Beindersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Als Opa sehr gefragt: Altbürgermeister Schütz wird 65

Schreinern ist sein Hobby: Klaus Schütz an der Kopierfräse.
Schreinern ist sein Hobby: Klaus Schütz an der Kopierfräse.

Die Zeit, in der er seinen Job als Bürgermeister vermisst habe, sei vorbei, sagt Klaus Schütz, der von 2007 bis 2014 der Verbandsgemeinde Heßheim vorstand. Heute komme die Familie an erster Stelle. Am Dienstag, 4. Oktober, feiert er seinen 65. Geburtstag.

Vor wenigen Wochen ist er zum dritten Mal Großvater geworden. Sohn und Schwiegertochter mit Baby verabschieden sich gerade, als die RHEINPFALZ in der Beindersheimer Ulmenstraße eintrifft. Die im 150 Kilometer entfernten Mendig wohnende Tochter hat Klaus Schütz und seiner Frau Gertrud bereits zwei Enkel geschenkt. Sie sind sechs und eineinhalb Jahre alt und werden recht häufig von Oma und Opa besucht. Und auch die 92 Jahre alte Mutter des ehemaligen Verbandsgemeindebürgermeisters braucht hin und wieder Hilfe. Langweilig ist es Klaus Schütz sicher nicht.

Dass er in den vergangenen drei Jahren 6500 Kilometer mit dem E-Fahrrad zurückgelegt hat und auch Motorroller fährt, dass er originelle Wiegen, Dreiräder, Schaukelgeräte oder Küchengeräte aus Holz für die Kleinkinder in der Verwandtschaft anfertigt, täuscht nicht über den Grund seines frühen Ausscheidens aus dem Berufsleben hinweg.

Stress muss vermieden werden

Bei Schütz wurde mit Mitte 50 die Parkinson’sche Krankheit festgestellt. Sie zwang den FWG-Mann dazu, von einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt der neu zu gründenden Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim Abstand zu nehmen. Denn oberstes Prinzip im Umgang mit der Nervenerkrankung ist für ihn die Vermeidung von Stress. Er ist froh, dass sich sein Zustand laut seinem Neurologen nicht gravierend verschlechtert habe. Dennoch: „Die Frage ,Wie geht’s dir?’ habe ich lieber gehört, als ich noch gesund war“, sagt er.

Mit dem Rückzug vom Wahlkampf war außerdem klar, dass er sich vorzeitig pensionieren lassen würde. „An meinem letzten Arbeitstag, dem 30. Juni 2014, habe ich noch den Grundstücksvertrag klargemacht für den Neubau des Heuchelheimer Feuerwehrhauses“, erinnert er sich. Das Projekt war ihm sehr wichtig, es wurde allerdings erst im Januar 2020 vollendet.

Auch wenn der gelernte Maschinenbautechniker keine ganze Amtszeit im Heßheimer Verbandsgemeinde-Rathaus geschafft hat, so kann er doch mit Überzeugung sagen: „Das war eine sehr schöne Zeit, ich will keinen Tag davon missen.“ Zumal er ein so hervorragendes Verwaltungspersonal gehabt habe. Zu einigen habe er immer noch Kontakt. Zu ihnen gehört sein ehemaliger Büroleiter Michael Reith (SPD), der 2014 die Bürgermeisterwahl gewann. Die beiden sind befreundet, treffen sich regelmäßig zum Plaudern.

Experte in Sachen Wasserturm

Einen anderen Job hat Klaus Schütz aber auch sehr gern gemacht, nämlich den des Abteilungsleiters bei den Stadtwerken Frankenthal. Dort war er unter anderem zuständig für die Wasserwerke, weshalb sich der gebürtige Oppauer so gut wie kein anderer mit dem Wasserturm in seinem früheren Wohnort Großniedesheim auskennt. Er ist Autor des Büchleins „Die Geschichte der Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Heßheim“, und man kann sich gut vorstellen, wie ihn die diesjährige Serie von Wasserrohrbrüchen in Großniedesheim beschäftigt hat. Bei den Stadtwerken sei er als junger Mann gefördert worden und gefordert gewesen, sagt Schütz und lobt seinen damaligen Chef Jürgen Keller aus Mörsch und den Stadtwerkeleiter Klaus Sauer. „Den beiden habe ich unheimlich viel zu verdanken.“

Seinen 65. Geburtstag feiert der passionierte Sammler alter Postkarten und Fußballfreund am Dienstag im kleinen Kreis mit der Familie.

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