Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Büros und Parkhaus: Was östlich des Bahnhofs denkbar ist

Das gestrichelte Gebiet soll neu gestaltet werden. Die Planer haben den Bereich in drei Abschnitte unterteilt und für jeden davo
Das gestrichelte Gebiet soll neu gestaltet werden. Die Planer haben den Bereich in drei Abschnitte unterteilt und für jeden davon unterschiedliche Vorschläge gemacht. Entscheidungen gibt es aber noch nicht. .

Neustadt soll rund um den Hauptbahnhof aufgehübscht werden. Vor allem die östliche Fläche samt Esso-Tankstelle soll ein komplett neues Gesicht bekommen. Jetzt liegen erste Ideen vor.

Läuft alles nach Plan, geht es in Neustadt in den nächsten Jahren Schlag auf Schlag. Das Gebiet rund um den Hauptbahnhof soll als zentrale Visitenkarte umfassend modernisiert werden. Mit der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes soll Ende 2023 begonnen werden, auch das Bahnhofsgebäude selbst soll ein neues Gesicht bekommen. Schon in wenigen Tagen beginnen Vorarbeiten für den geplanten Parkhaus- und Hotelbau am Saalbau. Bis zur Landesgartenschau soll alles fertig sein, damit Besucher schon bei der Ankunft oder beim Besuch des Saalbaus ein gutes Bild von Neustadt haben.

Somit bleibt noch ein 1700 Quadratmeter großes Areal, das sich östlich an den Hauptbahnhof anschließt. Aktuell ist das Gelände kein Vorzeigegebiet. Direkt am Bahnhof befinden sich Gebäude von Bundespolizei und Stadtverwaltung, außerdem ist dort die Esso-Tankstelle, und es gibt neben der ehemaligen Bahnhofskantine etliche Parkplätze. Schon lange wird diskutiert, was dort alles an Umgestaltung und Nutzung möglich ist. Auch ein Parkhaus wurde immer wieder als Wunsch genannt.

Gelände komplett versiegelt

Im Herbst 2021 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um konkrete Ideen zu bekommen. Möglich sind diese Überlegungen, da der Pachtvertrag mit der Esso-Tankstelle Mitte 2024 ausläuft und somit Gestaltungsmöglichkeiten entstehen. Den Zuschlag für die Machbarkeitsstudie bekam das Landauer Büro Stadtimpuls. Ihr Geschäftsführer Michael Kleemann war nun im Bauausschuss, um über einen ersten Zwischenstand zu informieren.

Kleemann sagte, dass das Gebiet zwischen Landauer Straße und den Gleisanlagen komplett versiegelt sei. Alle Überlegungen seien zusammen mit den Anforderungen, die für den Bahnhof wichtig seien, angestellt worden. Um im Detail planen zu können, haben Kleemann und seine Kollegen das Gebiet in drei Abschnitte unterteilt. Das Gebiet, das direkt ans Bahnhofsgebäude anschließe, sei von den bestehenden Bürogebäuden geprägt, die erhalten werden sollen. Spannend, so Kleemann, sei jedoch die Fläche vorne an der Straße, die tiefergelegt sei und als Parkplatz genutzt werde. Die Planer schlagen vor, den Bereich aufzufüllen, um ein Plateau mit Grünbereich und Blick auf den Saalbau zu schaffen.

Als drittes Baufeld machte Kleemann ein kleines Dreieck aus, das aus Richtung Hetzelstift kommend als erstes erreicht werde. Der Vorschlag für diese Ecke aus Landau: eine dreigeschossige Bebauung, etwa für Büros. Er sei sicher, dass das Gebiet dadurch aufgewertet werde und trotzdem gut genutzt werden könne.

Technisches Rathaus?

Die meiste Arbeit stecken die Planer aber in den mittleren Bereich rund um Tankstelle/Kantine. Kleemann sagte, dass es auf jeden Fall eine Fußwegverbindung Richtung Winzingen und in Richtung Bahnhofsteg zur Hambacher Höhe sowie Richtung Innenstadt geben müsse. Um die Fläche besser zu strukturieren, schlägt Stadtimpuls ein Parkhaus mit vier Parkebenen vor. Für die Anordnung des Parkhauses gebe es verschiedene Möglichkeiten – etwa: direkt an der Straße oder eher an den Gleisen. Zudem sei eine Bebauung möglich. Dort sei ein zentraler Standort der Stadtverwaltung (als Stichwort wurde technisches Rathaus genannt) oder eine anderweitige Büronutzung denkbar, so Kleemann.

Seine Ausführungen waren noch recht allgemein und gaben lediglich einen Einblick in die Überlegungen. Je nachdem, für welche Variante man sich am Ende entscheide, liege die Investitionssumme zwischen 25 und 45 Millionen Euro, so Kleemann. Um ein Parkhaus wirtschaftlich betreiben zu können, müsse es über 300 bis 500 Stellplätze verfügen. Das Projekt sei mit Risiken verbunden: zum einen wegen der hohen Kosten und zum anderen, weil die Gewinnmarge „maximal bei drei Prozent“ liegen werde.

Stadtplanerin Martina Pauly ergänzte, dass sich eine Lenkungsgruppe in der Verwaltung intensiv um das Projekt kümmere. Wichtig sei, diese Fläche zur „Entlastung der Innenstadt“ zu nutzen. Diesen Aspekt griff Baudezernent Bernhard Adams in der Sitzung des Bauausschusses auf: „Wir müssen bedenken, wo wir langfristig mit der Innenstadt hinwollen und wie wir das Parkplatzmanagement gestalten wollen.“ Daraus ergebe sich der Bedarf an Stellplätzen in einem dortigen Parkhaus.

„Stadtbild aufwerten“

Steffen Christmann (FDP) forderte klare Schritte: „Wenn wir das Projekt so wollen, kommen wir nicht umhin, auch an der Gebührenschraube für Parkplätze in den Innenstadt-Straßen zu drehen.“ Hellauf begeistert von der Präsentation war Norbert Schied, Vorsitzender des Innenstadtbeirats: „Es ist wichtig, dass die Parkhaus-Idee fest verankert ist. Damit können wir die Innenstadt weiterentwickeln.“ Dann ergänzte Schied noch: „Ich wollte, wir wären nächstes Jahr schon fertig.“ Andreas Böhringer (SPD) betonte die Bedeutung des Vorhabens: Es gehe darum, das Stadtbild aufzuwerten sowie geparkte Autos zu bündeln.

Adams meinte, dass man einen Investor brauchen werde: „Die Stadt kann das nicht und die Wohnungsbaugesellschaft auch nicht.“ Noch sind also viele Fragen zu klären – und die Machbarkeitsstudie ist ja auch noch nicht fertig.

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