Leichtathletik
330 Sportler im Ziel beim Nikolauslauf in Haßloch
Der Wechsel des Haßlocher Nikolauslaufs mit Start und Ziel von der Rennbahn zum Badepark ist gelungen. Über 330 Zieleinläufer im Schülerlauf sowie über fünf und zehn Kilometer zeugten von einer großen Nachfrage. Dabei war der Lauf im vergangenen Jahr, als er erstmals am Badepark gestartet worden ist, eigentlich abschreckend verlaufen. Dauerregen und strenge Coronaauflagen hatten 2021 allen das Leben schwer gemacht.
Optimale Bedingungen
Diesmal waren die Bedingungen und Organisation optimal. Das ermöglichte Marius Meyfarth einen Doppelstart über fünf und zehn Kilometer. Der 31-Jährige lebt in Mannheim und arbeitet in Heidelberg als Industriemechaniker. Dennoch bleibt er seinem ersten Verein treu. „Wäre es nicht der LCH, wäre ich bestimmt nicht beide Distanzen gelaufen“, betont er. Verletzungen und Erkrankungen verhinderten eine optimale Vorbereitung. Meyfarth erinnert sich schmunzelnd an seine Anfänge als Langstreckenläufer im LC Haßloch: „Es war ein ganz spontaner Entschluss einzutreten. Ich wollte bei den Pfalz-Hallenmeisterschaften im Januar starten und bin noch in der Woche davor Mitglied geworden.“
Damals lebte er in Lachen-Speyerdorf und ging in Haßloch zur Schule. Zwei Freunde animierten ihn zum Langstreckenlauf. Vorbereitet hat er sich auf die 15 Hallenrunden zu je 200 Meter damals nicht. „Ich ging nur joggen“, sagt er grinsend. Das schnelle Tempo der Konkurrenten war er zwar nicht gewöhnt, aber er ging es tapfer mit und erreichte Platz drei in 9:48 Minuten. Doch er gesteht: „Hinterher ging es mir ziemlich schlecht. Ich bin direkt zur Toilette durchgerannt.“ Seine Überlegungen kurz danach seien gewesen: entweder nie wieder oder jetzt erst recht. Er entschied sich für einen zweiten Start eine Woche später bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften. Der Neffe von Ulrike Nasse-Meyfarth, der zweimaligen Olympiasiegerin im Hochsprung, hatte „seine“ Sportart gefunden.
Zwei Läufe an einem Tag
Heute läuft er überwiegend als Ausgleich zum Beruf, zum Fithalten und weil es Spaß macht. Er sagt: „Ich werde immer laufen. Mal mehr, mal weniger, aber immer laufen.“ Daher lief er am Samstag auch nicht mit letztem Einsatz. Nach fünf Kilometern kam er in 16:23 Minuten als Dritter ins Ziel, über die doppelte Distanz wurde er in 34:34 Minuten Zweiter. Zwischen den beiden Läufen zog er lediglich eine dicke Daunenjacke und eine weitere Hose über. „Ich bin im ersten Lauf ja nicht ins Schwitzen geraten“, erzählt er.
Reinigs Bestzeit
Joanna Reinig (LC Haßloch) erreichte ihr Ziel, eine Bestleistung über zehn Kilometer zu laufen: Sie siegte in der Altersklasse U20 in 43:17 Minuten und verbesserte sich um 73 Sekunden.
Debütanten schwitzen
Ins Schwitzen gerieten die Debütanten des Haßlocher Lauftreffs. Trainer Heinz Hillen engagierte sich am Teeausschank und wartete daher gespannt auf den Zieleinlauf. Er kalkulierte vorsichtig mit „sieben Minuten pro Kilometer“ für seine Laufanfänger über fünf Kilometer. Außerdem musste er einige kurzfristige Absagen wegen Erkrankungen quittieren. „Als Trostpflaster haben wir daher den Silvesterlauf in Schifferstadt im Visier“, sagt er und will er seinen Schützlingen weiterhin Beine machen.
Total geflasht war im Ziel Lauftreff-Novizin Sabine Theobald. Sie unterbot die sieben Minuten pro Kilometer deutlich und erreichte in 33:49 Minuten das Ziel. Dabei hat sie erst vor zwei Monaten mit dem Laufen begonnen. Schuld war ein RHEINPFALZ-Artikel über die Einsteiger-Aktion des Lauftreffs. Theobald: „Mich hat während des gesamten Laufes Monika Weißenstein begleitet. Sie ist schon lange im Lauftreff dabei und sie hätte natürlich viel schneller unterwegs sein können als ich. Aber sie hat mich selbstlos angespornt und motiviert.“ Theobald gesteht, dass sie über sich selbst erstaunt sei: „Ich war am Morgen so nervös und aufgeregt.“ Sie habe immer gesagt, Joggen sei gar nichts für sie. Jetzt sei sie sicher, es sei bestimmt nicht ihr letzter Lauf gewesen.
Laufen mit Begleitung
Auch für Anfänger Martin Fiene lief es perfekt. Er erreichte das Ziel in 34:18 Minuten. Die Parallelen zu Theobald sind nicht zu übersehen. Er hat ebenfalls über die RHEINPFALZ vom Angebot erfahren. Und er wurde nun beim Nikolauslauf ebenfalls von einem erfahrenen Lauftreff-Teilnehmer gepusht. Begleitet wurde er von Thomas Metzner. Fienes Fazit: „Es hat Spaß gemacht, ich möchte dabei bleiben. Der Lauf war jetzt die Initialzündung.“ Bislang hatte der 53-Jährige nur Badminton im Betriebssport gespielt. „Diese Bewegungen kann man nicht mit dem Laufen vergleichen“, betont er. Und Heinz Hillen freut sich über die positive Resonanz: „Es ist ja unser Ziel, dass die Sportler dabei bleiben.“