Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ringen: Warum Neustadter Wasserballer von ihrem Ausflug zum Ringen angetan waren

Das sieht schon nach richtigem Ringen aus, was die beiden Wasserballer hier auf der Matte zeigen.
Das sieht schon nach richtigem Ringen aus, was die beiden Wasserballer hier auf der Matte zeigen.

Eine außergewöhnliche Trainingseinheit erleben elf Nachwuchswasserballer des SC Neustadt in der Wilfried-Dietrich-Halle. Unter der Anleitung von Griechisch-römisch-Landestrainer Markus Scherer vom VfK Schifferstadt lernen sie neue, ungewohnte Bewegungsabläufe kennen. Mancher stellt sich dabei sehr geschickt an.

Michael Heinz, der Manager der Neustadter Wasserballer, hatte den VfK 07 per E-Mail angefragt, ob Interesse besteht, die U18- und U16-Wasserballer aus Neustadt an den Ringkampfsport heranzuführen. VfK-Vorsitzender Thomas Hacker hatte schnell zugesagt und so stand dem Ausflug auf die Ringermatte nichts mehr im Wege. Fast nichts, denn ursprünglich hätte das zweistündige Training im Freien stattfinden sollen. Dann aber kam der Regen. Vorbeugend hatte der VfK aber bei der Stadtverwaltung vorher die Erlaubnis eingeholt, unter Beachtung der Coronaregeln auch die Halle nutzen zu dürfen.

Zu den Coronaregeln für den Kontaktsport gehört, dass man den Trainingspartner während der Einheit nicht wechseln darf. Das passt ganz gut, denn beim Ringertraining spielt das direkte Gegenüber eine wichtige Rolle. „Beim Üben muss der Partner helfen“, stellt Markus Scherer klar. Nach dem Warmlaufen mit Armkreisen, Rolle vorwärts und rückwärts geht es dann schnell ans Eingemachte, beginnen die für das Ringen spezifischen Übungen. Dazu gehört die Brücke, die Scherer den Jungs zeigt. Er legt sich auf den Rücken und stemmt sich mit Armen und Beinen hoch, bis nur noch Hände, Füße und Kopf die Matte berühren.

Scherer zeigt den Wasserballern erste Griffe

Spielerisch leitet Scherer das Training zum Ringkampf über. Im Zentrum der Matte liegt ein Ball, auf den zwei Wasserballer nach dem Kommando jeweils vom Mattenrand aufeinander zu rennen. Wer ihn zuerst schnappt, versucht, ihn auf seine Seite zu bringen, was der Gegner natürlich mit ringerischen Mitteln verhindern will. So entsteht das erste Gerangel auf der Matte, das manchmal schon eine Ähnlichkeit mit echtem Ringkampf aufweist. Später zeigt Scherer schon erste Griffe wie den Halbnelson, bei dem er eine Hand unter der Achsel des Nachwuchsringers Michael Heintz Gegners hindurch an dessen Nacken legt und ihn durch Druck nach vorne auf die Schultern bugsiert. Louis Ananias und Tobias Bauer sind eines der Trainingspaare, die zum Abschluss auch beim „echten“ Wettkampf den Sieger ermitteln. „Auf geht’s, meine Herren“ ruft Scherer auf zum Duell, das Tobias Bauer mit einem Schultersieg gewinnt. „Ich fand des echt super, mal was Neues auszuprobieren und neue Techniken kennenzulernen“, sagt der 17-Jährige, der seit seinem achten Lebensjahr Wasserball spielt. In der U18 des SC Neustadt ist Bauer der Torjäger und macht mit seiner Körpergröße von 1,91 Meter und seinem Gewicht von 100 Kilogramm auch auf der Ringermatte eine gute Figur. „Vorher habe ich vom Ringen nicht viel verstanden, Aber ich habe heute viel gelernt und Markus Scherer hat’s uns super beigebracht“, lobte Tobias Bauer.

„Ihr seid geübt, ihr seid Hochleistungssportler. Das merkt man“, ist auch Scherer begeistert. Er stellte einen Gegenbesuch in Aussicht, war sich aber sicher, dass sich die Ringer im nassen Element schwerer tun, als die Wasserballer auf der Matte. Die dürfen sich auch als echte Ringer fühlen, wenn sie nach dem Training, wie es sich gehört, die Matten abbauen.

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