Herschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Dritter Chor-Workshop mit neuer Stimmbildnerin und 25 Teilnehmern

Hohe Konzentration herrschte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Chor-Workshops in Herschberg.
Hohe Konzentration herrschte bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Chor-Workshops in Herschberg.

Einen guten Klangkörper weiter zu verbessern und auf eine breitere Basis zu stellen: Das ist dem Frauenchor Herschberg bisher schon mit zwei Chor-Workshops gelungen. Dieses Erfolges wegen haben die Verantwortlichen am Wochenende eine weitere Schulung in der Bürgerhalle angeboten. 25 Sängerinnen und Sänger haben daran teilgenommen.

Dass wegen Krankheit eine Reihe schon angemeldeter Sängerinnen beim dritten Chor-Workshop des Herschberger Frauenchors am vergangenen Samstag nicht dabei sein konnte, bedauerte die Vorsitzende Brigitte Waggershauser schon in der offiziellen Begrüßung. Dennoch: 25 Interessierte nahmen teil: hauptsächlich Frauen, aber auch einige wenige Männer.

Die Möglichkeit des intensiven Übens

„Gemeinsam klingt es besser“ wurde den Ankommenden schon im Foyer der Halle auf einem unübersehbaren Banner versprochen, um die Wichtigkeit einer solchen Fortbildungsveranstaltung zu unterstreichen. Die offenen Chor-Workshops werden seit Jahren vom Chorverband der Pfalz auch finanziell unterstützt. „Darüber sind wir froh“, betonte Kristin Kiefer, die den Großteil der Organisation im Frauenchor zusammen mit einigen Kolleginnen stemmt. Kiefer hält diese Art von Veranstaltung für sehr wichtig, weil es sich dabei nicht um 08/15-Chorproben handelt, sondern weil sie intensives Üben, losgelöst vom Alltagsstress, ermöglichen.

Das Besondere an solchen Workshops ist auch, dass für die Teilnehmer die Möglichkeit einer Einzel-Stimmbildung besteht. Dafür war dieses Mal Monika Fuhrmann als Vocal-Coach zuständig. Studiert hat sie an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, und sie gehört seit vielen Jahren als Sängerin zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim.

Drei Generationen singen mit

Als Stimmbildnerin beschäftigte Fuhrmann sich am Samstag zum ersten Mal mit den Sängerinnen des Herschberger Frauenchors und war insgesamt begeistert vom Stimmmaterial des gesamten Klangkörpers. Was ihr auffiel, ist die altersmäßige Staffelung des Chors über drei Generationen hinweg – etwas, das ihrer Meinung nach auch zu einem guten und ausgeglichenen Klangbild beiträgt. Die Sängerinnen seien offen für Neues, stellte sie bereits am Vormittag fest, als mit dem Einsingen unter der Leitung von Chorleiter Wolfgang Fuhrmann die Vorbereitungen für die Stimmübungen begannen, wobei die rhythmische Sicherheit auch durch die Koordination zwischen Klatschen, Stampfen und Singen besonders geschult wurde.

Das alles war neu für die jüngste Teilnehmerin des Workshops, die erst seit Jahresfrist neben ihrer Mutter dem Chor angehört. Die 15-jährige Johanna aus Herschberg meldete sich dann auch selbstbewusst zur Einzel-Stimmbildung an, um ihre Gesangstechnik zu verbessern und ihre Stimme weiterzuentwickeln. „Ich habe mich danach beim Singen sicherer gefühlt“, beschrieb sie den Erfolg dieser Lehrstunde.

Chorleiter mit großem Engagement

Es ist offensichtlich, dass der Herschberger Frauenchor in den letzten Jahren eine positive Entwicklung genommen hat. Auch während der Pandemie wurde der Probenbetrieb unter allen Umständen – wenn auch manchmal im Garten – aufrechterhalten. Statt Abwanderungen gab es Neuzugänge, sogar von außerhalb der Gemeinde, sodass heute nahezu 30 Sängerinnen den Kern bilden, beim Projektchor kommen noch sechs bis sieben Männerstimmen dazu. Das alles hat sicherlich auch mit einer weiteren Besonderheit zu tun: Es gibt heutzutage wohl nicht allzu viele Chöre, die seit beinahe 40 Jahren dem Taktstock desselben Chorleiters folgen. Wolfgang Fuhrmann hat den Frauenchor 1986 praktisch mitbegründet und seither durch Höhen – und manchmal auch Tiefen – begleitet. Viele schöne und anspruchsvolle Lieder wurden dem Repertoire in dieser Zeit hinzugefügt, auch weil die Sängerinnen dank der Beharrlichkeit ihres Dirigenten die x-te Wiederholung bei den Proben meist klaglos hingenommen haben.

„Es war und ist immer noch mein Ziel, den von mir betreuten Klangkörper musikalisch nach vorne zu bringen“, erklärt Fuhrmann sein stetiges Engagement. „Wer stehen bleibt, geht auch musikalisch rückwärts.“

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