Pirmasens
Fußball: FK Pirmasens ist an Lars Ößwein interessiert
Mit null Punkten steht der FK Pirmasens am Tabellenende der Fußball-Regionalliga. Am Samstag, 14 Uhr, versucht die Elf von Trainer Fischer auf der Schwäbischen Alb ihr Glück. Gastgeber ist der VfR Aalen, bis 2015 noch Mitglied der Zweiten Bundesliga.
VON PETER BRANDSTETTER
Diese Woche berieten Präsidium, Aufsichtsrat, Sport-Koordinator Peter Tretter, Kaderplaner Attila Baum und Cheftrainer Patrick Fischer über die Lage der ersten Mannschaft des FK Pirmasens, die mit fünf Niederlagen in fünf Spielen so schlecht wie seit 1992 nicht mehr gestartet ist. Damals gingen in der Verbandsliga die ersten sieben Saisonspiele verloren, der zweite Abstieg in Folge war damit eingeleitet. Baum fasst das Ergebnis der Analyse so zusammen: „Die Abgänge nach der vergangenen Runde sind im Moment nicht zu ersetzen. Wenn bei uns ein bis zwei Prozent fehlen, sind wir in der Regionalliga nicht wettbewerbsfähig.“ Vergangenen Samstag beim 0:1 gegen den SC Freiburg II war zum ersten Mal in dieser Runde wirklich etwas drin für die Pirmasenser, die aber ihre Chancen nicht nutzten. Fischer sieht seine Mannschaft nach dem Freiburg-Spiel in vielerlei Hinsicht „auf einem positiven Weg“.
Dass er in seiner neuen Rolle als Cheftrainer seines Herzensvereins, bei dem er zuvor die A-Junioren und die zweite Mannschaft coachte, nach fünf Spieltagen noch ohne Punkt dasteht, sei „belastend“, räumt Fischer ein. Doch er fügt sogleich hinzu: „Ich war schon immer ein Kämpfer. Man kann hinfallen, muss aber immer wieder aufstehen.“
Vier Außenangreifer hat der FKP in seinem Kader. Für einen, Luis Kiefer, dürfte die Saison nach seinem Kreuzbandriss fast gelaufen sein. Ein anderer, der Ex-Elversberger Sven Sellentin, in den die Pirmasenser so große Hoffnungen gesetzt hatten, fällt weiterhin aufgrund muskulärer Probleme aus. Damit bleiben nur noch Felix Bürger und der vom Oberligisten Hertha Wiesbach gekommene Djibril Diallo, die sich nach Fischers Worten „im Training für einen Einsatz empfohlen“ hätten.
Und dabei suchte der FKP ohnehin noch eine Verstärkung für die offensiven Außenpositionen, die vergangene Saison in der Regel mit dem luxemburgischen Nationalspieler Florian Bohnert (jetzt Mainz 05 II) und Patrick Freyer (Spielertrainer in Queidersbach) gut besetzt waren. Aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten fällt es aber schwer, einen Spieler zu verpflichten, der dem Tabellenletzten sofort weiterhilft.
Am Mittwoch war Lars Ößwein zum Probetraining auf der Husterhöhe. Ein junger, beim FCK gut ausgebildeter, derzeit vertragsloser Spieler aus der Pfalz, der immerhin schon 32 Regionalligaspiele (für Mainz 05 II und den VfB Stuttgart II) in den Beinen hat. „Er passt in unser Schema“, sagt Baum. Der Rheinzaberner ist allerdings eher Linksverteidiger als linker Mittelfeldspieler.
Eine (Zwischen-)Lösung des Außenangreiferproblems kann aber sein, Linksverteidiger Philipp Schuck wie schon gegen Freiburg vorziehen. Baum: „Philipp ist schnell und kann gut aus dem Lauf flanken.“ Die Stamm-Außenverteidiger Sascha Hammann und Manuel Grünnagel haben ebenfalls schon bewiesen, dass sie auch einen offensiveren Part gut einnehmen können.
Die Mannschaft ist seit Freitagabend in Aalen, übernachtet dort im Römerhotel. Am Samstag fährt das Team nach Video-Gegneranalyse und kurzem Spaziergang in die fünf Kilometer entfernte Ostalb-Arena, wo seit Saisonbeginn Roland Seitz (zuvor SV Elversberg, SC Paderborn) als Trainer tätig ist. Der VfR, mit einem Sieg, drei Remis und einer Niederlage auf Rang neun, hat ähnliche personelle Probleme wie der FKP, dem auch Stürmer „Kosta“ Neofytos wegen eines Todesfalls in der Familie fehlt.