BOBENHEIM-ROXHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Kritik an Jugenddezernentin: Bürgermeister reagiert

Ein kommunalpolitischer Arbeitskreis soll in Bobenheim-Roxheim die Spielplätze im Blick haben, hat sich dieses Jahr aber kein ei
Ein kommunalpolitischer Arbeitskreis soll in Bobenheim-Roxheim die Spielplätze im Blick haben, hat sich dieses Jahr aber kein einziges Mal getroffen.

Auf die Beigeordnete der Gemeinde Bobenheim-Roxheim kommt im neuen Jahr ein bisschen Arbeit zu. Sie muss den Vorsitz im Jugend-, Sozial- und Kulturausschuss übernehmen. Der Bürgermeister will es so, und das hat seinen Grund.

Der Bobenheim-Roxheimer JSKA, der Ausschuss, in dem alles besprochen werden soll, was mit Jugend, Sozialangelegenheiten und Kultur zu tun hat, ist in diesem Jahr nur dreimal einberufen worden. Das sei ein bisschen wenig, hieß es vonseiten der SPD in der letzten 2023er-Sitzung Ende November.

Tatsächlich sollte man meinen, dass es in so einem Gremium genug Gesprächsthemen und Arbeitsfelder gibt. Schließlich wirken darin drei Mitglieder der Gemeindespitze mit: Bürgermeister Michael Müller (SPD), weil das Soziale und die Kindergärten zu seinem großen Geschäftsbereich gehören, der Erste Beigeordnete Frank Peter (CDU), weil er für Dorffeste, Freizeit und Sport zuständig ist, und Beigeordnete Simone Lobocki (FWG), in deren Ressort unter anderem Spielplätze, Bücherei und Jugendpflege fallen.

SPD stellt Fragen

Lobocki hat diese Woche Post von Müller bekommen, darin steht kurz und knapp, dass er ihr am 1. Februar den Vorsitz im JSKA überträgt. Das heißt: Sie soll dessen Treffen terminieren, jeweils die Tagesordnung festlegen und die Sitzungen leiten. Der Bürgermeister reagiert damit auf die Kritik aus der SPD-Fraktion, die allerdings mehr ist als der bloße Wunsch nach mehr Ausschusssitzungen.

Warum ist immer noch kein Protokoll der letzten Spielplatzbegehung erstellt und warum hat der Arbeitskreis Spielplätze in diesem Jahr nicht wie versprochen getagt? Was ist aus dem im Sommer 2021 besprochenen Vorhaben geworden, das Jugendzentrum zu sanieren und das Konzept der offenen Jugendarbeit zu erneuern? Und wieso hört man überhaupt nichts mehr zum Thema Jugendbeirat? Man war sich 2019 doch einig gewesen, nach geeigneten Formen zu suchen, wie Jugendliche an der Kommunalpolitik mitwirken können.

All diese Fragen richteten sich in der jüngsten JSKA-Sitzung an Simone Lobocki, die darauf aber keine Antworten gab. Sinngemäß sagte sie nur: Sie verstehe die Kritik und es tue ihr leid, aber dass es in diesem Jahr so gelaufen sei, sei nicht mehr zu ändern. Mehr will sie auch auf Anfrage der RHEINPFALZ nicht dazu sagen.

Beigeordnete schweigt

Öffentlich reagiert hat die Beigeordnete auch nicht auf den wenig schmeichelhaften Jahresbericht der Jugendbeauftragten Pia Maffenbeier. Sie habe mit der Gemeindeverwaltung hauptsächlich per E-Mail kommunizieren müssen, schreibt Maffenbeier. Und mit der Beigeordneten, an deren Ressort das Amt der Jugendbeauftragten doch eng angebunden sein sollte, fand laut Maffenbeier in diesem Jahr kein einziges persönliches Treffen statt. „Absprachen erfolgten schriftlich und leider zu selten“, schreibt sie.

Selbst dazu, dass der Bürgermeister sie nun schriftlich zur Führungsrolle im Jugend-, Sozial- und Kulturausschuss verdonnert und unter anderem die Presse „in Cc nimmt“, kann oder will Simone Lobocki, die von 2009 bis 2014 schon einmal Beigeordnete war und 2013 Bürgermeisterin werden wollte, nichts sagen, „da es noch nicht so weit ist“, wie sie auf Anfrage kurz und knapp mitteilt. Sie hat ja auch Recht: Das greift schließlich erst im Februar, und auf Befindlichkeitsfragen muss die 42-Jährige nicht antworten. Es reicht die Erwartung der Bürger an sie, dass sie ihren Job als Beigeordnete mit Geschäftsbereich ernst nimmt und gut macht.

 Simone Lobocki kam 2019 erneut ins Amt der Beigeordneten.
Simone Lobocki kam 2019 erneut ins Amt der Beigeordneten.
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