Dannstadt-Schauernheim
Abwassergebühren steigen
Die gute Nachricht für die Bürger: Die Schmutzwassergebühr bleibt bei 2,51 Euro je Kubikmeter. Die weniger erfreuliche Botschaft: Der wiederkehrende Beitrag für die Oberflächenentwässerung steigt von 73 auf 78 Cent pro Quadratmeter. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen bedeute diese Entgelterhöhung zehn Euro mehr im Jahr, sagte Andreas Helbig, der den Eigenbetrieb Abwasser leitet, am Montag im Verbandsgemeinderat. „Wir konnten das einigermaßen moderat halten“, pflichtete ihm Bürgermeister Stefan Veth (CDU) bei. Aber: Das werde nicht so bleiben. „Wir wissen, dass wir in den nächsten Jahren investieren werden“, ergänzte er.
Diese Investitionen erfolgten schrittweise, doch schon dieses Jahr müsse die Kommune einiges an Geld in die Hand nehmen, etwa für den ersten Abschnitt ihres Mammutprojekts: das Erneuern der Kläranlage. „Da geht es um den Sandfang und den Rechen“, kündigte Veth an. Diese Arbeiten sollten auf jeden Fall erledigt werden, egal, wie die Gesamtplanung am Ende aussehe. Zur Erinnerung: Die Verbandsgemeinde wollte die Kläranlage eigentlich in deutlich größerem Umfang sanieren und vor allem erweitern. Doch weil sich die bereits seit 2011 laufende Planung immer weiter verzögerte, in der Zwischenzeit die Preise in der Baubranche explodierten und zuletzt auch noch die Inflation dazukam, wären die Kosten für den ursprünglichen Entwurf viel zu hoch gewesen. Deshalb plant das beauftragte Fachbüro das Vorhaben derzeit um. Es soll kleiner und damit günstiger werden. 30 Millionen Euro sieht das Investitionsprogramm bis zum Jahr 2025 hierfür trotzdem noch vor, wobei die tatsächliche Summe abzuwarten bleibt. Zunächst stehen dieses Jahr die ersten zehn Millionen bereit.
Dazu kommen drei Millionen Euro für zwei wichtige Projekte zum Schutz vor Hochwasser: der Bau eines Regenüberlaufbeckens in der Goethestraße im Ortsteil Dannstadt für 1,7 Millionen Euro und der Bau eines Regenrückhaltebeckens in der Haardtstraße für 1,3 Millionen Euro. Beide Becken sollen Veth und Helbig zufolge vor allem bei Starkregen vor Überschwemmungen schützen. Hier hatten sich bei dem Jahrhundertregen 2016 Schwachpunkte im Kanalnetz gezeigt, das den außergewöhnlichen Wassermassen sonst in den drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau gut standgehalten hatte.
Ob der zweite Bauabschnitt für die Erweiterung des Gewerbegebiets Dannstadt-Ost dieses Jahr erschlossen werden kann, ist noch offen. „Wir rechnen nicht damit“, sagte der Bürgermeister. Trotzdem sieht der Abwasserbetrieb hierfür vorsichtshalber 950.000 Euro vor, falls es doch klappen sollte. Daneben werden mehrere Kanalleitungen erneuert. Gehen sämtliche Vorhaben wie geplant voran, wird der Abwasserbetrieb nach Helbigs Angaben 2023 rund 14,7 Millionen Euro in seine Infrastruktur investieren. Für 2024 rechnet er mit zwölf Millionen Euro, für 2025 mit rund 11,5 Millionen. Angesichts solcher Summen seien weitere Gebühren- und Beitragserhöhungen auf Dauer unvermeidbar, auch wenn nun zunächst nur der Wiederkehrende Beitrag für die Oberflächenentwässerung leicht ansteige. Sobald diese wichtigen Vorhaben jedoch einmal abgeschlossen seien, würden sich die Entgelte auch wieder nach unten einpendeln. Auf die Frage Ralf Kleins (Grüne), wo die Verbandsgemeinde im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen stehe, antwortete der Werkleiter: „Auf der besseren Seite des Durchschnitts.“
Ein Großteil der Grünen-Fraktion stimmte als einzige gegen Investitionsprogramm und Wirtschaftsplan, weil er die neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost ablehnt.