Ein Foto und seine Geschichte RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: Vor 40 Jahren Endrunde um erstes RHEINPFALZ-Hallenturnier

Für ein Einlagespiel liefen 1980 auf: (von rechts nach links) Horst Eckel, Siegried Schindler, Winfried Richter, Erwin Scheffler
Für ein Einlagespiel liefen 1980 auf: (von rechts nach links) Horst Eckel, Siegried Schindler, Winfried Richter, Erwin Scheffler, Hardy Höfli, Willi Wenzel. Der Schiedsrichter rechts ist Gerhard Andres aus Niederkirchen, der auch das Endspiel zwischen dem 1. FC 08 Haßloch und dem VfL Elmstein pfiff. Horst Eckel führte als Mannschaftskapitän die FCK-Traditionsmannschaft gegen die »Pälzer Ausles’« an.

Am 6. Januar 1980 ist die erste Endrunde des RHEINPFALZ-Hallenfußball-Turniers gespielt worden. In der Pfalzhalle in Haßloch sahen 1500 Zuschauer aber nicht nur Amateurfußballern zu. Auch ein ehemaliger Weltmeister lief seinerzeit auf. Überhaupt war 1980 ein ereignisreiches Sportjahr. Weltweit.

Genau 40 Jahre liegt inzwischen eines der dramatischsten Sportjahre zurück: Sportlicher Höhepunkt war aus deutscher Sicht der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft, den sich die von Jupp Derwall trainierte Nationalmannschaft am 22. Juni in Rom mit einem 2:1-Sieg im Endspiel gegen Belgien gesichert hatte. ebenso der Wettbewerb um den Uefa-Pokal. Im Halbfinale befanden sich mit dem späteren Sieger Eintracht Frankfurt Borussia Mönchengladbach, dem FC Bayern München, der im Viertelfinale mit dem 1. FC Kaiserslautern den fünften deutschen Teilnehmer ausgeschaltet hatte, und dem VfB Stuttgart ausschließlich deutsche Vereine. Das hatte in der Europapokalgeschichte ansonsten noch nie eine andere Nation geschafft.

1980 Olympiaboykott

Katastrophal verlief das Jahr jedoch für die Sportler Westdeutschlands, die sich für die Olympische Spiele qualifiziert hatten. Nachdem die Wintersportler bei den vom 13. bis 24. Februar in Lake Placid (USA) ausgetragenen Winterspielen keine Goldmedaille gewonnen hatten, entsprach das Nationale Olympische Komitee der Bundesrepublik Deutschland am 15. Mai 1980 der Empfehlung der Bundesregierung und schloss sich wie 41 weitere Nationen dem Boykott der vom 19. Juli bis 13. August in Moskau angesetzten Olympischen Sommerspiele an. Der damalige US-Präsident Jimmy Carter hatte als Reaktion auf den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan dazu aufgerufen.

08 Haßloch besiegt Elmstein

Erster Höhepunkt des Sportgeschehens in unserer Region 1980 war am 6. Januar die in der Haßlocher Pfalzhalle ausgetragene Endrunde des ersten RHEINPFALZ-Hallenfußball-Turniers. Vor 1500 Zuschauern sicherte sich der damalige Verbandsligist 1. FC 08 Haßloch mit einem 5:0-Sieg im Endspiel gegen den VfL Elmstein den Titel. Die lediglich der C-Klasse Neustadt angehörenden Elmsteiner hatten zuvor in der dramatischsten Begegnung dieses Nachmittags den Bezirksliga-Tabellenführer VfL Neustadt mit 1:0 besiegt und so dafür gesorgt, dass die Neustadter nicht einmal das Spiel um Platz drei erreichten.

FCK-Traditionself mit Horst Eckel

Bei dieser Veranstaltung lief zum ersten Mal ein früherer Fußball-Weltmeister in Haßloch bei einem Fußballspiel auf. Dies machte das Jahr 1980 auch zu einem besonderen in der Haßlocher Fußballgeschichte: Es handelte sich um Horst Eckel, der inzwischen einzige noch lebende Spieler der deutschen Nationalmannschaft, die am 4. Juli 1954 in Bern mit einem 3:2-Sieg im Endspiel gegen Ungarn die Fußball-Weltmeisterschaft gewann. Als 48-Jähriger wirkte Eckel auf Seiten der Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern in einem Einlagespiel gegen die „Pälzer Ausles’“ mit.

Horst Eckel war zweifellos der prominenteste Teilnehmer, der bis heute bei einem RHEINPFALZ-Hallenfußballturnier aufgelaufen ist. Doch auch seine damaligen Mitspieler in der Traditionsmannschaft des FCK hatten zahlreiche Erfolge vorzuweisen. Da ist zum einen der in Ostpreußen aufgewachsene Erwin Scheffler (1927 bis 2009), der seine gesamte Laufbahn als Jugendspieler beim VfB Königsberg verbracht und als Aktiver 1943 und 1944 mit diesem Verein die beiden letzten Meisterschaften der Gauliga Ostpreußen gewonnen hatte. Als Heimatvertriebener landete er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Schleswig-Holstein und stieg mit dem Itzehoer SV 1950 in die Oberliga Nord auf. 1951 erhielt der Rechtsaußen ein Angebot des 1. FC Kaiserslautern, für den er dann bis 1959 in 160 Oberligaspielen 107 Tore schoss und 1953 mit dem FCK sogar deutscher Meister wurde. In der gleichen Meistermannschaft befand sich auch Willi Wenzel (1930 bis 1999). Dieser bestritt von 1950 bis 1962 für den FCK 207 Oberligaspiele, in denen ihm 139 Treffer gelangen. 1955 und 1956 belegte er in den Torschützenlisten der Oberliga Südwest jeweils den zweiten Platz.

Siegried Schindler und Winfried Richter

Torwart Siegried Schindler (1934 bis 2009) und der 1941 geborene Stürmer Winfried Richter sind Spieler aus den Anfangsjahren der Bundesliga, welchen der FCK als Gründungsmitglied bis 1996 ununterbrochen angehört hat. Während Schindler zu keinem einzigen Einsatz gekommen war, da er den damaligen Stammtorwart Wolfgang Schnarr nicht hatte verdängen können, war Richter wie Scheffler und Wenzel im FCK-Angriff gesetzt. Richter gehörte in der Saison 1962/1963 der Elf an, die sich für die neu gegründete Bundesliga qualifizierte, und trug mit seinen 27 Toren wesentlich zu diesem Erfolg bei. Von 1963 bis 1965 und nach Zwischenstationen beim 1. FC Saarbrücken und dem FC Luzern noch einmal von 1969 bis 1971 spielte Richter für den FCK in der Bundesliga.

Hardy Höfli (82) hat nie beim FCK gespielt, war aber trotzdem in dessen Traditionself dabei und ist inzwischen deren Manager. Auch er war ein sehr guter Kaiserslauterer Fußballspieler, allerdings nicht auf dem Betzenberg, sondern auf dem benachbarten Erbsenberg, der Heimat des Lokalrivalen VfR Kaiserslautern. Der hat von 1950 bis 1959 mit dem 1. FC Kaiserslautern ununterbrochen der Oberliga Südwest angehört.

Wer ist denn auf dem Foto?

Schwierig war es für die RHEINPFALZ, die Namen der Spieler von der FCK-Traditionsmannschaft, die am 6. Januar 1980 in der Haßlocher Pfalzhalle auflief, herauszufinden. Auf der Sonderseite der RHEINPFALZ vom 7. Januar 1980, die zur ersten Endrunde erschienen war, war jedoch Hardy Höfli in einer Bildunterschrift genannt. Und er konnte sofort helfen herauszufinden, wer außer Horst Eckel auf dem Bild des damaligen Fotografen Bernd Franck zu sehen war.

Am 8. Juni 2019 gastierte die Traditionsmannschaft mit Höfli übrigens ein zweites Mal in Haßloch: bei der beim 1. FC 08 durchgeführten „Benefizveranstaltung für Sophie“.

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