Neustadt
Neuen Träger für Fachstelle Sucht im Blick
Auf Vorschlag der städtischen Fachabteilung Soziale Dienste soll der Therapieverbund Ludwigsmühle Träger der Fachstelle Sucht in der Schillerstraße 11 werden. Mehrere Ausschüsse haben bereits zugestimmt. Erforderlich ist nun ein Beschluss des Stadtrats.
Die Fachstelle Sucht bietet Beratung für Suchtkranke und deren Angehörige sowie Suchtprävention an. Träger der Einrichtung ist seit mittlerweile acht Jahren die Evangelische Heimstiftung Pfalz. Sie hatte im November 2019 mitgeteilt, dass sie sich Ende dieses Jahres zurückzieht. Begründung: Sie sei finanziell nicht mehr in der Lage, das jährlich entstehende Defizit zu tragen.
Drei Bewerber im Rennen
Anfang März hatten sich die Mitglieder des Stadtrats für eine Fortführung der Suchtberatung in Neustadt ausgesprochen. Daraufhin hatte die Abteilung Soziale Dienste die Trägerschaft ausgeschrieben. Nach Angaben des Sozialdezernenten der Stadt, Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU), gab es drei Bewerbungen.
Neben dem in Landau ansässigen Therapieverbund Ludwigsmühle hatten das Caritas-Zentrum Neustadt und die Diakonie Pfalz ihren Hut in den Ring geworfen. Letztere war bereits bis 2012 Träger der Fachstelle Sucht gewesen. Damals hatte sie die Trägerschaft an die Evangelische Heimstiftung Pfalz übergeben, die wiederum Mitglied der Diakonie ist.
Mit Verbindungen nach Neustadt
Von den drei Bewerbern habe der Therapieverbund Ludwigsmühle das wirtschaftlichste Angebot abgegeben, sagt Röthlingshöfer. Abgesehen vom Finanziellen sei das Konzept des Therapieverbunds sehr überzeugend. Zudem habe er in einem Gespräch mit dessen Geschäftsführer Dirk Kratz einen guten Eindruck gewonnen.
Der Therapieverbund Ludwigsmühle führt unter anderem die Fachkliniken Ludwigsmühle in Lustadt und Villa Maria in Ingenheim, Beratungsstellen in Speyer und Germersheim sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen. Auch zu Neustadt gibt es Verbindungen. Er ist nämlich aus der 1981 gegründeten Vereinigung gegen Drogenmissbrauch hervorgegangen. Initiator für die Gründung der Vereinigung war der Neustadter Unternehmer Georg Serr. Der frühere Sozialdezernent der Stadt Neustadt, Georg Jungmann, war viele Jahre Vorstandsmitglied, auch der Neustadter Journalist Günter Werner engagierte sich in der Vereinigung.
Stadt übernimmt weitere Kosten
Bisher hat die Stadt nach Angaben von Röthlingshöfer jährlich etwa 135.000 Euro für die Fachstelle Sucht bezahlt. Der Anteil der Stadt und des Landes sind allerdings nicht jedes Jahr gleich, da die Personalkosten schwanken. Das Land zahlt für die Stellen einen unterschiedlichen Anteil: Bei der Stelle für Suchtprävention beträgt dieser 70 Prozent, an der Stelle für Gücksspielsucht beteiligt sich das Land mit 90 Prozent der Kosten. Mit dem Therapieverbund Ludwigsmühle sei vereinbart, dass die Stadt jährlich etwa 280.000 Euro zahlen wird, sagt Röthlingshöfer.
Das Personal der Suchtberatungsstelle soll übernommen werden, sofern die Mitarbeiter das wünschen. Wie Röthlingshöfer berichtet, ist zudem vorgesehen, dass der neue Träger mit dem Besitzer des Gebäudes in der Schillerstraße Verhandlungen wegen einer Anmietung der bisherigen Räume der Fachstelle aufnimmt. Das sei aber erst möglich, wenn die Vereinbarung für die Trägerschaft unterschrieben ist.