolg: Jana Strohbeck am Flügel in der Musikschule, an der sie auch unterrichtet.

Als Bandmitglied von „Shake it up“ und Studiosängerin ist Musik für Jana Strohbeck kein Neuland. Der Erfolg ihres neuesten Titels hat die Böhl-Iggelheimerin dennoch überrascht. Er ist Teil einer Trilogie, in der sie den Verlust eines ganz besonderen Menschen verarbeitet.

Jana Strohbeck ist 17 Jahre alt, steckt mitten im Abitur und gibt neuerdings immer mal wieder Interviews oder dreht kurze Videoclips für Internet-Radiosender. „Es fühlt sich noch ungreifbar an. Ich weiß gar nicht, ob ich das so richtig realisiert habe“, sagt die Sängerin. „Don't leave“, der erste Teil ihrer Trilogie, hatte es 2019 gleich nach der Veröffentlichung für kurze Zeit auf Platz 16 der Amazon-Download-Charts geschafft. „Da stand Jana zwischen Xavier Naidoo und Taylor Swift“, erinnert sich ihr Produzent Sascha Leicht, in dessen Musikschule Jana auch Klavierunterricht gibt.

Vor gut zwei Monaten veröffentlichte Jana den zweiten Teil der Trilogie – „Far away“. Und damit schaffte sie es schnell in die Playlists von Radiosendern in verschiedenen Ländern, unter anderem in Australien und Spanien. Beim New Yorker Sender LDM war der Titel sogar bis vor kurzem wochenlang in den Top Ten. „Wenn man da reinkommt, wird man auch immer wieder gespielt“, erklärt Sascha Leicht. Bei Amazon wurde der Titel zudem bis Ende März nahezu 4000 Mal gestreamt.

Mal schnell ein Interview geben

Die Aufgabe, das Lied möglichst vielen Sendern vorzustellen, übernimmt wie bereits beim ersten Teil ein Promoter. Doch auch Jana wird jetzt immer wieder vor die Herausforderung gestellt, ihren Song zu bewerben, etwa wenn ein Radiosender auf Ibiza für ein Telefoninterview anfragt. Oder wenn ein Sender einen kurzen Video-Clip haben möchte, in dem sie selbst „Far away“ ansagt. Mitten im Homeschooling war sie darauf gar nicht eingestellt, berichtet die 17-Jährige. „Ich hab' mich dann extra für ein Fünf-Minuten-Video geschminkt und schick gemacht.“ Zu sehen ist der Clip nun auf dem Instagram-Profil von Radio Augusta. Und auch bei SWR4 waren Jana und Sascha Leicht bereits im Interview zu hören.

Hinter den beiden Songs steckt eine ganz persönliche Geschichte. Vor einigen Jahren starb Janas Großtante, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte. „Sie war einfach ein besonderer Mensch und sie hat mich ganz klar geprägt“, erzählt die Iggelheimerin. Vor allem habe ihre Großtante sie immer wieder aufgebaut und sie bestärkt. „Mir war es wichtig, ihr irgendwie die letzte Ehre zu erweisen.“ Doch ihre ersten Versuche, ein Lied über den Verlust zu schreiben, seien gescheitert, sagt Jana. Schließlich machte sie sich gemeinsam mit Sascha Leicht an die Arbeit und „Don't leave“ entstand.

Eigene Gefühle wiederfinden

Zwar sind in der Trilogie alle Teile thematisch miteinander verbunden, doch jeder Song kann auch für sich alleine stehen. Und, das ist Jana wichtig, jeder kann im Text eigene Gefühle wiederfinden. „Man verabschiedet sich, und es scheint noch greifbar, dass die Person wieder zurückkommt“, fasst sie den Inhalt zusammen. Dabei könne es genausogut um eine Trennung vom Partner gehen.

„Far away“ erzählt die Geschichte weiter. Der Text handelt davon, dass man die Nähe der Person noch spürt, obwohl sie bereits weit weg ist. „Man fühlt sich immer mal alleine. Deswegen ist der Song so vielseitig“, findet die Sängerin. Für den Mittelteil hat sie sich Unterstützung von ihrer Bandkollegin Diana B. geholt, die in dem Lied den Part der verstorbenen Großtante übernimmt.

Am dritten Teil wird noch gearbeitet

Der dritte Teil der Trilogie ist noch in Arbeit und wird laut Sascha Leicht voraussichtlich erst im kommenden Jahr erscheinen. Sowohl er als auch Jana haben beim Komponieren und Texten einen hohen Anspruch. „Ich möchte selbst davon begeistert sein“, sagt Jana Strohbeck. Und Leicht ergänzt: „Man möchte immer den besten Song rausbringen, den man je geschrieben hat.“ Viele gute Ideen für das Finale seien vorhanden, verraten Produzent und Sängerin. Aber welche das sind, bleibt noch ihr Geheimnis.

Trotz ihres Erfolges als Solokünstlerin, Band-Frontfrau und Studiosängerin sieht die Abiturientin ihre berufliche Zukunft nicht in der Musik. „Es wird wahrscheinlich eher in die Richtung Psychologie gehen“, sagt die 17-Jährige, stellt jedoch gleich darauf klar: „Aufhören werde ich mit der Musik definitiv nicht.“

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