Fußgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kampf gegen zu viel Wasser in Straße Am Goldberg

Die Straße Am Goldberg ist die Zufahrt zum Industriegebiet. Hier stand in der jüngeren Vergangenheit das Wasser so hoch, dass di
Die Straße Am Goldberg ist die Zufahrt zum Industriegebiet. Hier stand in der jüngeren Vergangenheit das Wasser so hoch, dass die Straße gesperrt werden musste. Das soll sich ändern.

Die Straße Am Goldberg in Fußgönheim war in den vergangenen Jahren bei heftigem Regen öfter so stark überschwemmt, die Behörden sucht nun nach mehreren Lösungen.

Früher habe gelegentlich mal etwas Wasser in der Straße Am Goldberg gestanden, doch in den vergangenen zwei bis drei Jahren sei das häufiger der Fall gewesen. Das Wasser sei so hoch gestiegen, dass die Straße gesperrt werden musste, berichtet Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG). Im Bereich der Bahnunterführung und des Schwanengrabens, die unterhalb der Straße verlaufen, habe das Wasser mehrfach auf einer Länge von etwa 20 Metern 20 bis 40 Zentimeter hoch gestanden, berichtet Schubert.

Bislang habe es gereicht, die Straße einige Stunden zu sperren. Das Wasser sei dann wieder abgeflossen, Autos und Lkw konnten wieder fahren. Auf Dauer sei das aber keine Lösung. Zudem wisse man nicht, ob diese Sperrungen in Zukunft häufiger und länger notwendig sein werden. Deshalb habe er sich an die Verbandsgemeindeverwaltung gewandt.

Auch die Feuerwehr habe auf das Problem hingewiesen, berichtet Verbandsbürgermeister Paul Poje (CDU). Dass die Überschwemmungen häufiger geworden sind, liege daran, dass es öfter stark regne, meinen Poje und Schubert.

Biber hat auch Schuld

Dafür, dass die Wassermenge, die sich auf der Straße Am Goldbach verteilt, deutlich mehr geworden ist, gibt es nach Angaben von André Voges, Leiter des Fachbereichs Bauen der Verbandsgemeindeverwaltung, Poje und Schubert mehrere Ursachen. Ein wesentlicher Grund sei, dass – stark vereinfacht – zwischen der Straße und dem Schwanengraben nicht genug Höhenunterschied sei. Zudem sei im Bereich der Überschwemmungen ein Tiefpunkt, an dem sich das Wasser sammele und so immer höher steige.

Die Straße Am Goldberg sei in den 1970er-Jahren gebaut worden. „Baulich hätte man das anders regeln müssen“, sagt Voges. Warum die Straße damals so gebaut worden ist, sei nicht bekannt. Zudem habe sich der Abstand zwischen Straße und Graben im Lauf der Jahrzehnte durch verschiedene Einflüsse verringert.

Ein weiterer Grund dafür, dass die Anzahl der Überschwemmungen zugenommen hat, sei, dass das Wasser in Richtung Maxdorf schlechter und damit langsamer abfließt. Schuld daran ist der Biber, der seit 2020 auf Lambsheimer Gemarkung fleißig einen Damm baut und so Wasser anstaut. Das hat zur Folge, dass ankommendes Wasser langsamer abfließt, was sich mit der Zeit auf einen immer längeren Bereich erstreckt.

Mehr Sickerflächen ist eine Option

Außerdem komme seit einigen Jahren mehr Wasser aus Ellerstadt durch den Schwanengraben nach Fußgönheim, berichtet Schubert. Die Versiegelung in Ellerstadt habe zugenommen. Dadurch könne dort weniger Wasser versickern. Teile von Ellerstadt, das zur Verbandsgemeinde Wachenheim gehört, waren 2021 bei einem starken Regen überschwemmt worden. Daraufhin hatte die Verbandsgemeinde Wachenheim ein Hochwasserschutzkonzept in Auftrag gegeben. Das Konzept sei noch in Arbeit. Wie sich eine Umsetzung auf die Unterlieger-Gemeinden wie Fußgönheim auswirken wird, könne man derzeit noch nicht sagen, teilt der Wachenheimer Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU) auf Anfrage mit. Es sei aber davon auszugehen, dass weniger Wasser nach Fußgönheim fließen wird.

Um das Wasser im Bereich der Straße Am Goldberg zu verringern, gebe es mehrere Möglichkeiten, sagt Voges. Zwar wäre es technisch möglich, die Straße anzuheben. Das wäre aber zu aufwendig und vor allem zu teuer. Die Schaffung von Retentionsflächen, in denen Wasser versickern kann, bevor es in den Bereich der Straße Am Goldberg kommt, nennt Voges als eine weitere Möglichkeit. Das beauftragte Ingenieurbüro prüfe derzeit, ob und wo das möglich wäre. Ein Problem dabei sei, dass die vorhandenen Flächen überwiegend in Privatbesitz sind, sagt Paul Poje.

Oder mehr Rinnen?

Möglicherweise könnten die Überschwemmungen durch den Ausbau der vorhandenen Rinne an der Straße oder den Bau weiterer Rinnen, durch die das Wasser abfließt, verhindert werden, sagt Voges. Das prüfe das Ingenieurbüro ebenso wie den Einbau von Sinkkästen.

Voges geht davon aus, dass letztendlich mehrere Möglichkeiten kombiniert werden. Er hoffe, dass das Ingenieurbüro seine Vorschläge bis zum Sommer vorlege. Dann müssen die politischen Gremien darüber beraten. Die Kosten müsse überwiegend die Gemeinde Fußgönheim tragen. Sie sei für die Oberflächenentwässerung zuständig, sagt Poje. Einen Teil der Kosten würde wahrscheinlich der Eigenbetrieb Abwasser der Verbandsgemeinde übernehmen.

x