Fußball
SV Hermersberg schlägt TuS Steinbach durch drei Weber-Tore
Weber, Weber und noch mal Weber: Der Mittelstürmer des SV Hermersberg machte beim 3:1 (0:0) gegen Verbandsliga-Mitaufsteiger TuS Steinbach den Unterschied aus, erzielte alle drei Treffer für die Heimmannschaft auf dem „Tauhübel“, der am Sonntag aber eher einem Frosthügel glich. „Seine Kaltschnäuzigkeit, sein Blick für die Situation – er braucht halt nicht viele Chancen“, lobte SVH-Trainer Jens Mayer seinen Goalgetter.
Mäßige erste Hälfte
Keiner tänzelte sich beim Einlaufen der Protagonisten so elegant warm wie SVH-Flügelflitzer Patrick Freyer. Doch das sollte es 45 Minuten lang gewesen sein mit Eleganz. Wo Verbandsliga drauf stand, war in der ersten Halbzeit vom spielerischen Niveau eher Kreisliga drin. Rennen, kämpfen, ja – aber mit dem Fußballspielen wollte es nicht so recht klappen. Beiden Teams war anzumerken, dass sie gegen den Abstieg kämpfen. Ein Höhepunkt war da noch die versuchte tänzerische Einlage von Schiedsrichter Marcel Laque, der dabei dem Spielgerät aber trotzdem nicht auswich, so dass das Spiel per Schiedsrichterball fortgeführt werden musste.
Von sich selbst überrascht
Kaum war die zweite Spielhälfte angepfiffen, änderte sich die Szenerie schlagartig. Jetzt jagte eine Torraumszene die nächste. Was als Befreiungsschlag von Cedric Gries gedacht war, leitete das überraschende 1:0 in der 47. Minute ein. Den langen Ball aus der Abwehr heraus tippte Weber im Sprintduell gegen Patrick Wolf über den ihm entgegeneilenden TuS-Keeper Klaus Jürgen Siebecker hinweg ins Netz. „Ich war selbst überrascht, dass ich noch an den Ball kam. Ich komme aus einer Erkältung heraus, konnte nicht so trainieren. Mir fehlte eigentlich die Antrittsschnelligkeit. Aber als ich die Situation erkannte, hab’ ich wohl noch extra was im Tank mobilisiert“, erzählte der in der Kälte dampfende Sturmtank der Hermersberger nach dem Schlusspfiff und strahlte dabei. Gleich nach Wiederanpfiff verloren die Steinbacher den Ball schon wieder, Weber sah, dass der TuS-Keeper noch zu weit vor seinem Tor stand, zog sofort ab, und zur Verblüffung aller fiel nur eine Minute nach dem 1:0 das 2:0. Kurz darauf traf Freyer den Pfosten (53.).
Vielleicht hätte der SVH das Ding jetzt nach Hause geschaukelt, wäre da nicht Jonas Krautschneider bei den Gästen vom Donnersberg eingewechselt worden (59.). Er belebte das Angriffsspiel Steinbachs. Seinen ersten Ballkontakt hatte er beim Freistoß in der 62. Minute. Den setzte er flach an der Mauer vorbei, und der Ball schlug zum Anschlusstreffer ein. „Wir sind dann prompt wieder nervös geworden. Vorbei war es mit der Ruhe im Spiel“, sah SVH-Trainer Mayer, wie sein Team nun unter Druck geriet. Keeper Sven Deppert wehrte einen Schuss von Krautschneider per Grätsche mit dem Fuß ab (70.). Jener Krautschneider hatte dann noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß, als er sich über die linke Seite zur Grundlinie in den Strafraum durchspielte und sein Schuss haarscharf am langen Pfosten vorbeistrich (88.).
Stresstest bestanden
Dann das entscheidende Tor in der 90. Minute: Daniel Jochum, gerade eingewechselt, attackierte TuS-Schlussmann Siebecker an der Strafraumgrenze, luchste ihm den Ball ab, legte quer, und Weber stand da, wo ein Mittelstürmer zu stehen hat, brauchte nur noch einzuschieben – 3:1.
„Das waren drei ganz wichtige Punkte für uns. Kompliment an die Spieler, wie sie mit der Stresssituation umgegangen sind“, kommentierte SVH-Trainer Mayer. „Wir haben Hermersberg über die gesamte Spielzeit eine ausgeglichene Partie geliefert. Die individuellen Fehler, die wir uns geleistet haben, machten den Unterschied aus. Aber auf diese Leistung von heute lässt sich für die kommenden Spiele aufbauen“, sagte TuS-Spieler Marvin Mirschberger.
SO SPIELTEN SIE
SV Hermersberg: Deppert - Metzger, Simon, Dausmann, Kolb - Gries (64. Lelle), Masch (83. Bißbort), Deho, Freiler - Weber, Freyer (87. Jochum)
TuS Steinbach: Siebecker - Mirschberger, Wolf, Herbert, Kamau - Hayrapetyan, Metzinger, Lukas Krautschneider, Gödtel (59. Jonas Krautschneider) - Schunk, Lukas (77. Walther)
Tore: 1:0, 2:0 Weber (47./48.), 2:1 Jonas Krautschneider (62.), 3:1 Weber (90.+3) - Gelbe Karten: Freyer - Lukas Krautschneider, Hayrapetyan, Metzinger, Lukas - Beste Spieler: Deho, Freiler, Weber - Metzinger, Schunk, Lukas Krautschneider - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Laque (Diedesfeld).