Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirmasens: Norbert Becker geht als Theologischer Vorstand im Diakoniezentrum in den Ruhestand

Norbert Becker (links) und Carsten Steuer.
Norbert Becker (links) und Carsten Steuer. Foto: gana

Für viele Pirmasenser ist er das Gesicht des Diakoniezentrums: Norbert Becker. Weil er aber im November 67 wird und seinen Ruhestand nicht noch ein drittes Mal verschieben darf, steht das Diakoniezentrum mit seinen über 600 Mitarbeitern in 15 Gemeinden in der Süd- und Südwestpfalz vor einem Umbruch.

„Ich hänge am Diakoniezentrum“, sagt der protestantische Pfarrer Becker. Gleichzeitig betont er: „Ich klebe aber nicht an dem Amt.“ Schon im vergangenen Frühjahr habe er darauf aufmerksam gemacht, dass ein Nachfolger für ihn gefunden werden müsse, berichtet der noch 66-Jährige. Die Stelle des Theologischen Vorstandes war mehrfach ausgeschrieben – letztlich ohne Erfolg. Nach Informationen der RHEINPFALZ gab es zwar durchaus Bewerber für die Spitzenfunktion, aber die erhielten im Verwaltungsrat nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit.

Das Diakoniezentrum existiert seit dem 19. Jahrhundert

Das Diakoniezentrum, das seit 1853 besteht, hat nun seine Satzung geändert. Das erlaubt, dass der kaufmännische Vorstand Carsten Steuer künftig alleine die Geschäfte führt. Becker soll als „Bevollmächtigter“ weiterhin an den Geschicken des Diakoniezentrums beteiligt sein. Steuer rechnet damit, dass er sich einmal wöchentlich mit Becker treffen werde, um die theologischen Inhalte, aber auch Projekte wie den Neubau des Hospizes und das laufende Bauprojekt in Zweibrücken (Haus Kana) zu besprechen. Die bereits geplante offizielle Verabschiedung von Becker wird nun erstmal verschoben. Sie soll im kommenden „Spätsommer/Spätjahr“ nachgeholt werden. Bis dahin hoffen Steuer und Becker, dass ein neuer Theologischer Vorstand für das Diakoniezentrum gefunden und eingearbeitet ist. Gestern wurden die Mitarbeiter über die künftige Entwicklung informiert.

Das Diakoniezentrum erhält keine Kirchensteuermittel

Becker sieht die Diakonie als gesellschaftliche Kraft. Vor diesem Hintergrund müsse etwa das Projekt Patio betrachtet werden, bei dem das Diakoniezentrum mit der Bauhilfe kooperiert – und noch weitere Pläne in der Schublade hat. Steuer sagt, dass mittlerweile potenzielle Nachfolger für Becker in Sicht seien. Allerdings müsse darüber der Verwaltungsrat entscheiden. Er sei jedoch eingebunden in die Suche, schließlich müsse es im Vorstandsteam ja auch passen. Ihm sei jedoch klar, dass für einen Bewerber nicht die Maßstäbe gelten könnten, die bei Becker existierten. Der selbst sagt, es sei mittlerweile schwer geworden, Theologen zu finden, die unternehmerisch denken. Weil das Diakoniezentrum aber frei von Kirchensteuern auskommen muss, sei das eine notwendige Qualifikation.

Seit 1981 arbeitet Pfarrer Becker in Pirmasens

Steuer und Becker haben die vergangenen elf Jahre miteinander gearbeitet. Der Geistliche stammt ursprünglich aus Sankt Ingbert, wohnt mittlerweile aber in Zweibrücken und bezeichnet sich als „Überzeugungs-Pirmasenser“ – kein Wunder arbeitet er doch seit 1981 in der Stadt. Unter anderem wirkte der Theologe 14 Jahre als Pfarrer an der Priesterwiese im Winzler Viertel. Außerdem war er Pfarrer in der Lukaskirche und unterrichtete als Lehrer am Immanuel-Kant-Gymnasium.

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