Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Homeoffice im Hotelzimmer: So trotzt das Best Western City-Hotel der Corona-Krise

Hoteldirektor Sebastian Schadewell
Hoteldirektor Sebastian Schadewell

In Zeiten wie diesen ist Kreativität gefragt. Vor allem Unternehmer müssen schauen, wo sie bleiben. Das Best Western City-Hotel in der Pirmasenser Innenstadt ist da keine Ausnahme. Hoteldirektor Sebastian Schadewell bietet nun etwas an, dass es sonst überwiegend in Großstädten wie München gibt.

Das Hotelzimmer als Homeoffice: Trotz der inzwischen beschlossenen Wiedereröffnung der Hotels will Sebastian Schadewell, Direktor des Pirmasenser Best Western City-Hotels, sein Konzept auch in der näheren Zukunft fortführen und seine Hotelzimmer für seine Kunden tagsüber als „Büro“ vermieten.

„Geschäftsleute haben die Zeit zwischen ihren Terminen bei uns auch zuvor schon genutzt, um in einem unserer Zimmer in Ruhe zu arbeiten oder Telefonkonferenzen abzuhalten“, erzählt Schadewell. Nun habe er dem Kind einen Namen gegeben, sagt er. Natürlich habe die Corona-Krise dabei eine Rolle gespielt. Das Homeoffice-Angebot im ruhigen Hotelzimmer mit schnellem Internet-Anschluss, Getränken und Festnetz-Anschluss sei durchaus genutzt worden. „Es ist bislang ein eher überschaubarer Markt, aber einer, den wir gerne im Auge behalten und erforschen möchten“, meint Schadewell. Noch würden Privatkunden und Firmen möglicherweise aufgrund der Kosten zögern, vermutet er.

Jede Stunde kostet sechs Euro

Im City-Hotel zahlen die Gäste etwa sechs Euro pro angefangener Stunde. Die Verantwortlichen glauben, dass sich aufgrund der Corona-Krise die Einstellung mancher Firmenchefs ändern könnte. Nicht jedem Mitarbeiter stünden zuhause die nötige Infrastruktur und Ruhe sowie ausreichende Internet Bandbreiten für einen reibungslosen Homeoffice-Ablauf zur Verfügung.

Nachdem das City-Hotel in der Pirmasenser Innenstadt im April komplett geschlossen war, ist es seit Anfang Mai wieder geöffnet. „Bislang nur für Geschäftsreisende“, wie Schadewell betont. Die würden im Normalfall zwar den Großteil seiner Kunden ausmachen, dennoch laufe das Geschäft erst langsam an. „Es ist ein Grundrauschen vorhanden und wir merken, es zieht ein wenig an“, zeigt sich der Hotelier vorsichtig optimistisch. Um den strengen Corona Regeln Rechnung zu tragen, sind aktuell die Hotelbar und der Fitnessraum geschlossen, auch Frühstück bietet Schadewell zurzeit nicht an. Noch seien auch die meisten seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit. Mit der Wiedereröffnung im Mai sieht der Hoteldirektor nun wieder eine Perspektive für sein Haus.

Der Direktor klagt über „enorme Umsatzeinbußen“

„Klar ist, dass wir enorme Umsatzeinbußen hatten und immer noch haben“, sagt er. Die Buchungszahlen im Mai seien um 80 Prozent geringer als im Vorjahr. „Wir hoffen, dass sich die Situation nach und nach entspannt und wieder eine vorsichtige Normalität in der Reisebranche einkehrt“, sagt Schadewell. Mit der Öffnung der Hotels für Privatkunden ab dem 18. Mai sei dafür ein erster Schritt geschaffen.