Reiten
Warum für Reitexperten aus der Region das Impfen von Pferden sinnvoll ist
Zahlreiche Vierbeiner sind ob der Aggressivität des Virus bereits gestorben. Andere Pferde wurden angesteckt und trugen das Virus über die Landesgrenzen hinaus. Bei 80 Prozent der Tiere ist das Virus bereits vorhanden, bleibt aber zumeist unbemerkt. Erst durch Stress kann es zum Ausbruch kommen. Aus diesem Grund untersagte der Weltreiterverband FEI nahezu alle internationalen Turniere.
Das Verbot ist mittlerweile aufgehoben. Vereinzelt finden seit dem 29. März wieder Veranstaltungen statt. Auch in der Region ist das Verbot und die Verbreitung des Virus ein Thema. „Wir sind ein kleiner Verein. Bei uns ist kein Pferd betroffen“, sagt Alfred Mickert, Vorsitzender des
Impfungen sollen flächendeckend sein
Wenn die Zuschauer die Richtlinien einhalten, dürfte nichts gegen Veranstaltungen sprechen. Und das Herpesvirus scheint in der Region nicht angekommen zu sein. „Ich weiß von keinem Fall in der Umgebung“, berichtet Mickert. Doch genau da könnte das Hauptproblem liegen. „Eine Infektion ist nicht meldepflichtig“, weiß Dagmar Kottwitz, stellvertretende Vorsitzende des
Das Herpesvirus ist für die Vorsitzende keine Neuheit. „Es ist immer ein großes Thema. Dieses Jahr wurde es aufgebauscht, weil es bei den Profis vorkam“, glaubt Kottwitz. Dennoch nehmen sie und die Vereinsverantwortlichen das Virus ernst. Daher schloss der Verein seine Anlage für externe Pferde. Für fünf bis zehn Tiere, die regelmäßig auf dem Hof sind, haben deren Besitzer versichert, dass ihre sie nicht infiziert seien, berichtet Kottwitz. Weitere 18 Pferde sind dauerhaft auf dem Hof des Fahr- und Reitvereines Neuhofen. Davon wurde nur ein Tier geimpft. „Es war trächtig“, begründet sie die Entscheidung.
Geimpft wurde auch das Pferd von Peter Steiger, Trainer und Reitlehrer aus Ruchheim. „Es war schon geimpft, aber wir haben die Impfung auffrischen lassen“, sagt Steiger, der für eine Impfpflicht ist. Der Übungsleiter hofft darauf, nach dem zweiwöchigen Stillstand bald wieder in Gruppen trainieren zu dürfen. „Es ist schwierig. Erst die Corona-Auflagen, nun das Virus. Es ist wie ein Berufsverbot“, erklärt der Trainer. Trainingseinheiten konnte er zuletzt fast keine anbieten. Einzeltraining lohnt sich nicht für Steiger. Einen Parkour baue er erst auf, wenn Gruppentraining wieder möglich sei, erklärt der Reitlehrer. Bis alles wieder geregelt ablaufen kann, könnte es noch etwas dauern. Das hat aber nicht nur mit dem Herpesvirus zu tun.