Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Hetzelstift-Träger will sparen

Der Hetzelstift-Neubau in Neustadt ist laut der Marienhaus-Gruppe nicht in Gefahr. Foto: ASH/frei
Der Hetzelstift-Neubau in Neustadt ist laut der Marienhaus-Gruppe nicht in Gefahr.

Träger in Zahlungsschwierigkeiten, drohende Entlassungen und der Krankenhausneubau in Gefahr? Im Marienhaus-Klinikum Hetzelstift machen sich Mitarbeiter zurzeit offenbar Sorgen um ihre Zukunft. Fakt ist: Der Träger, die Marienhaus-Unternehmensgruppe in Waldbreitbach, hat sich selbst einen Sparkurs verordnet.

Was ist dran an den Gerüchten? „Wir durchlaufen ein Restrukturierungsprogramm“, sagt Heribert Frieling, Leiter der Unternehmenskommunikation der Marienhaus Holding, auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Und ja: Das werde zu „Veränderungen auf allen Ebenen der Unternehmensgruppe“ führen. Personalabbau? Nicht ausgeschlossen. Schließung von Kliniken oder Abteilungen? Ebenfalls nicht undenkbar. Ein Ende der Neubaupläne in Neustadt? Kein Thema, wie Frieling sagt: „Aus der Tatsache, dass es Veränderungen gibt, darf man nicht schließen, dass notwendige Investitionen gecancelt werden.“ Im Gegenteil: Das Ganze solle dazu führen, dass solche wichtigen Investitionen gestemmt werden können.

Bilanzverlust von fast sieben Millionen Euro

Mit Blick auf die angedachten Sparpläne verweist Fierling auf ein im Juni in der „Rhein-Zeitung“ erschienenes Interview mit Marienhaus-Geschäftsführer Heinz-Jürgen Scheid und Thomas Wolfram, dem neuen Generalbevollmächtigten der Unternehmensgruppe. Laut Scheid geht es beim Sanierungskonzept um „eine Zentralisierung des Einkaufs, ein besseres Management der Verweildauer der Patienten, kürzere Entscheidungswege, mehr Verantwortung für die kaufmännischen Direktoren in den Krankenhäusern und den Abbau von Doppelstrukturen“.

Die Unternehmensgruppe habe 2017 aus wirtschaftlichen Gründen vier Kliniken schließen müssen (Wadern, Flörsheim, St. Wendel, Neuerburg) und einen Bilanzverlust von fast sieben Millionen Euro verzeichnet. Die Lage habe sich 2018 zwar verbessert: Man werde das Jahr mit einem Bilanzgewinn abschließen und das Defizit des Vorjahres weitestgehend ausgleichen. Die Erlöse insbesondere aus dem laufenden Betrieb der Krankenhäuser, die mehr als 80 Prozent des Umsatzes ausmachten, hätten sich allerdings nicht erfüllt.

Es muss mehr Gewinn erwirtschaftet werden

„Vor allem mit Blick auf nötige Investitionen brauchen wir aber dringend eine Verbesserung unserer Ertragskraft. Daraus ist akuter Handlungsdruck entstanden“, wird Scheid in der „Rhein-Zeitung“ zitiert. Betriebsbedingte Kündigungen könne er „mit Blick auf die Verantwortung für das Gesamtunternehmen nicht ausschließen“.

Wolfram geht nach eigenen Worten davon aus, dass nur die Kliniken überleben werden, die es schaffen, Gewinne zu machen. Dafür sehe er aber „sehr viel Potenzial“. Eine Jobgarantie für alle Mitarbeiter gibt auch er nicht. Es könne sein, dass man im Zuge der Zentralisierung der Verwaltung Arbeitsplätze abbauen müsse: „Ich kann nicht 14.000 Arbeitsplätze gefährden, weil ich nicht den Mut habe, mich über eine niedrige Zahl von Kündigungen zu unterhalten.“

Kommentar: Keine gute Nachricht

Auch Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft müssen Gewinne erwirtschaften, um ihren Fortbestand zu sichern. Die Finanzmittel der öffentlichen Hand reichen dafür nicht. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die Marienhaus-Unternehmensgruppe Kosten sparen will. Für die Belegschaft im Hetzelstift ist das natürlich keine gute Nachricht. Positiv ist, dass die Neubaupläne in Neustadt nicht ad acta gelegt werden sollen. Denn das wäre wirklich ein fatales Zeichen.

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