Fußball
FKP-U19-Trainer Heß: „Unser Problembereich Nummer eins ist die Chancenverwertung“
Herr Heß, wie lief die Wintervorbereitung? Woran hat das Trainerteam insbesondere gearbeitet?
Ich bin mit der Vorbereitung auf die Rückrunde sehr zufrieden. Die Jungs haben prima mitgemacht, haben das anstrengende Programm voll durchgezogen. Es ist ja kein Geheimnis, dass unser Problembereich Nummer eins die Chancenverwertung ist. Die Defensivarbeit stimmt. Wir haben durch die Bank enge Spiele abgeliefert – auch gegen die Spitzenteams. Aber wir machen aus unseren Tormöglichkeiten, die wir uns immer wieder erarbeiten, einfach zu wenig. Das hat uns in der Tabelle nach hinten rutschen lassen. Wir konnten die fußballerischen Ansätze der Spieler verbessern, haben sie weiterentwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Steigerung der physischen Komponente. Die Substanz muss für volle 90 Minuten da sein. So wollen wir entgegenwirken, dass wir in den Schlussminuten noch Punkte unnötig hergeben.
Wie sahen die Vorbereitungsspiele aus?
Da haben wir einiges ausprobiert. Deshalb darf man nicht nur auf die Ergebnisse schauen. Gespielt haben wir gegen Kickers Offenbach (0:4), Heidelberg-Kirchheim (2:2), mit einer fast ausschließlichen U18 gegen die TSG Kaiserslautern (2:2) und gegen Rot-Weiß Walldorf aus der Hessenliga (0:2). Gegen Walldorf waren wir spielbestimmend, hatten auch mehr Torchancen, aber die Hessen waren effektiver als wir.
Gab es Neuzugänge?
Von außerhalb nicht. Aber Xander Race, der ja schon im Juli zu uns kam, ist jetzt endlich spielberechtigt. Er wurde in der Fußball-Akademie in Toronto ausgebildet, war dort auch Stammspieler in der U21 von Toronto Skillz FC, die in der Reserveliga der League 1 Ontario in Kanada spielt. Er bringt eine entsprechende Körpergröße mit und wird in der Innenverteidigung eine willkommene Alternative sein.
Herr Heß, Ihre Mannschaft hat diese Saison in der Regionalliga bislang von zwölf Spielen nur zwei gewonnen und steht mit nur neun Punkten auf einem Abstiegsplatz. Wie wichtig wäre ein gutes Spiel, ein gutes Ergebnis im Nachholspiel am Sonntag (Anstoß: 15.30 Uhr, Sportpark Husterhöhe) gegen den Tabellenvierten und Vorjahres-Vizemeister Mainz-Gonsenheim?
Mit den Gonsenheimern kommt ein Hochkaräter dieser Liga. Sie haben 41 Tore und damit die zweitmeisten aller 14 Mannschaften erzielt und dabei nur 13 Gegentore kassiert. Wir gehen mit der guten Vorbereitung im Rücken in dieses Spiel und wollen versuchen, drei Punkte zu holen, um damit Kraft und Selbstbewusstsein für eine erfolgreiche Rückrunde zu tanken. Wir hoffen alle, dass wir unsere Arbeit in der Winterpause auch auf den Platz bringen und im Angriff effizienter sind. Schön wäre es, mal mit 1:0 in Führung zu gehen. Mit diesem Nachholspiel haben wir ja noch 14 Spiele vor der Brust. Da ist noch einiges möglich.
Herr Heß, Sie werden nach dieser Saison Ihre zweijährige Trainertätigkeit bei der U19 des FK Pirmasens beenden und dann den Herren-Landesligisten Fortuna Billigheim-Ingenheim coachen. Geht Ihr Vater und jetziger Co-Trainer Freddy Heß diesen Weg mit?
Die Aufgabe beim FK Pirmasens hat mich immer gereizt. Ich hätte das auch gerne weiter gemacht. Aber es hat sich familiär einiges geändert, und ich kann diesen hohen Zeitaufwand nicht mehr leisten. Meine Frau hat ihre Arbeit wieder aufgenommen. Unser dreijähriger Sohn hat mit dem Kicken angefangen. Von unserem Wohnort Offenbach aus bin ich in sieben Minuten am Fußballplatz in Billigheim-Ingenheim. Eine riesige Zeitersparnis im Vergleich zum jetzigen Engagement in Pirmasens mit dem Aufwand für die Regionalliga. Mein Vater hat Stand jetzt kein weiterführendes Engagement im Fußball.
Sie waren ja selbst Oberligafußballer und sind jetzt 36. Reizt es da nicht, in der Landesliga noch einmal als Spielertrainer anzugreifen?
(lacht) Ich war jetzt vier Jahre nur als Trainer aktiv. Da wäre es vermessen, jetzt noch einmal als Spieler aufzulaufen. Das ist derzeit kein Thema.
ZUR PERSON
Der in Offenbach an der Queich lebende Sebastian Heß ist 36 Jahre alt, Lehrer am Goethe-Gymnasium in Germersheim und Vater von zwei Kindern. Er spielte in der Jugend beim SC Hauenstein, wo auch sein Vater, Ex-Zweitligaprofi Freddy Heß, aktiv war, dann für den TuS Mechtersheim in der Oberliga Südwest, anschließend in Hessen für Darmstadt 98, RW Frankfurt und den SV Traisa. In der Folge wurde er Spielertrainer beim SV Alsbach in der Verbandsliga Hessen Süd und sammelte danach Erfahrung als Videoanalyst bei der U23 des Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Seit Sommer 2022 coacht Heß die Regionalliga-U19 des FK Pirmasens.