VG Römerberg-Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Bürgermeister verabschiedet sich

Im Kreis seiner Familie und seinen Gästen: Manfred Scharfenberger (Mitte, weißes Hemd) bei seiner Verabschiedung in der Rhein-Pf
Im Kreis seiner Familie und seinen Gästen: Manfred Scharfenberger (Mitte, weißes Hemd) bei seiner Verabschiedung in der Rhein-Pfalz-Halle in Heiligenstein.

Manfred Scharfenberger stand ein Drittel seines bisherigen Lebens einer Gemeinde als Bürgermeister vor. Nun ist der 69-jährige Römerberger im Ruhestand. Am Freitagabend wurden sein „unkonventioneller Werdegang“, seine Persönlichkeit und sein Wirken in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen gewürdigt.

Silke Schmitt-Makdice (SPD) war die Erste, die Manfred Scharfenberger (CDU) bei dessen Verabschiedung vor rund 200 Gästen am Freitagabend in der Rhein-Pfalz-Halle in Heiligenstein mit seinem neuen Titel „Bürgermeister a. D.“ ansprach. Sie ist seit 1. Juli Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen und folgte in diesem Amt Manfred Scharfenberger nach. Der CDU-Politiker wurde vor 69 Jahren in Speyer geboren, hat nach Angaben von Landrat Clemens Körner (CDU) das Vier-Buben-Haus komplettierte und wurde von seinem Vater, der Büroleiter der Gemeinde in Berghausen war, geprägt.

Scharfenberger wurde ein „sicher spannender und unkonventioneller Werdegang“ nachgesagt. Günter Gleixner, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, nannte als Beleg dafür, Scharfenbergers Lehramtsstudium, die elf Jahre als Stadtjugendpfleger von Schifferstadt und die Zeit als Angestellter bei der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter, bei der er den Offenen Kanal Ludwigshafen-Vorderpfalz leitete. Das war in den 90er-Jahren. Zum Ende dieses Jahrzehnts begann Scharfenbergers Bürgermeisterkarriere: Ab 1999 stand er der damals noch eigenständigen Gemeinde Römerberg als Rathauschef vor. Nach der Fusion mit der Verbandsgemeinde Dudenhofen im Jahr 2014 gelang dem Christdemokraten erneut ein Wahlsieg, seitdem war er Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen.

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Kommentar

Der Mediator geht

Vorbild für andere

Landrat Körner, mit dem Scharfenberger auch eine private Freundschaft verbindet, lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“ und nannte als Beispiel den Realschul-Neubau in Dudenhofen und die „gemeinsame Anstrengung für die Beregnung landwirtschaftlicher Flächen“ mit dem Beregnungsverband. Körner, der als Chef der Kreisverwaltung für die Kfz-Zulassungsstellen verantwortlich ist, dankte dem Römerberger dafür, dass die Zustimmung der Zulassungsaußenstelle im Rathaus in Dudenhofen „so unbürokratisch und pragmatisch“ erfolgt sei. Einen weiteren Punkt, den Körner an Scharfenbergers Persönlichkeit festmachte, ist die Tatsache, dass Römerberg relativ früh und trotz Rückschlägen mit schnellem Internet versorgt wurde. Die Antriebskraft für den Breitbandausbau begründete der Landrat mit Scharfenbergers „privater Affinität für mediale Technik“.

Manfred Scharfenberger mit seinem Parteifreund Landrat Clemens Körner.
Manfred Scharfenberger mit seinem Parteifreund Landrat Clemens Körner.

Ausgleichende Art kommt an

Ein großes Lob sprach er seinem Parteifreund auch in Sachen Hochwasserschutz aus, worin er dem Kreis ein Vorbild sein könne. In diesem Bereich habe Scharfenberger weitsichtig gehandelt und beim Mediationsverfahren zum Polderbau bei Mechtersheim die Schutzbedürfnisse der Bewohner, der Natur und der Landwirte, deren Flächen bei einer Überflutung betroffen wären, gut vereinbart.

Scharfenbergers ausgleichendes Gemüt klang auch bei der Rede von Reinhard Burck an. Der Grünen-Politiker ist seit drei Jahren Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde. „Wir beide haben bewiesen, dass eine Zusammenarbeit zwischen Schwarzen und Grünen funktioniert, wenn die Chemie stimmt“, sagte Burck und spielte damit auf die unterschiedliche Parteizugehörigkeit der beiden an.

„Besondere Geschenke“

Einer, der Scharfenbergers Karriere von Anfang an verfolgt hat, ist Jürgen Creutzmann. Der 76-jährige FDP-Politiker sprach für die Fraktionen von Grünen, SPD, FWG und FDP im Verbandsgemeinderat, dem Scharfenberger vorstand. Dieser sei ein guter Verkäufer, was für einen Bürgermeister wichtig sei, bilanzierte Creutzmann und machte das an folgenden Eigenschaften fest: Scharfenberger könne gut zuhören und stelle die richtigen Fragen, habe rhetorisches Geschick und sei empathisch, kenne den Bedarf seiner Kunden, sei zuverlässig, freundlich und verspreche nur, was er halten kann. Alles in allem sei der 69-Jährige ein guter Netzwerker.

Gastgeschenk aus Oberlungwitz: Bürgermeister Thomas Hetzel überreicht Manfred und Gabi Scharfenberger ein von seinen Töchtern ge
Gastgeschenk aus Oberlungwitz: Bürgermeister Thomas Hetzel überreicht Manfred und Gabi Scharfenberger ein von seinen Töchtern gemaltes Bild, das die beiden zeigt.

Sein Talent, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, kam Scharfenberger auch bei den Partnerschaften der Gemeinden zugute – egal ob Mainvilliers (Frankreich), Martell (Südtirol) oder Oberlungwitz (Sachsen). Der Bürgermeister der knapp 6000-Einwohner-Kleinstadt in Sachsen sorgte mit seiner unterhaltsamen Rede für viel Beifall. Außer kleinen „Werbeblöcken“ für seine Heimatstadt Oberlungwitz hob Thomas Hetzel die Gemeinsamkeit zwischen ihm und Manfred Scharfenberger hervor: Beide wollten Lehrer werden und sind nun Bürgermeister. Die Eigenschaften, um ein guter Lehrer zu sein, seien aber auch ideale Voraussetzungen für das Dasein eines Bürgermeisters, sagte Hetzel und nannte unter anderem, dass man oft als erster Ansprechpartner für Probleme und Bedürfnisse fungiere und nicht immer „Everybodys Darling“ sein könne.

23 Jahre in Verantwortung

Der 39-Jährige dankte Scharfenberger dafür, dass er 23 Jahre lang ein Verantwortungsträger gewesen sei. Er verdeutlichte, dass ein solches Engagement meistens 24 Stunden am Tag an allen sieben Tagen in der Woche stattfände. „Wir können dankbar sein für jede und jeden, der sich dazu bereiterklärt, insbesondere in der heutigen Zeit, die uns vor eine Vielzahl an Herausforderungen stellt, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen“, sagte Hetzel.

Als Abschiedsgeschenk überreichte er Scharfenberger und dessen Frau Gabi ein von seinen achtjährigen Töchtern gemaltes Bild, das das Ehepaar zeigt. Ebenso gut kam das Geschenk von Wehrleiter Stefan Zöller an, der Scharfenberger ein T-Shirt und Handschuhe für den Garten schenkte. Scharfenberger war Erzählungen nach vor Kurzem im weißen Hemd im heimischen Garten gesichtet worden. Zuletzt saß er damit noch an seinem Schreibtisch im Rathaus.

Im Gespräch mit der neuen Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen Silke Schmitt-Makdice (links): das Ehepaar S
Im Gespräch mit der neuen Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen Silke Schmitt-Makdice (links): das Ehepaar Scharfenberger.
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