Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Interview: RWZ holt mit Familienprogramm Eröffnungsfeier nach

Mit dem Standort in Mutterstadt hat sich RWZ modernisiert.
Mit dem Standort in Mutterstadt hat sich RWZ modernisiert.

Vor knapp zwei Jahren vergrößerte sich die Raiffeisen-Waren-Zentrale und zog nach Mutterstadt. Standortleiter Marc Gensheimer und Mitarbeiter Steffen Walter berichten von schwierigen Zeiten für Landwirte und warum nun endlich jeder mal hinter die Kulissen schauen darf.

Sie haben einen beeindruckenden Fuhrpark auf dem Hof stehen, der schon weithin sichtbar ist. Hierher kommen bestimmt viele Interessierte, die sich die schweren Geräte nur mal anschauen wollen?
Marc Gensheimer: Hin und wieder schaut mal der eine oder andere Privatkunde vorbei, oft mit Kindern, um sich die Traktoren und anderen Landmaschinen anzuschauen. Dann beantworten wir auch gern Fragen. Beim Tag der offenen Tür haben unsere Kunden, aber auch die privaten Verbraucher die Gelegenheit, neben den Traktoren auch unser Sortiment an Garten- und Forstgeräten live zu erleben. Denn vielen ist noch nicht bekannt, dass wir hier auch für den privaten Haushalt einiges anbieten. Erst jüngst haben wir das Sortiment für den Gärtner und die Hobbyholzfäller mit Motorgeräten, Mähern und Brennholz- sowie Reinigungstechnik aufgestockt.

Steffen Walter: Einige Kunden stecken vorsichtig den Kopf rein und fragen tatsächlich, ob sie auch was kaufen können.

Hier in Ihrem Agrartechnik-Zentrum haben Sie direkten Kontakt zu den Landwirten. Wie geht es der Branche vor Ort?
Gensheimer: Ja, kommen unsere langjährige Kunden zu uns, tauscht man sich zum Beispiel beim Werkstattbesuch auch gern mal persönlich mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Die Ernte ist durch die doch sehr extremen Wetterbedingungen in diesem Jahr sehr unterschiedlich ausgefallen, aber durchweg kann man ein positives Fazit ziehen. Für Ackerbau, etwa für Getreide, lief es gut, für Gemüse- und Obstbauern ist es eher eine herausfordernde Ernte. Aber natürlich ist auch unsere Branche in Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen angespannt, wie zum Beispiel die Energiepreise. Damit steigen die Kosten auch für den Landwirt. Aber jeder sollte sich vor Augen führen, dass die Landwirtschaft unsere Lebensmittel produziert und damit unsere Lebensgrundlage ist und für uns alle relevant.

Wirkt sich diese schwierige Lage der Landwirtschaft bereits auf ihre Geschäfte hier aus?
Gensheimer: Wir haben hier vor zwei Jahren neu gebaut, um uns den Anforderungen, die die rasante Entwicklung der Agrartechnik und die Digitalisierung an uns stellt, anzupassen. Besonders für den Gemüsebau müssen wir effizient arbeiten, damit es auf dem Acker keinen Stillstand gibt. Die Kunden nehmen unsere Angebote und unseren Service weiterhin gut an. Im Vertrieb von Neumaschinen für den Ackerbau spüren wir, dass die Investitionsbereitschaft weiterhin vorhanden ist, im Gemüsebau merken wir aufgrund der derzeitigen Preissituation eine leichte Kaufzurückhaltung.

Die allgemeinen Preissteigerungen, Lieferschwierigkeiten und Energiekrise beschäftigen die gesamte deutsche Wirtschaft seit einigen Monaten. Wie trifft sie das hier?
Gensheimer: Von solchen Schwierigkeiten wie lange Lieferzeiten bei unseren Herstellern, verursacht noch durch Corona und nun aufgrund des Ukraine-Kriegs sowie der Sanktionen gegen Russland, sind wir jetzt auch schon seit einiger Zeit betroffen. Zum Beispiel wird der industrielle Ruß, um die Reifen Schwarz zu färben, überwiegend aus Russland importiert. Wir als RWZ-Technik konnten unser Technik-Netzwerk mit 30 Agrartechnik-Zentren nutzen und einige Engpässe gut kompensieren.

Walter: Bei den Kleingeräten wie Kettensägen oder Rasenmähern war es bis vor einigen Wochen noch so, dass der Kunde lieber das Produkt gekauft hat, anstatt zu warten. Viele hatten Angst, dass es Teile und Waren bald nicht mehr gibt.

25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit in Mutterstadt, mit der Eröffnung war für Sie schon klar, dass das Personal aufgestockt wird. Ist das gelungen?
Gensheimer: Wir sind hier in Mutterstadt mit einem Team in Werkstatt, Ersatzteillager und Vertrieb für die Kunden da. Ich bin froh, die Mannschaft hat sich nach dem Umzug aus Dannstadt hier gut eingefunden. Für unser Team suchen wir aber immer noch Verstärkung, besonders Mechatroniker. Wer also gern an Traktoren schrauben möchte, kann sich melden. Auch junge Menschen mit Technikfabel sind willkommen, denn wir bilden auch aus.

Der Standort wurde mitten in der Corona-Zeit im kleinen Kreis eröffnet. Sind die zwei Tage der offenen Tür am kommenden Wochenende die inoffizielle Eröffnungsfeier?
Walter: Im Prinzip ja. Wir freuen uns, endlich die Tore unseres Agrartechnik-Zentrums für einen größeren Kreis öffnen zu können und unseren neuen Standort zu präsentieren. Am Samstag und Sonntag erwartet unsere Besucher ein interessantes Programm für die ganze Familie. In unseren Verkaufsräumen können die Besucher schauen, was wir alles zu bieten haben. Nämlich nicht nur große Traktoren, auch die Hobbygärtner kommen auf ihre Kosten. Doch leider dürfen wir aus rechtlichen Gründen nicht verkaufen.

Noch Fragen?

Los geht’s am Samstag, 24. September, ab 13 Uhr mit einer Vorführung von Geräten für Brennholz-Technik und Rasenmäher, am Abend ab 19 Uhr gibt’s Live-Musik von den Gitarrenhelden, anschließend legt DJ Didi auf. Der Sonntag, 25. September, startet ab 10 Uhr mit den starken Männern von Stihl Timbersports, die dickes Holz mit Axt und Sägen bearbeiten werden. Stärken können sich die Gäste bei einem Weißwurst-Frühstück, dazu spielt die Blaskapelle Mutterstadt. Ab 13 Uhr schauen die Handballer der Eulen Ludwigshafen vorbei. Leckere Waffeln und Kaffee gibt es bei den Landfrauen. Während der zwei Tage kann jederzeit hinter die Kulissen des RWZ geschaut und die Landmaschinen- und Gartentechnik-Ausstellung besichtigt werden. Die Kinder können sich in der Hüpfburg austoben und bei einer Trettraktor-Rallye mitmachen. Essen und Getränke gibt es an den beiden Tagen von der Metzgerei Hardt und Casa Vita. Der Eintritt ist frei und das Gelände ist größtenteils überdacht.

Das Team von Stihl Timbersports wird sich in einem Holzfäller-Wettbewerb messen.
Das Team von Stihl Timbersports wird sich in einem Holzfäller-Wettbewerb messen.
Marc Gensheimer
Marc Gensheimer
Steffen Walter
Steffen Walter
Auch Motorsägen kommen beim Wettbewerb des Teams von Stihl Timbersports zum Einsatz.
Auch Motorsägen kommen beim Wettbewerb des Teams von Stihl Timbersports zum Einsatz.
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