Neustadt
Widerstand gegen geplante Wohnanlage in Hambacher Weinstraße
Alexander Klein, Inhaber der Compactbau GmbH, hatte 2018 eine Bauvoranfrage für das rund 4000 Quadratmeter große Gelände gestellt, auf dem damals noch die Produktionshalle des Weinguts Seiberth war. Die Bauvoranfrage wurde positiv beschieden. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen einen Bauantrag und hat inzwischen die ehemaligen Gebäude des Weinguts abreißen lassen.
Mehrere Nachbarn lehnen die Pläne des Neustadter Unternehmens ab und haben Widerspruch gegen die Zustimmung zur Bauvoranfrage eingelegt. Der Widerspruch eines Anwohners hätte im März vor dem Stadtrechtsausschuss verhandelt werden sollen, sei aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden, sagt Ernst Günter Weinbach, Sprecher der Anwohner. Seitdem habe man nichts mehr gehört. Weitere Widersprüche, auch sein eigener, seien noch bei der Bauabteilung der Verwaltung, so Weinbach.
Mehrere Gründe gegen Vorhaben
Die Anwohner führen für ihre Ablehnung mehrere Gründe an. So sei das hintere der von Compactbau geplanten Gebäude im Außenbereich. Dort ist eine Bebauung jedoch nur für sogenannte privilegierte Bauten zulässig, etwa landwirtschaftliche Gebäude. „Die Baulinie endet an der Außenhaut des hintersten Wohngebäudes“, verweist Weinbach auf die entsprechenden gesetzlichen Regelungen. Die Stadtverwaltung habe diese Vorgabe nicht beachtet und die Linie, bis zu der gebaut werden darf, willkürlich festgelegt, so Weinbach.
Die Höhe der geplanten Gebäude passe nicht zur Umgebung, nennen die Anwohner als weiteres Argument. Auch würden durch die Zu- und Ausfahrt der Tiefgarage die erlaubten Lärmgrenzwerte überschritten. Die Verkehrsprobleme, die es wegen eines Discounters bereits gebe, würden durch die Neubebauung zunehmen, so die Anwohner. Wenn die Widersprüche beim Stadtratsausschuss keinen Erfolg haben, werde man beim Verwaltungsgericht Klage einlegen, kündigt Weinbach an.
Bauträger sieht Widerstand „sportlich“
Klein sagt, dass er derzeit keine Zeit für das Projekt Weinstraße 81 habe. Er sei seit etwa zwei Jahren überwiegend damit beschäftigt, Grundstücke zu kaufen. So auch mehrere Grundstücke in Hambach und in Lachen-Speyerdorf. Näheres zu den Standorten will Klein nicht preisgeben. Derzeit würden Planungen für diese Grundstücke erstellt. „Eines nach dem anderen, irgendwann ist auch die Weinstraße 81 wieder an der Reihe“, so Klein. Dieses Jahr allerdings wohl nicht mehr. Den Widerstand der Anwohner sehe er „sportlich“.