Rödersheim-Gronau
Ansturm am ersten Tag: 2000 Masken in vier Stunden
Marei Schlich wartet am Nachmittag auf die nächste Lieferung. „Innerhalb von vier Stunden waren unsere ersten 2000 Masken ausgegeben“, sagt sie. Und selbst wenn vor der Apotheke ein Schild darauf hinweist, dass es erst später wieder Masken geben wird, fragen Kunden nach. Der bevorstehende Lockdown habe die Menschen verunsichert, vermutet die Apothekerin. Um den Zugang zu regeln, hat Schlich ein Fenster der Apotheke für die Masken-Ausgabe eingerichtet „Damit können die Masken zügig ausgegeben werden und in der Apotheke kann der normale Betrieb weitergehen, ohne dass sich Schlangen bilden.“
Die Apotheken erlebten dabei gleich am ersten Tag schon einen Ansturm, das gilt auch für die Schlich-Apotheken in Dannstadt-Schauernheim und Rödersheim-Gronau. Bis 6. Januar können über 60-Jährige, chronisch Kranke und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen kostenlos jeweils drei FFP2-Masken in der Apotheke erhalten. Dies ist in der Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgeschrieben, die am 15. Dezember in Kraft getreten ist. Damit soll das Corona- Infektionsrisiko für diese Risikogruppen verringert werden.
„Wir sind die Experten“
10.000 Masken hat Marei Schlich insgesamt geordert. „Ich finde es gut, dass wir als Apotheken mit im Boot sind und zeigen, dass wir da sind“, sagt sie. „Wir sind schließlich Experten, wenn es um medizinische Produkte geht und können die ordnungsgemäße Qualität der ausgegebenen Masken sicherstellen.“ Jetzt am Anfang geben sie die drei Masken gegen Unterschrift aus und verlassen sich darauf, dass die Kunden damit bestätigen, dass sie sich noch keine Masken abgeholt haben. Denn Apotheken-Hopping soll verhindert werden. Sprich: Die Menschen sollen nicht von Apotheke zu Apotheke fahren und sich die Schutzmasken abgreifen.
„Unsere Stammkunden kennen wir natürlich und haben von ihnen auch Kundenkarten. Von Fremden lassen wir uns den Ausweis zeigen oder beschreiben, welche Medikamente sie nehmen, um zu beurteilen, ob der Kunde zu einer Risikogruppe gehört.“ Allerdings sollten die Menschen vorrangig in ihre „Stammapotheke“ gehen, sagt Schlich. Auch, weil die Finanzierung der Masken in dieser ersten Ausgabe-Runde über eine Pauschale erfolgt, die sich an der von der Apotheke im dritten Quartal ausgegebenen Menge an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln orientiert.
In der zweiten Runde gibt es Coupons
Eine Herausforderung sei für die Apotheken die Abschätzung des Bedarfs und die Beschaffung der FFP2-Masken gewesen. „Der Zeitraum zum Reagieren war einfach zu kurz, zum Teil wussten unsere Kunden in der vergangenen Woche schon mehr als wir“, kritisiert Marei Schlich.
Die Masken könnten insgesamt acht Stunden getragen werden. Vor dem Absetzen der Maske solle man sich die Hände waschen und die Maske dann an der Luft trocknen lassen, erläutert Marei Schlich die Handhabung. Nach dem 6. Januar wird es dann eine zweite Runde der FFP2-Masken-Ausgabe geben, bei der Angehörige von Risikogruppen von ihren Krankenkassen jeweils zwei fälschungssichere Coupons erhalten, mit denen sie in zwei klar definierten Zeiträumen vom 1. Januar bis 28. Februar sowie vom 16. Februar bis 15. April Anspruch auf jeweils sechs Masken haben. Dafür müssen Anspruchsberechtigte allerdings jeweils einen Eigenanteil von zwei Euro zahlen. Doch nun müssen die Apotheken zunächst einmal die erste Welle bewältigen – und ab und an auf Masken-Nachschub warten.
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