Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz Schnee und Eis: Das Ding ist da, der Ersatzbau für die Hochstraße Süd kann beginnen

160 Tonnen schwer, 26 Meter hoch: das Bohrgerät.
160 Tonnen schwer, 26 Meter hoch: das Bohrgerät.

Die Gründungsarbeiten für den Bau der neuen Brücke an der Hochstraße Süd starten in Kürze. Der dafür benötigte Großdrehbohrer wurde in der Nacht auf Mittwoch gegen 0.30 Uhr mit einem Schwertransport sicher angeliefert – trotz der schwierigen Wetterbedingungen.

Abgeladen wurde der 160-Tonnen-Koloss auf dem Baufeld im Bereich des Faktorhauses. Lange stand er allerdings nicht dort. Bereits in der Nacht auf Donnerstag wurde das Bohrgerät nach Angaben der Stadtverwaltung gegen 3 Uhr morgens über die Straßenbahngleise auf die eigentliche, 12.600 Quadratmeter große Baustelle transportiert. Anschließend beginnt die mehrere Tage dauernde Montage des Drehbohrers, um ihn betriebsbereit zu machen für das 120-Millionen-Euro-Projekt Ersatzbau der Hochstraße Süd (B37).

20 Meter tief in die Erde

Am Montag, 22. Januar, beginnen dann laut Verwaltung die Tiefbauarbeiten für das erste östliche Fundament in der Nähe des Faktorhauses – dreieinhalb Jahre nach dem Abriss der Pilzhochstraße wegen Einsturzgefahr und viereinhalb Jahre nach deren Sperrung für den Verkehr.

31. Oktober: OB Jutta Steinruck bei der Grundsteinlegung.
31. Oktober: OB Jutta Steinruck bei der Grundsteinlegung.
Noch unvollendet: Abrisskante der Hochstraße Süd.
Noch unvollendet: Abrisskante der Hochstraße Süd.
Baggerarbeiten am Faktorhaus.
Baggerarbeiten am Faktorhaus.

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Vom Faktorhaus beginnend in Richtung Weiße Hochstraße wird das – ausgeklappt – über 26 Meter hohe Gerät insgesamt 170 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,50 Meter auf einer Strecke von 530 Metern für die Fundamentplatten 20 Meter tief in die Erde setzen. Jeweils vier Pfähle für einen der 43 bis zu 5,50 Meter hohen Pfeiler, die den Brückenüberbau letztlich in zwei Reihen tragen. Die Drehzahl des Bohrantriebs beträgt 37 Umdrehungen pro Minute. So entstehen die sicheren Gründungen der neuen Brücke.

Zwei Meter dicke Fundamentplatte

Zwischen Bohrpfählen und Pfeilern wird jeweils eine bis zu zwei Meter dicke Fundamentplatte eingezogen, die vor Ort betoniert wird. Pro Bohrpfahl werden zwei Arbeitstage veranschlagt, also in der Summe 340. Es wird also gut ein Jahr dauern, bis die Pfahlarbeiten abgeschlossen sind.

Das Ganze ist ohnehin eine Materialschlacht: 20.500 Kubikmeter Beton, 3100 Tonnen Bewehrungs- und 570 Tonnen Spannstahl werden insgesamt verarbeitet. Um den Prozess zu beschleunigen, soll dort, wo die Konstruktion bereits steht, der Brückenüberbau starten. Seit Wochen werden Leitungen der Technischen Werke und der Verkehrsbetriebe verlegt. Alte Fundamente wurden beseitigt.

„Logistischer Kraftakt“

Durch geräuscharme Bauverfahren sollen Lärmbelastungen sowie Erschütterungen für Anlieger möglichst vermieden, größere Staubentwicklungen per Wasserberieselung gebunden, Umweltaspekte streng überwacht und Grenzwerte eingehalten werden. „Eine komplett neue Brücke mitten in der dicht besiedelten Innenstadt zu bauen, ist ein logistischer und technischer Kraftakt“, sagt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos). Sie versichert, dass das direkte Umfeld regelmäßig informiert wird – sei es durch Anschreiben oder Einladung zu Baustellenrundgängen. Mit Dieter Jung von der Stadtverwaltung werde ein bekannter Ansprechpartner wieder vor Ort im Einsatz sein.

Die Weiße Hochstraße führt die Südtrasse auf 950 Metern bis zur Pylonbrücke in Richtung Hauptbahnhof fort. Sie muss parallel umfassend saniert, aber nicht abgerissen werden.

Anfang 2026 soll die neue Hochstraße Süd wieder befahrbar sein. Der Grundstein für die Süd-Ersatzbrücke wurde am 31. Oktober gelegt. Mehr dazu hier.

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