Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel So sieht die Zukunft der Pirmasenser Schulen aus

„Alle drei Gymnasien werden benötigt“, sagt OB Markus Zwick. Hier im Bild das Hugo-Ball-Gymnasium, das seinen Standort am Fahrsc
»Alle drei Gymnasien werden benötigt«, sagt OB Markus Zwick. Hier im Bild das Hugo-Ball-Gymnasium, das seinen Standort am Fahrschen Wald behält.

Kein Austausch über die Pirmasenser Schullandschaft ohne Verweis auf die (inzwischen verworfene) Schulrochade – so auch am Montag im Hauptausschuss. Frank Eschrich (Linke-Partei) sprach erneut von der „größten politischen Fehlleistung der letzten zehn Jahre“, doch OB Markus Zwick lenkte den Blick nach vorne. Sämtliche Schulstandorte seien gesichert. „Wir haben mehr Raumbedarf als vor Jahren absehbar“, so Zwick.

Der Hauptausschuss stimmte am Montag in seiner digitalen Sitzung dem jüngst vorgestellten regionalen Schulentwicklungsplan zu, den das Büro „Biregio“ erstellt hat. Anders als vor Jahren absehbar sei die Zahl der Einwohner und damit auch die Zahl der Schulkinder in Pirmasens gestiegen, sagte Zwick, dank des „deutlichen Zuzugs“. Sämtliche Schulstandorte in der Stadt seien sicher – auch die Sommerwaldschule, sollten dort nicht teure Sanierungen anstehen. Bei dieser Grundschule seien die Schülerzahlen „geringer als anderswo“, dennoch „sehen wir sie weiter am Netz“, so Zwick. Auch an der Fehrbacher Grundschule, an der die Zahl der Schüler zurückgeht, wolle man festhalten. Der OB ging noch weiter: „Ich hoffe, dass wir noch viele Schulen bauen müssen, weil sich die Stadt so gut entwickelt.“

Förderschulen gut ausgelastet

Sowohl die Pirminius- als auch die Matzenbergschule seien als Förderschulen gut ausgelastet, berichtete der OB. Zu den weiterführenden Schulen sagte er: „Alle drei Gymnasien werden dauerhaft benötigt.“ Die beiden Realschulen seien „an der Untergrenze“ bei den Anmeldungen, zählten jedoch viele Zugänge in den höheren Klassen. „Da wäre es schön, wenn wir die Zahl der Anmeldungen für die fünften Klassen erhöhen könnten“, merkte Zwick an, der auch Schuldezernent ist.

Das Büro „Biregio“ empfehle deutlich, keine Integrierte Gesamtschule (IGS) in der Stadt aufzumachen, denn das würde die Gesamtschulen im Landkreis (Thaleischweiler-Fröschen, Waldfischbach-Burgalben, Contwig) schwächen. Es kämen viele Schüler aus dem Landkreis zum Schulbesuch in die Stadt, sagte Zwick, da akzeptiere man umgekehrt auch, dass Schüler zu den Integrierten Gesamtschulen in den Landkreis auspendelten.

Der OB kündigte an, man wolle in alle Schulstandorte kontinuierlich investieren. Bürgermeister Michael Maas werde demnächst die Sanierungspläne für das Hugo-Ball-Gymnasium vorstellen.

Berufsbildende Schulen: Austausch funktioniert

Frank Fremgen (SPD) regte weitere Schwerpunktschulen an. In solchen werden „normale“ Schüler und solche mit Förderbedarf gemeinsam unterrichtet – Stichwort Inklusion. Zwick ergänzte, Inklusion mache Förderschulen keineswegs überflüssig. Es gebe Kinder, die brauchten das Umfeld einer Förderschule, um lernen zu können. Andererseits zähle man in der Stadt überdurchschnittlich viele Förderkinder, die in Regelschulen den Unterricht besuchen. Annette Sheriff (Grüne) sagte, Inklusion funktioniere gut an Grundschulen, doch müsse man auch die weiterführenden Schulen im Blick behalten.

An der Berufsbildenden Schule (Zwick: „der größte Standort in der Region“) funktioniere der Austausch mit den BBS-Standorten Rodalben und Zweibrücken inzwischen sehr gut, erklärte der OB auf Nachfrage.

Das Büro „Biregio“ hat den Zukunftsplan für die Schulen für Pirmasens, Zweibrücken und den Landkreis gemeinsam erstellt. Das sei sinnvoll, „denn politische Zuständigkeiten interessieren die Eltern wenig“, sagte Zwick; denen gehe es darum, die passende Schule für ihre Kinder zu finden. Der OB strebt einen regelmäßigen Austausch mit Zweibrücken und dem Landkreis an. Ziel sei, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen. Am 17. Mai befasst sich der Stadtrat mit dem Schulentwicklungsplan.

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