Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung gegen DaRa

DaRa hat seinen Sitz in der Pirmasenser Rupprechtstraße.
DaRa hat seinen Sitz in der Pirmasenser Rupprechtstraße.

Die für Wirtschaftsstraftaten zuständige Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt gegen die Verantwortlichen der zahlungsunfähigen Pirmasenser DaRa Event GmbH. Wie die Behörde auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigte, besteht der Verdacht der Insolvenzverschleppung.

Auf Nachfrage der RHEINPFALZ teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern mit, dass bei ihr „ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen der DaRa Event GmbH wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung geführt wird. Das Ermittlungsverfahren beruht auf mehreren Strafanzeigen, die hier ab Mai 2023 eingegangen sind“. Die DaRa Event GmbH ist zahlungsunfähig, das Amtsgericht Pirmasens hatte am 10. Juli das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet und den Kuseler Rechtsanwalt Jürgen Roth zum Insolvenzverwalter bestellt.

Insolvenzverwalter Roth war im Juli in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ der Überzeugung, dass der Insolvenzantrag zu spät gestellt worden sei. Er hätte schon im März 2021 gestellt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt sei das Unternehmen bereits bilanziell überschuldet gewesen. Roth sprach von einem Fehlbetrag in Höhe von 170.000 Euro. Definitiv zahlungsunfähig sei das Unternehmen dann am 1. Januar 2022 gewesen. Es habe laut Roth über Mittel in Höhe von 14.000 Euro verfügt und sich einer Forderung von 25.000 Euro gegenübergesehen, die es nicht bedienen konnte. Im Lauf des Jahres 2022 seien weitere 250.000 Euro an Verbindlichkeiten hinzugekommen.

Mit neuer Agentur am Start

Im Jahr 2019 hatten Daniel Schneider und Raphael Wagenblatt in Pirmasens die DaRa Event GmbH gegründet. Zunächst übernahm die Gesellschaft das Pirmasenser Quasimodo, später die Sportsbar im Hauptbahnhof. Ende 2021 pachtete das Unternehmen eine Veranstaltungshalle am Zweibrücker Flugplatz an und wollte dort eine Soccerhalle und eine Almhütte bauen. Die Zweibrücker Veranstaltungshalle wurde schon nach wenigen Monaten von DaRa nicht mehr betrieben, im Frühjahr 2023 schloss schließlich die Sportsbar.

Ende März machte Raphael Wagenblatt dann bekannt, dass er die DaRa-Group verlassen hat. Daniel Schneider ist seither alleiniger Geschäftsführer. Wagenblatt gründete daraufhin die Stargate-Agentur, mit der er das Quasimodo und das Fischbacher Biosphärenhaus betreibt. Die Agentur war auch in die Organisation des Pirmasenser Schlabbeflickerfestivals und des Rodalber Grünesputschefestes eingebunden.

Bei Verurteilung droht Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft wollte zu den weiteren Ermittlungsschritten keine Auskünfte geben, „weil durch eine Offenlegung der Ermittlungszweck gefährdet werden könnte“, teilte sie mit, Prognosen zu einem späteren Verfahrensabschluss seien zu einem so frühen Ermittlungsstadium noch nicht möglich.

Laut Insolvenzrecht macht sich strafbar, wenn man den Insolvenzantrag nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig stellt. Wer eine Insolvenz vorsätzlich verschleppt, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Wurde die Insolvenz nur fahrlässig verschleppt, fällt die Freiheitsstrafe geringer aus, dann beträgt sie maximal ein Jahr. Eine Verurteilung kann auch berufliche Konsequenzen haben, wenn die Ausübung von Geschäftsführertätigkeiten für mehrere Jahre ausgeschlossen wird.

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